Schade – schön wäre es gewesen. Gestern sah es noch so aus, als könnte der Main-Tauber Kreis womöglich heute die 35er-Grenze unterschreiten. Nun meldet das Landratsamt aber 21 Neuinfektionen und damit nähern wir uns erst einmal wieder der 50 an. Überschritten wird sie morgen aber nicht. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 36,3. Leider ist auch ein neuer Todesfall zu vermelden. Und auch ein neuer Fall der zuerst in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 wurde bestätigt. Wichtig ist jetzt erst recht, die Corona-Schutzmaßnahmen weiterhin konsequent einzuhalten.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-18
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Es herrscht aktuell allerdings ein Abwärtstrend, der gelegentlich durch Ausbrüche kurz unterbrochen wird. Daher kann auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis derzeit keinen stabilen Trend ermitteln. Alle Indikatoren deuten aber momentan auf einen echten und recht stabilen übergeordneten Abwärts-Trend hin. Der Main-Tauber Kreis steht dennoch aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, zeigen jedoch einen Abwärtstrend. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind in neun Kommunen des Kreises aufgetreten. Bei 14 der 21 Fälle ist die Herkunft der Infektion bekannt. Momentan muss man alles in allem noch von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine deutlich steigende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis auf gut 46. Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 5, Grafik). Kein Patient muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 2). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land gehen aktuell zurück. Allerdings sieht man beim Bund seit einigen Tagen eine Phase ohne echten Rückgang („Seitwärts“). Das ist zumindest ein Warnsignal. Die Entwicklung könnte mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung stehen, die der Politik seit einiger Zeit Sorge bereiten. Bei bei deren Ausbreitung erwarten Experten wieder einen starken Anstieg der Fälle. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- und Landesschnitt.

Landrat spricht Angehörigen sein Mitgefühl aus

Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag, 18. Februar, einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von unter 90 Jahren, die in einem Pflegeheim lebte. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 63 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 43 im Jahr 2021. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Ein weiterer Fall einer Infektion mit mutierter Virusvariante bestätigt

Gemeldete Corona-Infektionen mit Mutationen im Main-Tauber Kreis. Aufgetreten dort ist bisher nur die Variante B.1.1.7. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Bei einem weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde die britische Variante des Coronavirus (B.1.1.7) durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe festgestellt. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 14 Fällen im Landkreis, eine Virusmutation nachgewiesen. Bei allen Fällen wurde durch das Gesundheitsamt die Quarantänezeit auf mindestens 14 Tage verlängert. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Mittwoch Abend sind 2.485 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg bekannt. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-18
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder kurz davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch besorgniserregenden, nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Arbeitsschutzbehörden gehen auf Unternehmen wegen Homeoffice zu

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau hat eine Schwerpunktaktion der Gewerbeaufsicht zum Arbeiten im Homeoffice veranlasst, die am 15. Februar gestartet wurde. Anlass dafür sind die Vorgaben der Corona-Arbeitsschutzverordnung des Bundes, die seit dem 27. Januar gelten. Der Fokus der Schwerpunktaktion ist auf Beratung und Information gerichtet.

In den kommenden Wochen gehen die Arbeitsschutzbehörden – so auch die Gewerbeaufsicht im Landratsamt Main-Tauber-Kreis ­– auf Unternehmen zu, um gezielt bei der Umsetzung der Verordnung zu helfen und zu informieren. Es soll insbesondere aufgezeigt werden, welche Chancen und Möglichkeiten sich bieten, um dem Gesundheitsschutz durch Homeoffice noch besser Rechnung zu tragen. Dabei wird keine Brancheneinteilung vorgenommen und die Behörden entscheiden, welche Unternehmen kontaktiert werden. Sofern Zweifel an der Einhaltung der Corona-Arbeitsschutzverordnung bestehen, erfolgen in einem weiteren Schritt Besichtigungen in den Betrieben.

Seit dem 27. Januar gilt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, wonach Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice-Angebote machen müssen, wenn dem keine zwingenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Die Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales enthält auf Grundlage des Arbeitsschutzgesetzes konkrete Pflichten für die Arbeitgeber, um Homeoffice zu ermöglichen und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu gewähren. Die Verordnung ist bis zum 15. März 2021 befristet.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 18. Februar, 21 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von neun Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 14 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. 20 der neu Infizierten befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3130.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-18
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 18.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind neun weitere und damit insgesamt 2925 Personen wieder genesen. Derzeit sind 142 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 5, Bad Mergentheim: 9 (+1), Boxberg: 7 (+4), Creglingen: 0, Freudenberg: 16 (+2), Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 0, Igersheim: 56, Königheim: 2, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 6 (+2), Niederstetten: 6 (+4), Tauberbischofsheim: 3 (+1), Weikersheim: 3 (+1), Werbach: 1 (+1), Wertheim: 26 (+5) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 35.231,
Zweitimpfung 22.301, mit Johnson&Johnson: 843,
in Arztpraxen (Erst- und Zweit): 38.860
(Stand 5.7., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 28,7 (23.07., rki)
BaWü: 11,8 (23.07., rki)
Deutschland 13,6 (23.07., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 30,2
Neuinfektionen
Main Tauber: 6 / 5 [22.07.]
BaWü 232 / 283 [22.07.]
Deutschland 1919 / 2089 [22.07.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 9/29 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 42 (23.07., tbb)
BaWü 2.213 (23.07., rki)
Deutschland 18.861 (23.07., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 0/0 | 0/0 [23.07.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.