Am Wochenende gab es 44 Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Davon 32 am Samstag und zwölf am heutigen Sonntag. Vor einer Woche gab es 34 Fälle, diese Wochenende also einige mehr. Daher wird die Sieben-Tage-Inzidenz auch morgen wieder steigen, ungefähr auf den Stand vom vergangenen Freitag. Heute liegt sie bei 129,9. Der Winter-Lockdown wird verlängert, ab morgen gelten gewisse Verschärfungen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist grafik_corona_neuinfektionen_main_tauber_kreis_7_tage_inzidenz_bis_2020-10-04.png
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist aktuell angespannt. Es besteht die Gefahr von weiterem Wachstum. Der Anstieg hält bereits seit dem 4. November an (Analyse dazu). Zur Zeit befinden wir uns jedoch in eine Phase ohne Anstieg, allerdings auf deutlich zu hohem Niveau und mit relativ großer Schwankungsbreite. Der Trend ist aufgrund der Datenlage noch etwas unsicherer als üblich. Der Main-Tauber Kreis steht allerdings aktuell immer noch besser da, als viele andere Kreise. Das Wachstum in Bund und Land ist aufgrund der Datenlage aktuell nicht zu beurteilen. Die Zahlen sind aber weiterhin sehr hoch. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Mehr denn je gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

In eigener Sache – Corona-Update bis Mitte Januar

Mit den Weihnachtstagen wurde die Corona-Datenlage schwieriger. Damit hatten wir gerechnet. Dann mussten wir allerdings erleben, dass statistisch „Unmögliches“ mit den Zahlen passiert. Weite Teile von Deutschland melden nicht oder nicht vollständig und außerdem waren auch die Testungen durch geschlossene Arztpraxen rückläufig. Auch die „Silvesterpause“ hatte ähnliche Konsequenzen auf die Meldungen. Kurz und knapp: Trends bei Bund und Land kann man unseres Erachtens bei der aktuellen Datenlage nicht erkennen, und das wird bis Mitte Januar so bleiben. Das sieht übrigens auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) so (zur Meldung).

In Anbetracht dieser Lage verzichten wir aktuell auf die Darstellung der Bundes- und Landeszahlen. Wir werden die erst wieder aufnehmen, wenn Anlass für einen stabilen Trend besteht. Alle Daten und auch unsere Bewertungen sind mit großer Vorsicht „zu genießen“.

Überblick über die Situation

Der Main-Tauber Kreis hat nun seit über eine Woche Werte gemeldet, die aus statistischer Sicht grob der Art und Weise der Meldungen vor den Weihnachstagen entsprechen. Wir sehen zwar noch einige „Aussreisser“ wie z.B. die relativ hohe Fallzahl heute. Das kann auf Nachmeldung aus der Weihnachstszeit hindeuten, es kann sich aber auch tatsächlich um Sonderfälle handeln, wie z.B. die Testungen in den Pflegeeinrichtungen. Kurz und knapp: wir vertrauen den Werten des Kreises bereits wieder und haben daher auch unsere Situationsbewertung (oben) deutlich angepasst.

Der Main-Tauber Kreis schneidet damit bundesweit aus unserer Sicht wiederum sehr gut ab, was sicherlich dem hohen Einsatz der Mitarbeiter des Landeratsamts zu verdanken ist. Es gibt sicher noch Unwägbarkeiten. Insbesondere ist unklar, wie sich die Weihnachts- und Jahreswechseltage auf die Ausbreitung des Virus ausgewirkt haben. Aufgrund der notwendigen Wartezeiten ist das aber erst in einigen Tagen abzuschätzen.

Das Landratsamt in Tauberbischofsheim schlägt sich nach wie vor ausgezeichnet in der Corona-Krise. Der Einsatz an den Feiertagen scheint Früchte zu tragen. (Foto: Rainer Gerhards)

Die Infektionen sind diesmal in zwölf Kommunen aufgetreten, also wieder breit über den Kreis verteilt. Immerhin sind aber bei fast alle Infektionen (38) die Infektionswege klar. Es ist weiterhin von diffusem Infektionsgeschehen im Kreis auszugehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 135. Aufgrund der vielen COVID19-Fälle in der Altersgruppe ab 80 ist leider auch weiterhin mit neuen Todesfällen zu rechnen. Stand heute Mittag befinden sich sieben COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 10, Grafik). Fünf Patienten werden dort auch künstlich beatmet (gestern: 7). Bitte beachten Sie, dass es sich keinesfalls um die gleichen Patienten handeln muss. Geheilte und auch Todesfälle „verlassen“ die Intensivstation, Neuaufnahmen kommen hinzu.

