Am heutigen Donnerstag wurden sieben neue Corona-Infektionen im Main-Tauber Kreis gemeldet. Letzte Woche Donnerstag waren es noch 13. Damit wird die Inzidenz morgen voraussichtlich unter 60 fallen. Das war vor gut einer Woche schon einmal kurz der Fall – zum ersten mal seit dem 20. Oktober 2020. Hoffen wir, dass der Wert diesmal unterhalb von 60 bliebt. Leider ist ein weiterer Todesfall zu beklagen. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 63,4. Der Lockdown wurde bis zum 7. März verlängert. Grundschulen und Kitas werden voraussichtlich in Baden-Württemberg am 22. Februar teilweise geöffnet. Im Main-Tauber Kreis wird es vorerst keine Ausgangssperre mehr geben.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-11
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns aktuell immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit einigen Tagen befinden wir uns wieder in einer Seitwärts-Bewegung ohne echten Anstieg oder Abnahme der Fälle. Dies bestätigt auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis, die keinen stabilen Trend ermitteln kann. Der Main-Tauber Kreis steht aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, zeigen jedoch einen Abwärtstrend. Seit einigen Tagen fallen Sie allerdings nur noch schwach. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Heute sind fünf Kommunen im Kreis von Neuinfektionen betroffen. Die Fälle sind insgesamt nach wie vor relativ breit über das Kreisgebiet verteilt. In nur zwei der sieben Fälle sind die Infektionswege bekannt. Alles in allem ist aber weiterhin von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis auszugehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine leicht fallende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von knapp 59. Aufgrund der vielen COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 ist leider auch weiterhin mit Todesfällen zu rechnen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Stand heute Mittag befinden sich vier COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 4, Grafik). Drei Patienten werden dort auch künstlich beatmet (gestern: 3). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Auch in Großrinderfeld wurde heute wieder eine neue Corona-Infektion gemeldet. Dort gibt es momentan vier aktive Fälle.

Landrat versichert Angehörigen sein tiefes Mitgefühl

Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag, 11. Februar, einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von über 85 Jahren, der in einem Pflegeheim lebte. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 58 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 38 im Jahr 2021. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Vorerst keine Ausgangssperre mehr im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis besteht ab sofort keine nächtliche Ausgangssperre mehr. Das Kreis-Gesundheitsamt sieht aktuell noch davon ab, eine Allgemeinverfügung zu erlassen, die lokale Ausgangssperren im Main-Tauber-Kreis festlegen würde. „Diese Einschätzung kann sich bei einer erneuten Zunahme des Infektionsgeschehens aber jeden Tag ändern. Wir bereiten vorsorglich eine Allgemeinverfügung vor, die bei Bedarf jederzeit kurzfristig in Kraft gesetzt werden kann“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Hintergrund dieser Entwicklung ist eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) vom 5. Februar. Der VGH hat erklärt, dass aufgrund der positiven Entwicklung der Infektionszahlen in zahlreichen Stadt- und Landkreisen eine landesweite Ausgangsbeschränkung nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Vielmehr müsse das lokale Infektionsgeschehen vor Ort berücksichtigt werden. Die Landesregierung hat hierzu erklärt, dass eine solche Änderung der Regelungen bereits vor der Entscheidung des Gerichts ohnehin in Vorbereitung war. Somit hat das Land nun eine weitere Änderung der Corona-Verordnung notverkündet und die bislang landesweit gültigen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Damit wurde die Entscheidung des VGH umgesetzt.

Stattdessen hat das Sozialministerium die Gesundheitsämter gebeten, unter bestimmten Voraussetzungen per Allgemeinverfügung eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 21 bis 5 Uhr des Folgetages für den jeweiligen Stadt- oder Landkreis umzusetzen. Diese Regelung soll aber nur unter bestimmten Voraussetzungen getroffen werden. Diese sind erfüllt, wenn in dem Kreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner sieben Tage in Folge überschritten ist, wenn ein diffuses Infektionsgeschehen – ohne klar nachvollziehbare Infektionscluster – vorliegt und wenn auch trotz aller bisher getroffenen anderen Schutzmaßnahmen die wirksame Eindämmung der Verbreitung von Erkrankungen mit dem Coronavirus ansonsten gefährdet ist.

