Am heutigen Dienstag meldet der Main-Tauber Kreis drei Neuinfektionen. Letzte Woche Dienstag waren es zwei, damit geht die Inzidenz morgen abermals leicht hoch, bleibt aber weiterhin unter 50. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 45,3. Leider könnte es auch wieder Fälle in einem Seniorenheim geben. Zumindest waren dort einige Schnelltests positiv. Das wird nun nachgeprüft.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-02-23
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns immer noch auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Es herrscht aktuell allerdings noch ein Abwärtstrend, der gelegentlich durch Ausbrüche kurz unterbrochen wird. Daher kann auch die Berechnung des R-Wert für den Kreis derzeit keinen stabilen Trend ermitteln. Viele Indikatoren deuten aber momentan auf einen echten und recht stabilen übergeordneten Abwärts-Trend hin. Es ist aber möglich, dass der Trend sich in eine Seitwärts- oder Aufwärtsbewegung verwandelt. Grund dafür könnte auch die zunehmenden Fälle mit mutierten Corona-Viren sein. Der Main-Tauber Kreis steht dennoch aktuell schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und bewegen sich eher nach oben. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Nach wie vor gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die bisher erfreuliche Entwicklung beizubehalten und zu stärken. Unachtsamkeit kann leider schnell wieder zum Ansteigen der Fallzahlen führen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind in zwei Kommunen des Kreises aufgetreten. Bei einem der drei Fälle sind die Infektionsquellen bekannt. Momentan muss man nach wie vor alles in allem noch von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine leicht steigende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 46. Morgen könnte eine erste Entscheidung im Hinblick auf den weiteren Trend erkennbar werden. Sind es dann wieder verhältnismässig wenige Fälle, würde sich ein Fortbestand des Abwärtstrends andeuten. Bedenklich ist hier aber auch der potentiell neue Ausbruch in einem Pflegeheim. Dazu wird man vermutlich erst am Wochenende mehr wissen.

Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Mittlerweile nehmen die Erkrankungen in dieser besonders kritischen Gruppe aber deutlich ab. Das ist vermutlich auch Erfolg der Impfkampagne, besonders in den Pfelgeheimen. Stand heute Mittag befinden sich drei COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 3, Grafik). Ein Patient muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 1). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit einigen Tagen wieder. Die Entwicklung könnte mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung stehen, die der Politik seit einiger Zeit Sorge bereiten. Bei bei deren Ausbreitung erwarten Experten wieder einen starken Anstieg der Fälle. Das RKI hat in diesem Zusammenhang Freitag vor einem „Wendepunkt“ bei der Entwicklung der Pandemie gewarnt. Dieser scheint eingetreten zu sein. Auch hier wird diese Woche vermutlich mehr Klarheit bringen. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter dem Bundes- und ungefähr gleich dem Landesschnitt.

Wertheimer Seniorenresidenz unter Quarantäne

Aufgrund mehrerer positiver Schnelltests im Bewohnerbereich musste die MCC Seniorenresidenz Wertheim vorsorglich und bis auf weiteres unter Quarantäne gestellt werden. Dies umfasst ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. Eine flächendeckende Testung in der Einrichtung ist in Vorbereitung.

Corona-Mutationen in Baden-Württemberg

Stand Montag Abend sind 3.067 Fälle aus 43 Kreisen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg bekannt. Wir werden im Laufe des Abends oder morgen früh den Wert anhand der Tagesmeldung des LGA aktualisieren. Um die Verbreitung dieser Varianten nachvollziehen zu können, untersucht Baden-Württemberg jede positive Probe auf Mutationen.

Corona Mutationen in Baden-Württemberg, Stand 2021-02-23
Die Entwicklung der Corona-Mutationen in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt)

Seit Anfang Februar handelt es sich bei den genannten Fallzahlen vermutlich um Fälle die am genannten Datum oder wenige Tage davor aufgetreten sind. Details dazu finden sie hier.

In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass das Auftreten von Mutationen, auch besorgniserregenden, nicht unerwartet ist. Die bekannten AHA+AL Regeln helfen auch gegen diese „Mutanten“. Wichtig ist aber, sie noch konsequenter einzuhalten. Das ist auch ganz unabhängig davon sinnvoll. Denn strikte Einhaltung der Regeln schützt natürlich auch vor der „normalen“ Corona-Variante, hilft die Inzidenz zu senken und bringt uns alle damit einem „Mehr an Normalität“ entgegen. Besonders wichtig ist es, unnötige Kontakte zu vermeiden. Treffen Sie sich nicht persönlich, wenn Sie die selbe Angelegenheit auch per Telefon oder Videokonferenz lösen können! Das ist nicht wirklich schön, schützt aber Sie persönlich und Ihre Mitmenschen.

Leichte Lockerungen in Baden-Württemberg in Sicht

Wie z.B. der SWR berichtet, plant Baden-Württemberg weitere kleine Lockerungsschritte am 1. März. Dem Bericht zufolge sollen auch Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden aufmachen dürfen. Dazu werde aktuell an Vorgaben für Hygienekonzepte gearbeitet. Möglich sei beispielsweise, dass der Verkauf auf Freiflächen aussen erfolgen muss.

Allgemeinverfügung zur Einreise aus Hochinzidenzgebieten

Mit der Coronavirus-Einreiseverordnung wurden bundesweite Regelungen unter anderem für die Test- und Nachweispflichten von Einreisenden aus Risikogebieten festgelegt.

