Die Woche fängt nicht gut an: im Main-Tauber Kreis wurde erstmals die südafrikanische Virus-Mutation B.1.351 nachgewiesen. Die soll nicht nur ansteckender sein sondern auch schwerere Verläufe verursachen. Darüber hinaus wurden abermals acht B.1.1.7 Fälle (die britische Variante) nachgewiesen – einer davon sogar an einer Schule. Die Klasse ist entsprechend in 14 tägiger Quarantäne. Die Neuinfektionen selbst sind am heutigen Tag im erwarteten Rahmen. Montags werden immer sehr wenig Fälle gemeldet, meist im niedrigen einstelligen Bereich. Die vier Neuinfektionen im Kreis sind damit fast schon „hoch“. Es sind zwei mehr als letzten Montag, daher wird die Sieben-Tage Inzidenz abermals leicht ansteigen. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 52,1. Trotz der aktuellen Entwicklung wurden heute Lockerungen vorgenommen. So durften Friseure wieder öffnen, aber auch beispielsweise Gärtnereien.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-03-01
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Es herrscht aktuell ein seitwärts-Trend, der sich vermutlich mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen ggf. auch starken Aufwärtstrend verwandeln wird. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile relativ vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis ist noch etwas uneinheitlich, deutet aber auch in diese Richtung. Grund dafür könnte auch die zunehmenden Fälle mit mutierten Corona-Viren sein. Der Main-Tauber Kreis steht schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und bewegen sich nach oben. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind in vier Kommunen des Kreises aufgetreten und erneut relativ breit verteilt. Bei allen 4 Fällen sind die Infektionsquellen bekannt. Momentan muss man nach wie vor von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine erneut leicht steigende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 53. Anlaß zur Sorge bietet besonders das Auftreten der ansteckenderen britischen Corona-Variante in einer Schule. Insgesamt muss ein wachsames Auge auf die jetzt doch relativ starke Zunahme von Mutationsfällen geworfen werden.

Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Mittlerweile nehmen die Erkrankungen in dieser besonders kritischen Gruppe aber deutlich ab. Das ist vermutlich auch Erfolg der Impfkampagne, besonders in den Pflegeheimen. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 3, Grafik). Ein Patient muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 1). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Die steht vermutlich mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- und schwankt um den Landesschnitt.

Leichte Lockerungen in Baden-Württemberg seit heute

Was ändert sich am 1. März bei den Corona-Regeln in Baden-Württemberg. Hier eine Übersicht. (Grafik: Landesregierung Baden-Württemberg)

Alle Details finden sich in den Informationen des Landes zur Corona-Verordnung hier.

Mutationsfall in Schule, 14-Tage Quarantäne angeordnet

Wegen eines Infektionsfalles im Schülerbereich der Gemeinschaftsschule Lauda wurde vom Gesundheitsamt für die betroffene Klasse Quarantäne angeordnet. Da bei der Typisierung der positiven Laborprobe zudem die britische Mutante B.1.1.7 nachgewiesen wurde, werden die Schülerinnen und Schüler entsprechend der Corona-Verordnung Absonderung des Landes Baden-Württemberg nun für 14 Tage isoliert, ebenso deren Haushaltsangehörige. Die Corona-Verordnung Absonderung wurde zum 24. Februar insbesondere im Hinblick auf die besorgniserregenden Virus-Mutanten verschärft. 

Erstmals südafrikanische Virus-Mutation nachgewiesen

Gemeldete Corona-Infektionen mit Mutationen im Main-Tauber Kreis. Sicher aufgetreten dort ist bisher nur die Variante B.1.1.7. Eine Variante ist allerdings aktuell noch unklar. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis, Stand: 1, März)

Bei acht weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde die britische Variante des Coronavirus (B.1.1.7) durch nachträgliche Typisierung der Laborproben nachgewiesen. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 41 Fällen im Landkreis eine Virusmutation nachgewiesen. Es erfolgte, soweit notwendig, eine Verlängerung der Quarantänezeit. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige.