Auch in Großrinderfeld ist ein neuer Corona-Fall hinzu gekommen. Mehrere Tage gab es dort keine Fälle.

Verstärktes Ausbruchsgeschehen im Johann-Benedikt-Bembé-Stift

Unter den neu infizierten Personen sind weitere sechs Mitarbeitende und drei Bewohnerinnen und Bewohner des Johann-Benedikt-Bembé-Stiftes in Bad Mergentheim. Bei den flächendeckenden Testungen in dem unter Quarantäne gestellten Pflegeheim wurden im Rahmen des aktuellen Ausbruchsgeschehens bisher insgesamt 20 Infektionen beim Personal und 41 bei Bewohnerinnen und Bewohnern nachgewiesen.

Quarantäne für MCC Seniorenresidenz Wertheim aufgehoben

Die für einen Wohnbereich der MCC Seniorenresidenz Wertheim vorsorglich angeordnete Quarantäne konnte wieder aufgehoben werden. Das positive Ergebnis eines Schnelltests hatte sich im PCR-Test nicht bestätigt.

Geänderte Corona-Verordnung tritt in Kraft

Die Corona-Verordnung der Landesregierung wurde erneut geändert und tritt in der neuen Fassung am Montag, 11. Januar, in Kraft. Damit wird der gemeinsame Beschluss der Regierungschefinnen und -chefs der Länder mit der Bundeskanzlerin vom 5. Januar umgesetzt. Bund und Länder haben vereinbart, den aktuell geltenden Lockdown aufgrund der weiterhin sehr hohen Infektionszahlen zunächst bis Sonntag, 31. Januar, zu verlängern und in einigen wenigenTeilen nochmals nachzuschärfen.

Auch im Main-Tauber-Kreis ist das Infektionsgeschehen weiterhin sehr dynamisch, zumal wir aktuell die Wegmarke von 2500 bestätigten Infektionsfällen überschritten haben und im Januar bereits elf Todesfälle zu verzeichnen waren. Dies zeigt, dass die Maßnahmen weiterhin absolut notwendig sind und die allgemeinen Corona-Regeln gewissenhaft eingehalten werden müssen“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona.

Alle derzeit geschlossenen Geschäfte und Einrichtungen bleiben somit geschlossen. Allerdings dürfen der Einzelhandel sowie Bibliotheken und Archive wieder einen Abholservice („Click and Collect“) und nicht nur eine Lieferung anbieten. Dabei müssen feste Zeitfenster für die Abholung vereinbart werden. Die Hygienekonzepte vor Ort müssen eingehalten und Warteschlangen vermieden werden.

Grafik mit Corona-Lockdown-Maßnahmen ab 11. Januar
Die Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg ab 11. Januar. (Grafik: Land Baden-Württemberg)

Die Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg bleiben bestehen. Private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum sind jedoch nur noch im Kreis des eigenen Haushalts und höchstens einer weiteren Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, erlaubt. Um familiäre Härten abzumildern und den Bedürfnissen von Kindern und Alleinerziehenden gerecht zu werden, werden die Kinder der beiden Haushalte bis 14 Jahre nicht mitgezählt. Familien können sich zudem mit einem weiteren Haushalt zu einer festen Betreuungsgemeinschaft zusammentun, in der die Kinder wechselseitig betreut werden.

