Corona: Mutationen Baden-Württemberg

Hier finden Sie Informationen zu Corona-Virus Mutationen in Baden-Württemberg. Wir zeigen die täglich gemeldeten Fälle sowie die Aufteilung auf Altersgruppen. Baden-Württemberg untersucht als einziges Bundesland alle positiven Corona-Proben auf Mutationen. Daher sind die Daten besonders interessant und geben einen Einblick in die Entwicklung der neuen Varianten.

Auftreten von Corona-Mutationen sowie tägliche Neuinfektionen im Zeitverlauf. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Das Meldewesen zu den Mutationen ist noch gänzlich neu. Wir erwarten auch seitens des Landes noch weitere Daten. Entsprechend werden wir auch unser Angebot ausweiten. Weitere Information zu dem, was wir über die Meldung der Corona-Varianten in Baden-Württemberg wissen, finden Sie in diesem Artikel.

Die folgende Grafik zeigt einen Vergleich von Gesamtfällen zu durch Mutationen verursachten Fällen als Inzidenz-Wert. Das die Sieben-Tage Inzidenz mittlerweile wohlbekannt ist und auch als Richtschnur dient, kann man die Situation so oft leicht einordnen.

Beachten Sie, dass die Werte der Mutationen und „Gesamtfälle“ unter Umständen nicht vom exakt gleichen Tag sind. Für die Gesamtausgabe ist das aber eher weniger wichtig. Um eine bessere Aussage zu treffen, sind beide Werte nach Meldestand (Wert der abendlichen Meldung des LGA) berechnet. Dieser Wert weicht fast immer leicht vom „offiziell“ genannten Wert ab, denn der wird nach Meldedatum berechnet. Details dazu hier. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt).

Zwischen der Meldung der Corona-Infektion als solches sowie der Bestätigung als Mutationsfall vergeht aktuell meist etwas Zeit. Momentan ist von einer Verzögerung zwischen 0 und 7 Tagen auszugehen. Diese Verzögerung verfälscht auch ein wenig den Blick auf das Diagramm. Daher errechnen wir auch ein alternatives Diagramm, bei dem von einer mittleren Verzögerung von drei Tagen ausgegangen wird. In diesem Fall errechnen wir den Sieben-Tage-Schnitt nicht wie üblich aus den vergangenen sieben Tagen, sondern aus dem aktuellen Tag sowie den drei Vorherigen und Nachfolgenden (t_-3,..t,..t_+3). Entsprechend läuft der so berechnete Wert drei Tage der Inzidenz der Neuinfektionen „nach“. Genau das ist aber unserer Meinung nach eine besser Abbildung der Realität.

Experimentell: Anteil der Mutationen an den Gesamtfällen

Die folgende Grafik veranschaulicht den Zusammenhang zwischen den täglichen Meldungen der Corona-Neuinfektionen gesamt und den durch Mutationen verursachten Anteil.

Warum ist diese Grafik experimentell? Leider gibt es zwischen den beiden Meldungen keinen unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang. Leider ist der genaue zeitliche Versatz auch nicht publiziert. Wir gehen aktuell von einem Verzug von einigen Tagen aus. Außerdem sind in der täglichen Meldung der Mutationsfälle vermutlich auch jeweils Daten von mehreren Tagen enthalten. Einen glasklaren Zusammenhang gibt es also nicht!

Wie gehen wir damit um? Wir betrachten grundsätzlich nur sieben-Tage Durchschnitte – so ähnlich wie auch bei den Inzidenzen. Sieben Tage sind hier jedoch auch ein relativ kurzer Zeitraum, der ggf. einen falschen Eindruck vermittelt. Sobald genug Daten vorliegen, möchten wir daher auch 14-Tage Schnitte wechseln. Dabei Verwischen die täglichen ungenauigkeiten stärker und geben somit ein geschlosseneres Bild. Allerdings: Die Visualisierung wird dadurch auch nochmals deutlich träger.

Altersverteilung der Corona-Infektionen mit Varianten

Die Altersverteilung mit Varianten wird seit dem 10. Februar gemeldet. Bei Betrachtung von mehrtägigen Durchschnitten kann die Anzeige erst entsprechend später erfolgen.

Anzahl Tage für Grafik: Diagramtyp:
Alter:
 00-09  10-19  20-29  30-39  40-49
 50-59  60-69  70-79  80-89  90-99

Grafik der Altersverteilung der Corona-Infektionen mit Varianten.
Die Altersverteilung der Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Anzahl Tage für Grafik: Diagramtyp:

Grafik der Altersverteilung der Corona-Infektionen mit Varianten.
Die Altersverteilung der Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf. Gezeigt ist hier der prozentuale Anteil an den Gesamtfällen nach absoluten Fallzahlen. Dies ist nicht zu verwechseln mit einer Inzidenz. Zur Inzidenz haben wir noch keine Grafik. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Mutationen nach Varianten-Typ

Im Lagebericht werden auch täglich die bestätigten Varianten-Typen genannt. Dabei können an einem Tag auch durchaus Bestätigungen von Vortagen hinzu kommen. Aktuell gibt es noch keine bereinigte Zeitreihe der historischen Daten. Von besonderem Interesse sind momentan die in Großbritannien zuerst entdeckte Variante B.1.1.7 und die Südafrika entdeckte Variante B.1.351. Seit einiger Zeit tritt auch die in Brasilien entdeckte Variante P.1 sporadisch auf. Sie zählt auch zu den besorgniserregenden Varianten.

