Am heutigen Dienstag meldet der Main Tauber Kreis elf Neuinfektionen. Das sind ähnlich viele wie am vergangenen Dienstag. Daher verändert sich die Inzidenz kaum und wird somit morgen mit größter Wahrscheinlichkeit zum fünften Werktag in Folge unter 100 liegen. Das macht den Weg zur Aufhebung der Bundes-Notbremse klar. Details wird das Landratsamt morgen verkünden. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt heute Abend liegt nach Meldung des LGA bei 80,8. Morgen früh wird sich dieser Wert voraussichtlich auch beim RKI finden.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-05-04
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem recht hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Nach der Unterschreitung der 100er-Marke am 28. April gehen wir nun von einem sinkenden Trend aus, der bereits am 16. April begann. Einzelne Tage mit steigenden Fallzahlen haben den Trend nicht dauerhaft brechen können. Aktuell erwarten wir in Summe eher weiter fallende Inzidenzen. Das ist allerdings noch recht unsicher und könnte sich jederzeit, auch rasch, ändern. Der R-Wert für den Kreis sinkt ebenfalls, insbesondere wenn man den langfristigen 28 Tage Schnitt betrachtet. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich besser da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, fallen aber seit seit 27. April. wachsen aber nicht mehr, bzw. nur noch gering. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis weiter zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Welche Tendenz nimmt der Kreis?

Aktuell hoffen wir weiter auf eine stabilen Abwärts-Trend. Einige Anhaltspunkte sprechen für diese Meinung. So wurden in der letzten Woche von Mittwoch bis Samstag relativ viele Fälle gemeldet. Da aktuell keine größeren Ausbrüche erwähnt wurden, könnte es also weiter „runter“ gehen. Die „Bundes-Notbremse“ wird voraussichtlich am Freitag gelockert werden. Damit das sinnvoll erfolgen kann, ist ein stabiler Abwärtstrend aber auch wichtig – sonst greift die Bremse relativ schnell wieder.

Unserer Meinung nach besteht aber die berechtigte, wenn auch wie immer sehr unsichere, Hoffnung auf weiter sinkende Zahlen. Bitte tragen Sie mit dazu bei!

Gruppe des Katholischen Kindergartens St. Josef Königshofen geschlossen

Aufgrund eines Infektionsfalls beim Personal wurde eine Krippengruppe des Katholischen Kindergartens St. Josef Königshofen vorübergehend geschlossen.

Quarantänen in Median-Klinik Hohenlohe und Gemeinschaftsunterkunft aufgehoben

Die Quarantäneanordnung für die Median-Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim konnte aufgehoben werden. Diese umfasste ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. Nach Grundreinigung und Desinfektion darf die Klinik nun wieder Patientinnen und Patienten aufnehmen.

Ebenso aufgehoben wurde die Quarantäneanordnung für die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Löffelstelzer Straße in Bad Mergentheim.

Zwölf weitere Fälle von Virus-Mutationen nachgewiesen

Bei zwölf weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in allen Fällen um die britische Variante (B.1.1.7). Nunmehr wurde bei insgesamt 847 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt.

Informationen des Landratsamts zur Sieben-Tage-Inzidenz

Wenn der RKI-Wert auch am Mittwoch, 5. Mai, und damit dann fünf Werktage in Folge unter 100 liegt, entfallen die schärferen Regelungen der Bundesnotbremse am übernächsten Tag, also am Freitag, 7. Mai. Zuvor muss das Landratsamt formell eine entsprechende Feststellung treffen.

Derzeit erreichen das Landratsamt viele Fragen, die den Weg zur Aufhebung der Bundesnotbremse betreffen. Insbesondere geht es dabei um den maßgeblichen Wert der Sieben-Tage-Inzidenz. Bis zum Inkrafttreten des bundesweiten Notbremse-Gesetzes waren bei der Feststellung der Sieben-Tage-Inzidenz die Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg rechtlich maßgeblich. Für die Bundesnotbremse sind nun jedoch ausschließlich die Angaben des bundesweit zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) relevant.

Das RKI veröffentlicht seinen Inzidenzwert jeweils am frühen Morgen des Folgetags und – das ist die entscheidende Änderung – ordnet ihn auch diesem Tag zu. Damit war nach der Methodik des Robert-Koch-Instituts am Donnerstag, 29. April, der erste Werktag, an dem der Main-Tauber-Kreis wieder einen Inzidenzwert unter 100 erreichte. Dies kann der rechtlich maßgeblichen Tabelle unter www.rki.de/inzidenzen klar und eindeutig entnommen werden.

Wie kommt es zu den Inzidenzwerten? Das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises übermittelt – wie alle anderen Kreisgesundheitsämter im Land – täglich bis etwa 15.30 Uhr seine aktuellen Fallzahlen dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Dieses prüft die Angaben und veröffentlicht dann etwa um 18 Uhr seinen Lagebericht. Darin ist für jeden der 44 Stadt- und Landkreise ein Inzidenzwert enthalten. Er bezieht sich auf die Werte des aktuellen Tags zuzüglich der sechs vorangegangen Tage. So wurde am Abend des 3. Mai der LGA-Inzidenzwert von 82,3 bekanntgegeben, der sich aus den Infektionszahlen vom 27. April bis 3. Mai berechnete.