Der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist weiterhin nur aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen beispielsweise die Ausübung beruflicher Tätigkeiten, die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen oder Handlungen zur Versorgung von Tieren wie zum Beispiel Füttern oder Gassi gehen. Wahlkampfaktivitäten wie die Verteilung von Flyern, das Anbringen von Plakaten und der Betrieb von Informationsständen sind nach behördlicher Genehmigung möglich. Tagsüber, in der Zeit zwischen 5 und 20 Uhr, sind darüber hinaus auch der Besuch der Notbetreuung in Schulen und Kitas, die Erledigung von Einkäufen, die Wahrnehmung von Dienstleistungen, Behördengänge und Blutspenden zulässig. Ebenso erlaubt sind tagsüber Sport und Bewegung an der frischen Luft, aber nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer zweiten, nicht im Haushalt lebenden Person.

Entgegen dem Bund-Länder-Beschluss wird es in Baden-Württemberg zunächst keine Regelung geben, dass in Stadt- und Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den eigenen Wohnort eingeschränkt wird. Stattdessen sind die lokalen Behörden ab sofort dazu angehalten, Menschenansammlungen in tagestouristischen Hotspots im Freien einzudämmen, beispielsweise in Skigebieten. Ebenso wird an die gesamte Bevölkerung appelliert, auf private Reisen sowie auf Ausflüge zu touristischen Zielen zu verzichten.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden deutlich dazu aufgefordert, großzügige Home-Office-Möglichkeiten zu schaffen. Kantinen werden überall dort geschlossen, wo es die Arbeitsabläufe zulassen. Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Mitnehmen bleibt jedoch erlaubt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_rki_altersverlauf-8128-45_tage_von__bis_2020-12-21_1200x628.png
Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_altersstruktur_main-tauber-kreis_14_tage_von__bis_2020-10-22_700x400.png
Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende insgesamt 44 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 32 am Samstag, 9. Januar, und zwölf am Sonntag, 10. Januar. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von zwölf der 18 Städte und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 37 Fällen um Kontaktpersonen zu bekannten Fällen sowie um eine Person, die aus einem Risikogebiet im Ausland zurückgekehrt ist. 43 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 2519.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 28.10.Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis
Kreiskarte: Aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 10. Januar, Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 42 weitere und damit insgesamt 2211 Personen wieder genesen. Derzeit sind 277 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 6 (+2), Bad Mergentheim: 79 (+14), Boxberg: 45 (+8), Creglingen: 3, Freudenberg: 30, Großrinderfeld: 1 (+1), Grünsfeld: 2, Igersheim: 7 (+2), Königheim: 4, Külsheim: 11 (+1), Lauda-Königshofen: 23 (+2), Niederstetten: 1 (+1), Tauberbischofsheim: 12 (+1), Weikersheim: 11 (+3), Werbach: 0, Wertheim: 40 (+8) und Wittighausen: 2 (+1).

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 128,40 (23.01., rki)
BaWü: 90,82 (23.01., rki)
Deutschland 111,52 (23.01., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 128,40
Neuinfektionen
Main Tauber: 20 / 23 [22.01.]
BaWü 1487 / 1527 [22.01.]
Deutschland 12257 / 16417 [22.01.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 97/73 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 509 (23.01., rki)
BaWü 30.024 (23.01., rki)
Deutschland 275.615 (23.01., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 7/5 | 7/6 [22.01.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

Eine leicht verständliche Übersicht über die Corona-Regeln im Winter-Lockdown in Baden-Württemberg finden Sie hier.

  • Es dürfen sich nur Personen aus dem eigenen Haushalt mit einer weiteren aus einem anderen Haushalt treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 25. Januar)
  • Kitas und Schulen sind geschlossen; Fernunterricht findet statt (Infos der jeweiligen Schule beachten, Änderung evtl. ab 1. Februar)
  • Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 5 Uhr
  • Die Corona-Impfung ist gestartet. Hier gibt es Details zur Anmeldung und Ablauf. Geimpft werden vor allem Menschen ab 80 Lebensjahren.

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Diese Information wird täglich automatisch aktualisiert und entsprechen immer dem Stand des aktuellen Tages. Newsletter via Messenger abonnieren.

Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
Bitte folgen Sie mir auf Facebook oder Twitter, um aktuelle Updates zu erhalten. Oder abonnieren Sie die Neuigkeiten mittels Telegram-Messenger.
Bitte nutzen Sie auch die Corona-Warn-App – hier steht, warum.