Die Entwicklung der Corona-Mutationen nach Variantentype in Baden-Württemberg im Zeitverlauf. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Ausbrüche in Pflegeheimen, Schulen und Kitas

Das Landesgesundheitsamt veröffentlich auch Daten zu größeren Ausbrüchen in Einrichtungen. Dieser Datensatz ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Werte unterliegen aktuell noch starken Schwankungen und Nachkorrekturen. Daten zu Ausbrüchen in Firmen werden leider nicht veröffentlicht.

Gezeigt sind in der Grafik Gesamtwerte seit Beginn der Auswertung. Durch nachträgliche Korrekturen gibt es jedoch aktuell noch ein Auf- und Ab der Fallzahlen. Die Daten sollten daher mit grosser Vorsicht interpretiert werden.

Wie wird die Datenbasis aktuell gewonnen und wie umfassend ist sie?

Im täglichen Lagebericht des Landesgesundheitsamts (LGA) findet sich bei den Angaben zu Corona-Mutationen folgender Passus: „Dieser Datensatz unterliegt starken Verzerrungen (Bias), da er gezielte Untersuchungen von Proben beinhaltet, für die der Verdacht auf Vorliegen einer VOC bestand„. Das passt nicht ganz zu der Aussage, dass das Land sämtliche Proben untersucht. Ich habe deshalb beim Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg nachgefragt und am 17.02. folgende Antwort erhalten:

Das LGA sagt dazu: Punktmutations-Assays zum Nachweis spezifischer Mutationen durch PCR-Testungen finden unabhängig der Vollgenomsequenzierung in zahlreichen Laboren im Land statt – üblicherweise in den Laboren, in denen die Proben auch initial auf SARS-CoV-2 untersucht werden. Die Testverordnung des Bundes ermöglicht eine Abrechnung dieser Proben über die Kassenärztliche Vereinigung. Diese Untersuchungen dienen dazu, möglichst rasch zu erfahren, ob es sich bei der SARS-CoV-2 positiven Probe um eine VOC (Variants of concern) handelt – um so die erforderlichen Public Health Maßnahmen umgehend einleiten zu können. Diese Untersuchung ist der Vollgenomsequenzierung vorgeschaltet. Es ist bisher noch nicht bekannt, wie viele Untersuchungen mit Punktmutations-Assays durchgeführt werden, da nur die Nachweise der VOC gemeldet. Es ist jedoch anzunehmen, dass dies noch nicht flächendeckend durchgeführt wird. Künftig soll das LGA über die Laborverbände jedoch wöchentlich Informationen erhalten, wie viele Punktmutations-Assays in BW durchgeführt wurden und wie hoch der Anteil der VOC ist (anlog der bisherigen PCR Test und der Positivenrate).

Die Vollgenomsequenzierung findet in verschiedenen großen niedergelassenen Laboren sowie den Universitätsklinika statt. Die Umsetzung der Vollgenomsequenzierung über das Bundeskontingent (der SurveillanceVO des Bundes) hinaus, wird von Herrn Prof. Kräusslich, Universitätsklinikum Heidelberg koordiniert. Diese Informationen laufen nicht beim LGA zusammen, da nach der SurveillanceVO des Bundes eine direkte Übermittlung aller sequenzierten Vollgenome aus dem sequenzierenden Labor direkt an das RKI erfolgt (über DESH).

Vollgenomsequenziert werden nicht nur diese Proben, die eine Punktmutation (im Punktmutations-Assay mittesl pCR) haben, sondern auch die Proben die noch kein Auffälligkeiten in der PCR zeigen, also möglicherweise andere/neue Mutationen tragen.

Anpassungen an den Basisdaten

Wir übernehmen die Basisdaten in der Regel unverändert aus dem Lagebericht des Landesgesundheitsamts. Nur äußerst selten und in wichtigen Fällen nehmen wir Korrekturen vor. Die Korrekturen werden hier vollständig beschrieben.

  • Am 9.2.21 wurden 165 Varianten-Fälle gemeldet, am 10.2. wurden -14 Fälle gemeldet, also eine Korrektur nach unten vorgenommen. So etwas ist nicht unüblich, verändert aber gerade bei der noch kurzen Datenreihe den Gesamteindruck im Hinblick auf das Wachstum erheblich.
    Wir haben daher so korrigiert, dass wir dem 9. Februrar 75 und dem 10. Februar 76 der Fälle zugewiesen haben (Rechnung: (165-14)/2=75,5). Das ist sicherlich auch nicht ganz korrekt, dürfte aber dem realen Geschehen besser entsprechen.

Allgemeine Infos

Wir aktualisieren die Grafiken momentan noch manuell anhand des täglichen Lagebericht des Landesgesundheitsamtes. Normalerweise machen wir das am Abend gegen 19 Uhr.

Wissenschaftliche Informationen zu Corona-Mutationen findet man beispielsweise bei https://covariants.org/ und https://nextstrain.org/. Zu Linage-Abkürzungen wie „P.1“ siehe hier. Eine Übersicht über die Linages („B.1.1.7“) gibt es hier. Beim US CDC gibt es dazu eine leicht verständliche Beschreibung zu den aktuell wichtigsten Varianten.

Datenquelle: Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.