Das Landesgesundheitsamt reicht seine Daten dann an das RKI weiter, das auf dieser Basis am frühen Morgen des folgenden Tages seinen RKI-Inzidenzwert veröffentlicht. Das bedeutet, dass sich der aktuelle RKI-Inzidenzwert von 82,3 ebenfalls auf den Zeitraum 27. April bis 3. Mai bezieht, aber vom RKI als Wert für Dienstag, 4. Mai, bezeichnet wird. Der RKI-Wert betrachtet also immer den Zeitraum der sieben vorangegangenen Tage, ohne den aktuellen Tag.

Durch diese zeitversetzte Zuordnung zu den Kalendertagen ergibt sich, dass der Main-Tauber-Kreis nach RKI-Methodik seit Donnerstag, 29. April, unter dem Inzidenzwert von 100 liegt. Laut LGA-Lagebericht wäre dies bereits am Mittwoch, 28. April, der Fall gewesen. Der LGA-Wert ist aber durch das Bundesgesetz nicht mehr maßgeblich.

Auch kann es sich beispielsweise durch Übermittlungsverzögerungen zwischen Land und Bund ergeben, dass der RKI-Wert anders ausfällt als anhand der zuvor veröffentlichten LGA-Zahl eigentlich zu erwarten wäre. Genau dies war am Donnerstag, 29. April, der Fall. An diesem Tag gab das RKI einen unerwartet niedrigen Inzidenzwert an, der vom zuvor veröffentlichten LGA-Wert deutlich nach unten abwich. Eine Gleichsetzung der beiden Werte ist also auch in der Höhe nicht möglich. Das RKI hat nunmehr klargestellt, dass seine einmal veröffentlichten Werte „eingefroren“ werden. Es wird also auch nach einer verzögerten Übermittlung wie in der Nacht zum 29. April ausdrücklich kein nachträglich korrigierter Wert für das In- oder Außerkrafttreten der Bundesnotbremse herangezogen. Somit sollen sich alle Betroffenen bestmöglich auf zu erwartende Lockerungen oder Verschärfungen einstellen können, ohne durch nachträgliche Korrekturen schwankende Werte beachten zu müssen.

Der Gesetzestext der Bundesnotbremse sieht auch vor, dass die Bundesnotbremse in einem Stadt- oder Landkreis erst dann gelockert werden kann, wenn der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz fünf Werktage in Folge unter 100 lag. Sonn- und Feiertage wie der Maifeiertag am vergangenen Samstag bleiben unbeachtet. Dagegen genügen drei Tage über 100 – auch Sonn- und Feiertage –, damit die Bundesnotbremse wieder in Kraft gesetzt werden muss.

Dies bedeutet letztendlich, dass der Gesetzgeber für den Wegfall von Maßstäben zum Infektionsschutz und zur Pandemiebekämpfung strengere Maßstäbe anlegt, bei einem Wiederanstieg der Infektionen jedoch schneller reagiert werden muss. Die Landkreisverwaltung hat Verständnis dafür, dass diese Entscheidungen für Irritationen in Teilen der Bevölkerung sorgen. Sie ist aber an Recht und Gesetz gebunden und muss die Vorgaben so vollziehen, wie Bundestag und Bundesrat diese im Gesetzgebungsverfahren gemeinsam demokratisch beschlossen haben. Ebenso hat die Kreisverwaltung keinen Einfluss auf die unterschiedliche Zuordnung der Inzidenzwerte zum aktuellen Tag oder zum Folgetag, die LGA bzw. RKI vornehmen.

Wie berichten wir den Inzidenz-Wert?

Wir geben jeweils genau an, welchen Wert wir verwenden. Üblicherweise gehen wir vom Wert das Landesgesundheitsamtes (LGA) aus. Denn fast immer ist der Wert des RKI entweder gleich (meist) oder niedriger (sehr selten). Durch die vom Kreis geschilderte Meldeverzögerung können wir die Entwicklung daher bereits am Abend des Vortags absehen (also heute schon für morgen). Unser Redaktionsschluss liegt üblicherweise gegen 19 Uhr, nachdem wir die Meldung des LGA abgerufen haben.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell deutlich unter dem Bundes- und Landesschnitt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Dienstag, 4. Mai, elf Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von sechs Städten und Gemeinden. Zehn neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Es handelt sich in mindestens sieben Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 4773.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-05-04
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 04.05., Quelle: Landratsamt in TBB)

Darüber hinaus sind 71 weitere und damit insgesamt 4443 Personen wieder genesen. Somit sind derzeit 245 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 5, Bad Mergentheim: 42 (+3), Boxberg: 16, Creglingen: 12 (+3), Freudenberg: 17, Großrinderfeld: 3 (+1), Grünsfeld: 5, Igersheim: 1, Königheim: 2, Külsheim: 26, Lauda-Königshofen: 21 (+1), Niederstetten: 10 (+1), Tauberbischofsheim: 22, Weikersheim: 3, Werbach: 0, Wertheim: 59 (+2) und Wittighausen: 1.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.