Am heutigen Freitag wurden 18 neue Corona-Infektionen im Main-Tauber Kreis gemeldet. Letzte Woche Freitag waren es noch 25. Damit nähern wir uns der Inzidenz von 50 weiter an. Leider sind zwei weitere Todesfälle zu beklagen. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 58,9. Erneut wurden drei Corona-Infektionen durch Mutationen bestätigt.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-12
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns aktuell immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit einigen Tagen befinden wir uns wieder in einer Seitwärts-Bewegung ohne echten Anstieg oder Abnahme der Fälle. Dies bestätigt auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis, die keinen stabilen Trend ermitteln kann. Bei kurzfristiger Betrachtung scheint sich aber wieder ein Abwärtstrend zu bilden. Der Main-Tauber Kreis steht aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, zeigen jedoch einen Abwärtstrend. Seit einigen Tagen fallen Sie allerdings nur noch schwach. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Heute sind acht Kommunen im Kreis von Neuinfektionen betroffen. Die Fälle sind insgesamt nach wie vor relativ breit über das Kreisgebiet verteilt. In immerhin 15 der 18 Fälle sind die Infektionswege bekannt. Alles in allem ist aber weiterhin von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis auszugehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine fallende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis auf gut 53. Aufgrund der vielen COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 ist leider auch weiterhin mit Todesfällen zu rechnen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 4, Grafik). Drei Patienten werden dort auch künstlich beatmet (gestern: 3). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Landrat versichert Angehörigen sein tiefes Mitgefühl

Das Gesundheitsamt hat am Freitag, 12. Februar, zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei den Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von über 90 Jahren sowie um einen Mann im Alter von über 95 Jahren, der in einem Pflegeheim lebte. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 60 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 40 im Jahr 2021. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land gehen aktuell zurück, seit einigen Tagen allerdings nur noch sehr gering. Dieser Trend der letzten Tage bereitet der Politik Sorge. Ebenso die neue Coronavirus-Mutationen, bei deren Ausbreitung Experten und Politik wieder einen starken Anstieg der Fälle erwarten. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- aber leicht über dem Landesschnitt.

Fehlverhalten Einzelner kann schnell zu Einschränkungen für alle führen

Auch nach der vorläufigen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen im Main-Tauber-Kreis gelten die strengen Regelungen zur Kontaktbeschränkung und alle Maßnahmen des landesweiten Lockdowns unverändert weiter. Darauf weist Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona ausdrücklich hin. „Auch wenn es zunehmend schwerfällt, müssen wir uns weiterhin alle gemeinsam am sprichwörtlichen Riemen reißen. Es ist leider weiterhin nicht die Zeit für gesellige Zusammenkünfte“, erklärt Schauder.

Entscheidend ist, dass auch ein Fehlverhalten Einzelner schnell zu einem Aufflammen größerer Infektionsherde und damit zu neuen Einschränkungen für alle führen kann. Wenn das Infektionsgeschehen im Main-Tauber-Kreis wieder ansteigt, kann es beispielsweise notwendig werden, wieder eine nächtliche Ausgangssperre anzuordnen“, macht Schauder deutlich. Auch die Fragen der Öffnung von Schulen und Kitas oder von Lockerungen für Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft seien ganz klar davon abhängig, dass jede und jeder einzelne den bestmöglichen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehen leistet.

Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug erklärt, dass das Coronavirus sich beängstigend flexibel zeigt und bereits zahlreiche neue Mutationen hervorgebracht hat, von denen die Variante B.1.1.7 zunehmend auch im Main-Tauber-Kreis auftritt. „Die Wahrscheinlichkeit einer Mutation ist umso höher, je mehr Menschen sich infizieren. Jede neue Ansteckung bietet dem Virus eine neue Chance, sich zu verändern, noch ansteckender zu werden und den Schutz durch die neuen Impfstoffe zu unterlaufen.

