An diesem Wochenende meldet der Main Tauber Kreis zehn Neuinfektionen, davon neun am Samstag und eine am heutigen Sonntag. Das sind etwas weniger Fälle als am vergangenen Freitag. Daher sinkt die Inzidenz nochmals leicht. Und das reicht, um hauchdünn unter der 50er-Marke zu kommen. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt nach Meldung des LGA heute bei 49,8 und damit ist der Main-Tauber Kreis der einzige Kreis im „Ländle“ unter 50. Das bestätigt auch den fallenden Trend der Neuinfektionen im Kreis erneut. Der Main-Tauber Kreis hat aktuell die niedrigste Inzidenz in Baden-Württemberg und ist unter Deutschlands „TOP 25“ Kreisen mit niedriger Inzidenz. Auch morgen früh beim RKI wird er wieder der Kreis mit der niedrigsten Inzidenz in BaWü sein.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-05-09
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns auf einem recht hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Nach der Unterschreitung der 100er-Marke am 28. April gehen wir nun von einem sinkenden Trend aus, der bereits am 16. April begann. Einzelne Tage mit steigenden Fallzahlen haben den Trend nicht dauerhaft brechen können. Aktuell erwarten wir in Summe weiter fallende Inzidenzen. Das ist allerdings noch recht unsicher und könnte sich jederzeit, auch rasch, ändern. Der R-Wert für den Kreis sinkt ebenfalls, insbesondere wenn man den langfristigen 28 Tage Schnitt betrachtet. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich besser da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, fallen aber seit seit 27. April. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis weiter zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Welche Tendenz nimmt der Kreis?

Aktuell hoffen wir weiter auf eine stabilen Abwärts-Trend. Viele Anhaltspunkte sprechen für diese Meinung. Allerdings: in der letzten Woche wurden, natürlich, sehr viel weniger Fälle gemeldet als in den Vorwochen. Daher sehen die Zahlen ja auch so gut aus. Das bedeutet aber auch, dass nun auch wenige Fälle deutlich Auswirkungen haben können. Beispielswiese wurde vergangenen Montag gar kein Fall gemeldet. Würde als am morgigen Montag auch nur ein Fall gemeldet werden, so läge die Inzidenz wieder bei 50,5 und damit über 50. Es besteht eine gewisse Hoffnung, dass wir auch den morgigen Montag ohne Fälle erleben könnten. Daumen drücken und Maßnahmen einhalten, bitte!

Unserer Meinung nach besteht aber die berechtigte, wenn auch wie immer sehr unsichere, Hoffnung auf weiter sinkende Zahlen. Bitte tragen Sie mit dazu bei!

Main Tauber Kreis heute der Kreis in Baden-Württemberg mit niedrigster Inzidenz

Der Main-Tauber Kreis führte heute früh mit einer Inzidenz von 53,6 die „Corona-Bestenliste“ des Landes Baden-Württemberg an. Auf Platz 2 folgt Breisgau-Hochschwarzwald mit 56,6, „Bronze“ geht an den Stadtkreis Heidelberg mit 63,2. Bundesweit liegen wir auf Rang 25. Auch morgen wird der Kreis wieder der „Beste“ in BaWü sein. Ausruhen darf man sich auf diesen Werten sicher nicht. Es ist wichtig, die Schutzmassnahmen nun weiter konsequent umzusetzen und so die gute Position zu halten.

Corona-Virus in Baden-Württemberg. Einzig der Main-Tauber Kreis liegt aktuell unter einer Inzidenz von 50. (Stand: 09. Main, Quelle: Tagesbericht LGA BW)

Landratsamt weist wieder LGA Wert aus

Vor dem Hintergrund der deutlich gesunkenen Inzidenzen weist das Landratsamt Main-Tauber-Kreis in seinen täglichen Meldungen ab sofort nicht mehr auf den Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts (RKI) hin. Dieser ist nur für die im Rahmen des Gesetzes zur Bundesnotbremse vorgesehenen Regelungen bei Inzidenzen über dem Wert von 100 rechtlich maßgeblich.