Für den Main-Tauber-Kreis hat das Gesundheitsamt nach intensiver Prüfung und Abstimmung mit dem Arbeitsstab Corona entschieden, derzeit noch keine solche Allgemeinverfügung zu erlassen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Er weist darauf hin, dass jedoch abgesehen von den Ausgangsbeschränkungen sämtliche Maßnahmen zur Einschränkung des Infektionsgeschehens bestehen bleiben, insbesondere die Kontaktbeschränkungen. Im öffentlichen und im privaten Raum darf zu den Mitgliedern des eigenen Haushaltes auch weiterhin maximal eine Person hinzukommen.

Zweitens sind die Fallzahlen zwar weiterhin dynamisch, aber insgesamt leicht rückläufig. Die Sieben-Tage-Inzidenz könnte den Wert von 50 bereits in Kürze unterschreiten“, erläutert der Landrat. Es sei angemerkt, dass unsere Redaktion diese Einschätzung nicht uneingeschränkt teilet, auch wir aber ein Unterschreiten der 50er-Marke für möglich halten. Drittens, so der Landrat, habe der VGH entschieden, dass Ausgangsbeschränkungen – auch auf lokaler Ebene – nur die Ultima Ratio sein dürfen, wenn alle anderen denkbaren Maßnahmen nicht geeignet sind, die Inzidenzwerte weiter zu senken. Allerdings sind aus Sicht der Landkreisverwaltung die weiter bestehenden Regelungen zum jetzigen Zeitpunkt noch ausreichend. „Vor diesem Hintergrund ist unsere Entscheidung zu verstehen, dass eine Allgemeinverfügung zur Festlegung einer nächtlichen Ausgangssperre aktuell nicht verhältnismäßig wäre und deshalb darauf verzichtet werden muss.“

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land gehen aktuell zurück, seit einigen Tagen allerdings nur noch sehr gering. Dieser Trend der letzten Tage bereitet der Politik Sorge. Ebenso die neue Coronavirus-Mutationen, bei deren Ausbreitung Experten und Politik wieder einen starken Anstieg der Fälle erwarten. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- aber hauchdünn über dem Landesschnitt.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Donnerstag Abend sind 1.371 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen bekannt. Die Anzahl nimmt insgesamt zu, allerdings war die gestrige Meldung des Landesgesundheitsamts offensichtlich zu hoch. Es korrigierte heute die Gesamt-Fallzahl um 14 nach unten. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-12
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder kurz davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch „unangenehmen“ nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 11. Februar, sieben neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Bad Mergentheim, Boxberg, Freudenberg, Großrinderfeld und Niederstetten. Es handelt sich in mindestens zwei Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Alle neu Infizierten befinden sich in häuslicher Isolation. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3068.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-11
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 11.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 20 weitere und damit insgesamt 2849 Personen wieder genesen. Derzeit sind 161 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 8, Bad Mergentheim: 11 (+3), Boxberg: 7 (+1), Creglingen: 0, Freudenberg: 17 (+1), Großrinderfeld: 4 (+1), Grünsfeld: 2, Igersheim: 62, Königheim: 1, Külsheim: 2, Lauda-Königshofen: 8, Niederstetten: 2 (+1), Tauberbischofsheim: 7, Weikersheim: 7, Werbach: 0, Wertheim: 23 und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 2.241, Zweitimpfung 909.
(Stand 22.2., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 53,63 (24.02., rki)
BaWü: 47,94 (24.02., rki)
Deutschland 61,80 (24.02., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 54,38
Neuinfektionen
Main Tauber: 19 / 3 [23.02.]
BaWü 1119 / 874 [23.02.]
Deutschland 11869 / 8007 [23.02.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 32/39 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 98 (24.02., tbb)
BaWü 11.702 (24.02., rki)
Deutschland 119.026 (24.02., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/2 | 3/1 [23.02.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Am 14. März ist Landtagswahl! Sicher wählen trotz Corona? Briefwahl ist eine gute Alternative. Wie das funktioniert, finden Sie beim SWR.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich nur Personen aus dem eigenen Haushalt mit einer weiteren aus einem anderen Haushalt treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 25. Januar)
  • Kitas und Schulen sind geschlossen bis 21. Februar
  • Die Corona-Impfung ist gestartet. Hier gibt es Details zur Anmeldung und Ablauf. Geimpft werden vor allem Menschen ab 80 Lebensjahren.

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.