Bei einer bereits in der vergangenen Woche gemeldeten Virus-Mutation war der Virus-Typ bislang unklar. Durch das Labor konnte mittlerweile geklärt werden, dass es sich hierbei um die südafrikanische Variante B.1.351 handelt. Dies ist der erste Fall der südafrikanischen Variante im Main-Tauber-Kreis.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Montag abend sind 4.868 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg bekannt. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen. Im Land wurden bisher primär B.1.1.7 („britische Variante“) und B.1.351 („südafrikanische Variante“) gefunden und seit 24.02. auch einige wenige Fälle von P.1 („brasilianische Variante“).

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-03-01
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder wenige Tage davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch besorgniserregenden, nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Aktuelle Zahlen zu den Impfungen im Kreisimpfzentrum

Im Kreisimpfzentrum (KIZ) des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim haben in der Woche von Montag, 22., bis Sonntag, 28. Februar, insgesamt 769 Erst-Impfungen stattgefunden. 739 der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger haben diese Erstimpfung erhalten, außerdem 30 impfberechtigte Mitarbeitende aus dem medizinischen Bereich, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und bei Rettungsdiensten tätig sind.

Für eine vollständige Immunisierung mit dem mRNA-Impfstoff sind zwei Impfstoffdosen notwendig. Mit den erforderlichen Zweitimpfungen wurde am Freitag, 12. Februar, begonnen. In der Woche von Montag, 22., bis Sonntag, 28. Februar fanden 323 Zweitimpfungen statt. Im KIZ haben 155 der impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger diese Zweitimpfung erhalten, außerdem 88 impfberechtigte Mitarbeitende aus dem medizinischen Bereich. Von den Mobilen Impfteams des KIZ wurden im gleichen Zeitraum 80 Zweitimpfungen bei Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden von Pflegeheimen im Landkreis durchgeführt.

Damit erhielten seit dem Impfstart im Main-Tauber-Kreis am Freitag, 22. Januar, insgesamt 3150 Personen ihre erste Impfung und 1232 Personen ihre zweite Impfung.

In den genannten Zahlen nicht enthalten sind Impfungen, die im Zentralen Impfzentrum Rot am See (ZIZ) an Einwohnerinnen und Einwohner des Main-Tauber-Kreises verabreicht wurden oder die von den Mobilen Impfteams des ZIZ in Pflegeheimen im Main-Tauber-Kreis vorgenommen wurden.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_rki_altersverlauf-8128-45_tage_von__bis_2020-12-21_1200x628.png
Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_altersstruktur_main-tauber-kreis_14_tage_von__bis_2020-10-22_700x400.png
Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Montag, 1. März, vier neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von vier Städten und Gemeinden. Es handelt sich in allen vier Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Die Betroffenen befinden sich in häuslicher Isolation. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3230.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-03-01
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 01.03., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 31 weitere und damit insgesamt 3064 Personen wieder genesen. Derzeit sind 101 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 1, Bad Mergentheim: 13 (+1), Boxberg: 2, Creglingen: 12 (+1), Freudenberg: 17, Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 1, Igersheim: 2, Königheim: 0, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 7, Niederstetten: 13 (+1), Tauberbischofsheim: 8 (+1), Weikersheim: 3, Werbach: 2, Wertheim: 17 und Wittighausen: 2.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 70. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 14.482, Zweitimpfung 3.536.
(Stand 12.4., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 144,3 (18.04., rki)
BaWü: 174,4 (18.04., rki)
Deutschland 165,9 (18.04., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 143,5
Neuinfektionen
Main Tauber: 8 / 7 [18.04.]
BaWü 1410 / 2686 [17.04.]
Deutschland 11437 / 19185 [17.04.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 105/86 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 409 (19.04., tbb)
BaWü 37.691 (18.04., rki)
Deutschland 286.512 (18.04., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/4 | 6/6 [18.04.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Bürger von Großrinderfeld, Königheim, Tauberbischofsheim und Werbach können sich hier für Testungen anmelden.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich Angehörige eines Haushalts und eine weitere Person treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Seit Montag, 22.03. gilt die „Notbremse“ mit weitergehenden Einschränkungen

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Diese Information wird täglich automatisch aktualisiert und entsprechen immer dem Stand des aktuellen Tages. Newsletter via Messenger abonnieren.

Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
Bitte folgen Sie mir auf Facebook oder Twitter, um aktuelle Updates zu erhalten. Oder abonnieren Sie die Neuigkeiten mittels Telegram-Messenger.
Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.