Die Achterbahnfahrt der Corona-Fallzahlen geht leider weiter. An diesem Wochenende steigen Sie wieder. Insgesamt 25 Neuinfektionen gibt es am Wochenende im Main-Tauber Kreis. Davon 13 am gestrigen Samstag und 12 am heutigen Sonntag. Letztes Wochenende waren es „nur“ 13 Fälle. Daher steigt die Inzidenz morgen wieder, bleibt aber vorerst noch unter 50. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute noch bei 39,9.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-21
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Es herrscht aktuell allerdings noch ein Abwärtstrend, der gelegentlich durch Ausbrüche kurz unterbrochen wird. Daher kann auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis derzeit keinen stabilen Trend ermitteln. Alle Viele Indikatoren deuten aber momentan auf einen echten und recht stabilen übergeordneten Abwärts-Trend hin. Es ist aber möglich, dass der Trend sich in eine Seitwärts- oder Aufwärtsbewegung verwandelt. Grund dafür könnte auch die zunehmenden Fälle mit mutierten Corona-Viren sein. Der Main-Tauber Kreis steht dennoch aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und bewegen sich eher nach oben., zeigen jedoch einen Abwärtstrend. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind in neun Kommunen des Kreises aufgetreten. In fast allen (24) der gemeldeten 25 Fälle sind die Infektionsquellen bekannt. Momentan muss man alles in allem noch von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine steigende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 43. Im Laufe der Woche wird sich vermutlich entscheiden, in welche Richtung es weiter geht. Die weitere Entwicklung ist aus unserer Sicht aktuell komplett offen. Seitwärts, Abwärts und (stark) Aufwärts erscheinen alle möglich. Entscheidend dürfte dabei sein, wie sich die Fälle durch Mutationen weiter entwickeln. Die Kernfrage ist ob es dem Gesundheitsamt gelingt, die „freie Verbreitung“ dieser Mutationen zu verhindern. Daran bestehen aktuell zumindest berechtigte Zweifel. Drücken wir uns also alle die Daumen und hoffen, dass es die Woche ruhig bleibt und abwärts geht. Bitte werden Sie nicht unvorsichtig, weil „die Zahlen ja eigentlich gar nicht so schlecht aussehen“.

Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 9, Grafik). Ein Patient muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 1). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit einigen Tagen wieder. Die Entwicklung könnte mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung stehen, die der Politik seit einiger Zeit Sorge bereiten. Bei bei deren Ausbreitung erwarten Experten wieder einen starken Anstieg der Fälle. Das RKI hat in diesem Zusammenhang Freitag vor einem „Wendepunkt“ bei der Entwicklung der Pandemie gewarnt. Dieser scheint eingetreten zu sein. Auch hier wird die kommende Woche vermutlich mehr Klarheit bringen. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- und Landesschnitt.

Acht Virus-Mutationen nachgewiesen

Gemeldete Corona-Infektionen mit Mutationen im Main-Tauber Kreis. Sicher aufgetreten dort ist bisher nur die Variante B.1.1.7. Eine Variante ist allerdings aktuell noch unklar. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis, Stand: 2021-02-21)

Bei acht weiteren der in den vergangenen Tagen und am Wochenende gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurden Mutationen des Coronavirus durch eine Typisierung der Laborprobe festgestellt. Dabei handelt es sich in sieben Fällen um die britische Variante (B.1.1.7). Bei einer Probe steht der Nachweis, um welche Virusvariante es sich handelt, noch aus. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 22 Fällen im Landkreis eine Virusmutation nachgewiesen. Bei allen Fällen wurde durch das Gesundheitsamt die Quarantänezeit auf mindestens 14 Tage verlängert. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Sonntag Abend sind 2.975 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg bekannt. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-21
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder kurz davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch besorgniserregenden, nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Teilöffnung an Grundschulen – Teststrategie an Schulen und Kitas erweitert

Ab 22. Februar werden die Grundschulen und Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren wieder schrittweise für den Präsenzunterricht geöffnet. Auch Kitas und Einrichtungen der Kindertagespflege kehren zu einem Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurück.

Seit den Sommerferien hatte das gesamte Personal der Schulen, der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege Anspruch auf ein freiwilliges Testangebot mit bis zu sieben Testungen pro Person, ohne dass entsprechende Symptome vorliegen mussten. Die Landesregierung hat beschlossen, diese freiwillige Testmöglichkeit vom 22. Februar 2021 an auf zwei anlasslose Testoptionen pro Woche und pro Person bis einschließlich 31. März 2021 auszuweiten.

Die Testungen werden mittels Antigen-Schnelltest durchgeführt. Das Land übernimmt die anfallenden Kosten. Die Schulen, Kitas und Einrichtungen der Kindertagespflege wurden bereits über diese erweiterten Testmöglichkeiten auf direktem Wege informiert.

Laut Information des Sozialministeriums können die Testungen in Haus- oder Facharztpraxen, in Corona-Schwerpunktpraxen und in Apotheken, die dies anbieten, durchgeführt werden. Darüber hinaus planen einzelne Kommunen im Landkreis individuelle Lösungen vor Ort, etwa in der Form, dass die Testungen in den Einrichtungen durch geschultes Personal vorgenommen werden.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende 25 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 13 am Samstag, 20., und zwölf am Sonntag, 21. Februar. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von neun Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 23 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen sowie um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Die neu Infizierten befinden sich in häuslicher Isolation. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3157.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-21
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 21.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind sieben weitere und damit insgesamt 2954 Personen wieder genesen. Derzeit sind 140 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 4, Bad Mergentheim: 10 (+4), Boxberg: 12 (+6), Creglingen: 3 (+3), Freudenberg: 13 (+1), Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1, Igersheim: 48, Königheim: 2, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 6, Niederstetten: 6 (+1), Tauberbischofsheim: 6 (+2), Weikersheim: 3 (+1), Werbach: 1, Wertheim: 22 (+6) und Wittighausen: 1 (+1).

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 35.231,
Zweitimpfung 22.301, mit Johnson&Johnson: 843,
in Arztpraxen (Erst- und Zweit): 38.860
(Stand 5.7., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 28,7 (23.07., rki)
BaWü: 11,8 (23.07., rki)
Deutschland 13,6 (23.07., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 30,2
Neuinfektionen
Main Tauber: 6 / 5 [22.07.]
BaWü 232 / 283 [22.07.]
Deutschland 1919 / 2089 [22.07.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 9/29 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 42 (23.07., tbb)
BaWü 2.213 (23.07., rki)
Deutschland 18.861 (23.07., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 0/0 | 0/0 [23.07.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.