Bei Inzidenzen von unter 100 gelten dagegen ausschließlich die Regelungen der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Darin ist festgelegt, dass es in einem Stadt- oder Landkreis zu weiteren Öffnungsschritten kommt, wenn der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz dort fünf Kalendertage in Folge unter dem Wert von 50 liegt. Hierfür wird jedoch wieder der Inzidenzwert herangezogen, den das Landesgesundheitsamt (LGA) veröffentlicht.

Der LGA-Wert wird jeweils am Abend des aktuellen Tages publiziert und schließt die Fallzahlen dieses Tages und der sechs Tage davor ein. Der entsprechende RKI-Wert steht jedoch erst am frühen Morgen des Folgetags zur Verfügung, so dass er sich dann auf die sieben vorangegangenen Tage bezieht, ohne die Fälle des aktuellen Tags. Der LGA-Wert und der entsprechende RKI-Wert des Folgetags stimmen insbesondere aufgrund möglicher Verzögerungen auf dem Meldeweg nicht immer überein. Auf die Tatsache, dass bei Inzidenzen über 100 der RKI-Wert, darunter jedoch der LGA-Wert maßgeblich ist, hat die Landkreisverwaltung keinen Einfluss. Sie bedauert aber, dass Bund und Länder hier keine einheitliche Regelung getroffen haben.

Falls der LGA-Inzidenzwert im Main-Tauber-Kreis an fünf aufeinander folgenden Tagen unter den Wert von 50 fallen würde, dürfte beispielsweise der Einzelhandel unter Hygieneauflagen wieder vollständig öffnen. Es wäre dann keine vorherige Terminvereinbarung („Click and Meet“) und keine Dokumentation der Kontaktdaten mehr notwendig. Ebenso wäre beispielsweise der Besuch von Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie zoologischen und botanischen Gärten ohne Voranmeldung und Dokumentation der Kontaktdaten erlaubt.

Tage vs. Werktage werden gezählt

Ein wichtiger Unterschied ist außerdem, dass nun nicht mehr „Werktage“ sondern „Tage“ gezählt werden. Das bedeutet, dass Sonn- und Feiertag wieder mitzählen. Nach dem Verständnis unserer Redaktion bedeutet dass auch, das heute, Sonntag, der erste Tag dieser Fünf-Tage Regel ist. Blieben also die Inzidenzen der nächsten vier Tage alle unter 50, so könnten weitere Lockerungen greifen. Sobald jedoch einmal ein Wert über 50 gemeldet wird, beginnt die Zählung von vorne.

Wichtig: rechtsverbindlich zum Vorgehen ist hier aber die Aussage des Kreises. Diese muss in Bezug auf den heutigen Sonntag noch konkretisiert werden.

Erster Zwischenerfolg – Lage aber weiterhin sehr fragil

Wir würden uns sehr freuen, wenn es im Main-Tauber-Kreis bald zu diesem nächsten Lockerungsschritt kommen könnte. Dies gilt umso mehr, als noch weniger Corona-Infektionen auch weniger Leid für die Betroffenen, bessere Perspektiven beispielsweise für den Einzelhandel und eine deutliche Entlastung für unser Gesundheitsamt bedeuten würden“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder. Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Tage scheine dieser Schritt zum einen in greifbarer Nähe, zum anderen sei die Lage jedoch weiterhin sehr fragil. Umso mehr gelte es, mit dem positiven Trend bei der Entwicklung der Infektionszahlen im Landkreis besonders achtsam umzugehen. Insbesondere bittet Schauder alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises, weiter auf Abstand, Hygiene und korrekt angelegte Masken im Alltag zu achten.

Insbesondere gilt weiterhin – auch bei Inzidenzen von unter 50 – die Beschränkung privater Treffen auf höchstens zwei Haushalte mit maximal fünf Personen, Kinder bis zum 14. Geburtstag nicht mitgezählt. Hier sieht das Land Baden-Württemberg erst bei Unterschreitung der Schwelle von 35 an fünf aufeinander folgenden Tagen eine weitere Lockerung vor.