Infektionsschutz vor Corona
So schützt man sich und andere vor Corona-Infektionen. (Grafik: Land Baden-Württemberg)

Im öffentlichen und im privaten Raum dürfen sich seit dem 11. Januar 2021 nur noch die Angehörigen des eigenen Haushalts treffen. Es darf nur noch eine nicht zum Haushalt gehörende Person hinzukommen. Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit, um besondere Härten etwa für Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Patchwork-Familien oder bei der Betreuung von Kindern zu vermeiden. Die zuvor bestehenden Ausnahmen für geradlinige Verwandte wurden jedoch aus der Corona-Verordnung des Landes gestrichen. Bei wem ein privates Treffen stattfindet ist dabei egal: Es kann also eine Person eine andere Familie zu Hause besuchen. Das Land Baden-Württemberg empfiehlt dringendst, für private Treffen feste „Haushaltspartnerschaften“ zu bilden und sich möglichst nur mit diesem einen weiteren Haushalt zu treffen und nicht heute mit Haushalt A, dann mit Haushalt B und am nächsten Tag mit Haushalt C.

Bei der Kinderbetreuung dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahren aus maximal zwei Haushalten zusammen in einer festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaft betreut werden. Dabei dürfen Kinder bis einschließlich 14 Jahre zum Beispiel auch durch Verwandte betreut werden.

Bei den Regelungen geht es nicht darum, auszuloten, was maximal möglich ist. Statt möglichst viel aus den Regelungen herauszuholen, sollte man also verantwortungsvoll gegenüber seinen Angehörigen sein“, erklärt Dezernentin Elisabeth Krug.

Drei weitere Fälle einer Infektion mit mutierter Virusvariante bestätigt

Unter den in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfällen im Main-Tauber-Kreis sind drei weitere Personen, die sich mit der mutierten Variante des Coronavirus aus dem Vereinigten Königreich (B.1.1.7) angesteckt haben. Dies hat jeweils eine nachträgliche Typisierung der Laborproben gezeigt. Zwei der neuen Fälle stehen im Zusammenhang mit anderen bekannten Mutationsfällen. Damit wurde nunmehr bei insgesamt zehn Fällen im Landkreis, eine Virusmutation nachgewiesen.

Infektionen mit Corona-Mutationen im Main-Tauber Kreis im Zeitverlauf . Die Zahlen sind zum Glück noch recht niedrig. Sie sind daber aber auch mit großer Vorsicht zu genießen. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Freitag Abend sind 1.576 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen bekannt. Die Anzahl nimmt insgesamt zu, allerdings war die gestrige Meldung des Landesgesundheitsamts offensichtlich zu hoch. Es korrigierte heute die Gesamt-Fallzahl um 14 nach unten. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-12
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder kurz davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch „unangenehmen“ nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Freitag, 12. Februar, 18 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von acht Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 14 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen sowie um eine Person, die aus einem Risikogebiet im Ausland eingereist ist. 17 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3086.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-12
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 12.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 22 weitere und damit insgesamt 2871 Personen wieder genesen. Derzeit sind 155 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 6 (+1), Bad Mergentheim: 11 (+1), Boxberg: 4 (+1), Creglingen: 0, Freudenberg: 14, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 1, Igersheim: 62 (+1), Königheim: 2 (+1), Külsheim: 2, Lauda-Königshofen: 9 (+2), Niederstetten: 1, Tauberbischofsheim: 4 (+1), Weikersheim: 6, Werbach: 0, Wertheim: 30 (+10) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 2.241, Zweitimpfung 909.
(Stand 22.2., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 53,63 (24.02., rki)
BaWü: 47,94 (24.02., rki)
Deutschland 61,80 (24.02., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 54,38
Neuinfektionen
Main Tauber: 19 / 3 [23.02.]
BaWü 1119 / 874 [23.02.]
Deutschland 11869 / 8007 [23.02.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 32/39 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 98 (24.02., tbb)
BaWü 11.702 (24.02., rki)
Deutschland 119.026 (24.02., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/2 | 3/1 [23.02.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Am 14. März ist Landtagswahl! Sicher wählen trotz Corona? Briefwahl ist eine gute Alternative. Wie das funktioniert, finden Sie beim SWR.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich nur Personen aus dem eigenen Haushalt mit einer weiteren aus einem anderen Haushalt treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 25. Januar)
  • Kitas und Schulen sind geschlossen bis 21. Februar
  • Die Corona-Impfung ist gestartet. Hier gibt es Details zur Anmeldung und Ablauf. Geimpft werden vor allem Menschen ab 80 Lebensjahren.

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.