Ein bisschen wie bei einer Achterbahnfahrt bewegen sich die Corona-Fallzahlen im Moment. Nachdem es gestern wieder einmal sehr viele Fälle gab, meldet der Kreis am heutigen Freitag „nur“ zwei Neuinfektionen. Freitag vor einer Woche waren es noch derer 18. Und so geht die Inzidenz denn nun morgen auch wieder deutlich nach unten. Und wird erstmals seit langem die Schwelle von 35 unterschreiten, wenn auch nur hauchdünn. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute noch bei 46,8.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-19
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Es herrscht aktuell allerdings ein Abwärtstrend, der gelegentlich durch Ausbrüche kurz unterbrochen wird. Daher kann auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis derzeit keinen stabilen Trend ermitteln. Alle Indikatoren deuten aber momentan auf einen echten und recht stabilen übergeordneten Abwärts-Trend hin. Der Main-Tauber Kreis steht dennoch aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, zeigen jedoch einen Abwärtstrend. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind in zwei Kommunen des Kreises aufgetreten. Die Infektionsquellen scheinen bei beiden gemeldeten Fälle nicht bekannt zu sein. Momentan muss man alles in allem noch von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine deutlich sinkende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von knapp 35. Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 3, Grafik). Kein Patient muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 0). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Bitte beachten Sie: das Landratsamt wird am morgigen Samstag voraussichtlich keine Pressemeldung heraus geben. Daher werden wir vermutlich auch erst am Sonntag wieder berichten. Je nach Datenlage werden wir jedoch einen kürzeren Bericht erstellen.

Ein Ausblick zum Trend

Nach wie vor existiert ein übergeordneter Abwärtstrend. Ob der erhalten bleibt, ist aber nicht ganz klar. In den Fokus geraden dabei besonders die vielen Fälle von gestern. Deren Kontaktpersonen werden getestet. Diese Ergebnisse liegen frühestens am Wochenende, vermutlich aber erst Dienstag oder Mittwoch endgültig vor. Potentiell könnten dabei wieder viele neue Infektionen gefunden werden. Eine weiteres Risiko sind ansteckendere Corona-Varianten („Mutationen“). Wie berichtet, wurden diese auch im Kreis gefunden, auch in den letzten Tagen. Es verdichtet sich die Annahme, dass es hierdurch zu wieder zu vermehrten Infektionen kommen kann. Trotz aktuell sinkender Fallzahlen und Unterschreitung der Inzidenz von 35 heißt es also weiter sehr vorsichtig zu bleiben. Denn das Erreichte sollte man nicht aufs Spiel setzen.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land gehen aktuell zurück. Allerdings sieht man beim Bund seit einigen Tagen eine Phase ohne echten Rückgang („Seitwärts“), ebenso seit heute beim Land.Die Entwicklung könnte mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung stehen, die der Politik seit einiger Zeit Sorge bereiten. Bei bei deren Ausbreitung erwarten Experten wieder einen starken Anstieg der Fälle. Das RKI hat in diesem Zusammenhang heute vor einem „Wendepunkt“ bei der Entwicklung der Pandemie gewarnt. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- und ungefähr auf Landesschnitt.

Infektionsgeschehen im Landkreis weiterhin dynamisch

Die Sieben-Tage-Inzidenz unterliegt wie in vielen Landkreisen auch im Main-Tauber-Kreis immer wieder Schwankungen. So steht der Wert am heutigen Freitag wieder bei 46,8, während er gestern 36,3 betrug. Weil die Wocheninzidenz den aktuellen Tag nicht einbezieht, kann es auch dazu kommen, dass der Inzidenzwert steigt, obwohl keine aktiven Infektionen gemeldet werden. Dies war im Main-Tauber-Kreis beispielsweise am vergangenen Montag der Fall.

Die Schwankungen bei den Inzidenzzahlen zeigen deutlich, dass das Infektionsgeschehen im Main-Tauber-Kreis weiterhin dynamisch und die Gefahr real ist. Von einer Entwarnung kann daher noch keine Rede sein“, betont Erster Landesbeamter Christoph Schauder, der den Corona-Arbeitsstab im Landratsamt leitet. Er weist deshalb erneut darauf hin, dass die strengen Regelungen zur Kontaktbeschränkung und alle Maßnahmen des landesweiten Lockdowns nach wie vor voll umfänglich Gültigkeit haben.

Im öffentlichen und im privaten Raum dürfen sich seit dem 11. Januar 2021 nur noch die Angehörigen des eigenen Haushalts treffen. Es darf nur noch eine nicht zum Haushalt gehörende Person hinzukommen. Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit, um besondere Härten etwa für Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Patchwork-Familien oder bei der Betreuung von Kindern zu vermeiden. Die zuvor bestehenden Ausnahmen für geradlinige Verwandte wurden jedoch aus der Corona-Verordnung des Landes gestrichen. Bei wem ein privates Treffen stattfindet ist dabei egal: Es kann also eine Person eine andere Familie zu Hause besuchen. Das Land Baden-Württemberg empfiehlt dringendst, für private Treffen feste „Haushaltspartnerschaften“ zu bilden und sich möglichst nur mit diesem einen weiteren Haushalt zu treffen und nicht heute mit Haushalt A, dann mit Haushalt B und am nächsten Tag mit Haushalt C.

Infektionsschutz vor Corona
So schützt man sich und andere vor Corona-Infektionen. (Grafik: Land Baden-Württemberg)

Konsequent und verantwortungsvoll bleiben

Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: „Jeder Einzelne hat es in der Hand, durch konsequentes und verantwortungsvolles Handeln dazu beizutragen, dass das Infektionsgeschehen nicht aus dem Ruder läuft“. Deshalb gelte weiterhin: Abstand halten, Hygiene beachten, Maske tragen, Räume regelmäßig lüften und die Corona-Warn-App nutzen.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Freitag Abend sind 2.692 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg bekannt. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-19
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder kurz davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch besorgniserregenden, nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Freitag, 19. Februar, zwei Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte Tauberbischofsheim und Grünsfeld. Die neu Infizierten befinden sich in häuslicher Isolation. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3132.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-19
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 19.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 22 weitere und damit insgesamt 2947 Personen wieder genesen. Derzeit sind 122 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 4, Bad Mergentheim: 7, Boxberg: 7, Creglingen: 0, Freudenberg: 14, Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1 (+1), Igersheim: 48, Königheim: 2, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 6, Niederstetten: 5, Tauberbischofsheim: 4 (+1), Weikersheim: 3, Werbach: 1, Wertheim: 18 und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 35.231,
Zweitimpfung 22.301, mit Johnson&Johnson: 843,
in Arztpraxen (Erst- und Zweit): 38.860
(Stand 5.7., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 28,7 (23.07., rki)
BaWü: 11,8 (23.07., rki)
Deutschland 13,6 (23.07., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 30,2
Neuinfektionen
Main Tauber: 6 / 5 [22.07.]
BaWü 232 / 283 [22.07.]
Deutschland 1919 / 2089 [22.07.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 9/29 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 42 (23.07., tbb)
BaWü 2.213 (23.07., rki)
Deutschland 18.861 (23.07., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 0/0 | 0/0 [23.07.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.