Alle inzidenzbasierten Lockerungsschritte müssen rückgängig gemacht werden, wenn der jeweilige Schwellenwert an drei aufeinander folgenden Tagen überschritten ist. Deshalb weist Erster Landesbeamter Schauder erneut darauf hin, dass auch das Fehlverhalten Einzelner schnell zu neuen Einschränkungen für alle Menschen im Landkreis führen kann.

Perspektiven für Gastronomie und Hotellerie gefordert

Darüber hinaus beabsichtigt die Landesregierung in den nächsten Tagen, die Corona-Verordnung zu überarbeiten und darin ein dreistufiges Verfahren zu schrittweisen Öffnungen in verschiedenen Bereichen zu verankern. In der ersten Stufe sollen insbesondere die Außengastronomie und Hotels wieder geöffnet werden. „Wir begrüßen die Planungen der Landesregierung ausdrücklich. Die Gastronomie und die Hotellerie brauchen nach vielen Monaten des Lockdowns jetzt endlich eine konkrete Öffnungsperspektive“, betont Erster Landesbeamter Christoph Schauder. Gleichzeitig formuliert er die Erwartungshaltung an das Land, bei der Umsetzung nunmehr „Gas zu geben“ und die neue Corona-Verordnung rasch in Kraft zu setzen. Die Betroffenen bräuchten, nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Feiertage, konkrete Planungssicherheit.

Quarantäne für Gemeinschaftsunterkunft aufgehoben

Nachdem mittlerweile alle Infizierten aus der Gemeinschaftsunterkunft Külsheim genesen sind, konnte die Quarantäne für diese Einrichtung aufgehoben werden.

Elf weitere Fälle von Virus-Mutationen nachgewiesen

Bei elf weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in allen Fällen um die britische Variante (B.1.1.7). Nunmehr wurde bei insgesamt 892 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land sinken aktuell. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan deutlich unter dem Bundes- und Landesschnitt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_rki_altersverlauf-8128-45_tage_von__bis_2020-12-21_1200x628.png
Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende insgesamt zehn Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon neun am Samstag, 8. Mai, und einer am Sonntag, 9. Mai. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von acht Städten und Gemeinden und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens sieben Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 4828.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-05-09
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 09.05., Quelle: Landratsamt in TBB)

Darüber hinaus sind 32 weitere und damit insgesamt 4537 Personen wieder genesen. Somit sind derzeit 204 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 0, Assamstadt: 7, Bad Mergentheim: 43, Boxberg: 12 (+1), Creglingen: 13 (+1), Freudenberg: 13 (+1), Großrinderfeld: 5 (+1), Grünsfeld: 4, Igersheim: 0, Königheim: 1 (+1), Külsheim: 4  (+1), Lauda-Königshofen: 25 (+1), Niederstetten: 8, Tauberbischofsheim: 16, Weikersheim: 3, Werbach: 0, Wertheim: 50 (+3) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 31.539,
Zweitimpfung 14.663, mit Johnson&Johnson: 840,
in Arztpraxen (Erst- und Zweit): 21.935
(Stand 7.6., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 20,4 (13.06., rki)
BaWü: 23,9 (13.06., rki)
Deutschland 16,6 (13.06., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 18,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 0 / 1 [12.06.]
BaWü 108 / 329 [12.06.]
Deutschland 549 / 1489 [12.06.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 16/11 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 59 (13.06., rki)
BaWü 6.951 (13.06., rki)
Deutschland 45.052 (13.06., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 0/0 | 0/0 [12.06.]

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal zehn Personen aus drei Haushalten treffen (Kinder bis 13 und vollständig Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

Diese Information wird täglich automatisch aktualisiert und entsprechen immer dem Stand des aktuellen Tages. Newsletter via Messenger abonnieren.

Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
Bitte folgen Sie mir auf Facebook oder Twitter, um aktuelle Updates zu erhalten. Oder abonnieren Sie die Neuigkeiten mittels Telegram-Messenger.
Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.