Vor dem Hintergrund des gemeinsamen grenzüberschreitenden Lebensraumes und aus Gründen der Praktikabilität sollen in Baden-Württemberg für bestimmte Personengruppen – unter Beachtung der infektiologischen Erfordernisse – abweichende Regelungen getroffen werden. Diese gelten für Grenzpendler und Grenzgänger, für Personen, die nahe Angehörige besuchen sowie für Mitarbeitende von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im grenzüberschreitenden Einsatz.

Für Ausnahmen bei Einreisenden aus sogenannten Hochinzidenzgebieten steht in Paragraph 4 der Corona-Einreiseverordnung eine Öffnungsklausel für das Handeln der zuständigen Behörden zur Verfügung. Dies soll nach dem Willen des baden-württembergischen Sozialministeriums im Land auf Ebene der Stadt- und Landkreise mittels einer Musterallgemeinverfügung umgesetzt werden.

Für Einreisen zum beabsichtigten Aufenthalt auf dem Gebiet des Main-Tauber-Kreises ist demnach das Gesundheitsamt des Landratsamtes zuständig. Mit dieser Allgemeinverfügung schafft der Main-Tauber-Kreis deshalb für die Einreise der genannten Personengruppen Erleichterungen.

Aufgrund der aktuellen Infektionslage ist damit zu rechnen, dass Nachbarländer des Landes Baden-Württemberg zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden können. Die oben genannten Personengruppen müssten sich dann vor der Einreise regelmäßig testen lassen. Die Mobilität dieser Personen im Rahmen des erforderlichen Grenzübertritts soll jedoch nicht zulasten der Funktionsfähigkeit der Wirtschaft eingeschränkt werden. Aufgrund des Schutzes von Ehe und Familie sind auch beim Besuch naher Angehöriger Ausnahmen zuzulassen. Als Besucher von nahen Angehörigen gelten Personen, die aufgrund des Besuchs von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten, Lebenspartners oder Lebensgefährten oder aufgrund eines geteilten Sorgerechts oder eines Umgangsrechts einreisen.

Mit der Allgemeinverfügung des Main-Tauber-Kreises wird für Einreisende aus Hochinzidenzgebieten nach Paragraph 3 der Corona-Einreiseverordnung eine Ausnahme von der Test- und Nachweispflicht für Grenzgänger und Grenzpendler sowie für Besucher von nahen Angehörigen insoweit geschaffen, als in diesen Einzelfällen der Nachweis von zwei Negativtests pro Kalenderwoche ausreichend ist. Zudem kann der Test auch unverzüglich nach der Einreise durchgeführt werden.

Die genannten Ausnahmen stellen nicht nur ein praxisnahes, sondern auch infektiologisch vertretbares Vorgehen dar“, betont Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug und ergänzt: „Bei Einreisenden aus Hochinzidenzgebieten liegt ein abstraktes Infektionsrisiko vor, das unter Einhaltung von den am Arbeitsplatz vorliegenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen noch zusätzlich minimiert werden kann. Durch die verpflichtenden Testungen wird das Schutzniveau erhöht, da hierbei in der Regel auch asymptomatisch infizierte Personen identifiziert werden können. Die beschriebene Erleichterung ist unter diesen Voraussetzungen im Vergleich zu anderen Einreisenden aus Hochinzidenzgebieten aus infektionsschutzrechtlicher Sicht angemessen“.

Die Allgemeinverfügung tritt am 24. Februar in Kraft und ist befristet bis 30. April 2021.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Montag, 22. Februar, zwei neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Stadt Freudenberg und der Gemeinde Wittighausen. Es handelt sich in beiden Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Die Betroffenen befinden sich in häuslicher Isolation. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3159.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-02-22
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 22.02., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind zehn weitere und damit insgesamt 2964 Personen wieder genesen. Derzeit sind 132 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 9, Boxberg: 11, Creglingen: 3, Freudenberg: 14 (+1), Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 1, Igersheim: 47, Königheim: 1, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 3, Niederstetten: 6, Tauberbischofsheim: 5, Weikersheim: 3, Werbach: 1, Wertheim: 22 und Wittighausen: 2 (+1).

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 2.241, Zweitimpfung 909.
(Stand 22.2., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 53,63 (24.02., rki)
BaWü: 47,94 (24.02., rki)
Deutschland 61,80 (24.02., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 54,38
Neuinfektionen
Main Tauber: 19 / 3 [23.02.]
BaWü 1119 / 874 [23.02.]
Deutschland 11869 / 8007 [23.02.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 32/39 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 98 (24.02., tbb)
BaWü 11.702 (24.02., rki)
Deutschland 119.026 (24.02., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/2 | 3/1 [23.02.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Am 14. März ist Landtagswahl! Sicher wählen trotz Corona? Briefwahl ist eine gute Alternative. Wie das funktioniert, finden Sie beim SWR.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich nur Personen aus dem eigenen Haushalt mit einer weiteren aus einem anderen Haushalt treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 25. Januar)
  • Kitas und Schulen sind geschlossen bis 21. Februar
  • Die Corona-Impfung ist gestartet. Hier gibt es Details zur Anmeldung und Ablauf. Geimpft werden vor allem Menschen ab 80 Lebensjahren.

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.