Für das Wochenende meldet der Main-Tauber Kreis insgesamt 33 Neuinfektionen, davon wie berichtet 23 am Samstag und 10 am heutigen Sonntag. Am vergangenen Wochenende gab es deutlich mehr Fälle – 88 an der Zahl. Entsprechend stark sinkt zunächst einmal die Inzidenz. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt nach der Pressemitteilung des Kreises heute bei 163,1. Der Kreis weist allerdings direkt darauf hin, dass noch viele Testergebnisse ausstehen. Daher wird mit weiter steigenden Zahlen gerechnet. Das Landesgesundheitsamt (LGA) meldet heute eine Inzidenz von 166,2. In diese Situation herein wird leicht gelockert: ab Montag können sich wieder bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Die Inzidenz im Land selbst ist mit 127,4 gegenüber gestern (121,5) erneut sehr deutlich gestiegen.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-03-28
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit dem 19. Februar befindet sich der Kreis wieder in einem starken Aufwärtstrend. Am 19. März wurde die Inzidenz von 100 den dritten Tag in Folge überschritten und es gelten weitere Beschränkungen. Die Zahlen werden voraussichtlich auch weiter deutlich steigen. Damit sind, auch kurzfristig, auch Ausgangsbeschränkungen möglich. . Am 24. März wurde erstmals die Inzidenz von 200 überschritten. Aktuell scheint ein längeres Überschreiten der 200er Marke möglich. Damit könnten, in Verbindung mit den Ankündigen von Ministerpräsident Kretschmann vom Dienstag, auch wieder Ausgangssperren einher gehen. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile relativ vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis steigt ebenfalls. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und wachsen sehr stark (exponentiell). In Baden-Württemberg ist in der letzten Märzwoche mit zusätzlichen Beschränkungen durch das Land zu rechnen. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Die Lage im Kreis – ein kurzer Ausblick

Für die nächsten Tage hat das Gesundheitsamt umfangreiche PCR-Testungen angesetzt, so dass wieder mit steigenden Fallzahlen gerechnet werden muss. Des Weiteren stehen noch viele Abstrich-Ergebnisse der vergangenen Woche aus. Das Infektionsgeschehen im Kreis dürfte weiterhin diffus sein.

Auch aus Großrinderfeld ist wieder eine Neuinfektion zu vermelden. In der Gemeinde gibt es aktuell sechs aktive Infektionen.

Pflegeheim Emma-Weizsäcker-Haus in Creglingen in Quarantäne

Aufgrund eines Infektionsfalls musste das Pflegeheim Emma-Weizsäcker-Haus in Creglingen unter Quarantäne gestellt werden. Diese umfasst ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. Für Montag, 29. März, hat das Gesundheitsamt eine flächendeckende Testung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie des Personals angesetzt.

Quarantänen für Kita-Gruppen und Klasse einer beruflichen Schule

Ebenso aufgrund von Infektionsfällen in Quarantäne verfügt wurden die Kleinkindgruppe „Regenbogen“ in Buch am Ahorn, eine Gruppe der Kindertagesstätte „Schlawinertreff“ in Bad Mergentheim sowie eine Klasse der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung (EPE) in Bad Mergentheim.

24 weitere Fälle von Virus-Mutation nachgewiesen

Bei 24 weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in 22 Fällen um die britische Variante (B.1.1.7) und in zwei Fällen um eine noch unklare Variante. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 219 Fällen im Landkreis eine Virusmutation festgestellt.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell sehr deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Auch in Bund und Land gibt es sehr starkes Wachstum.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Land behält sich Anweisung von Ausgangssperren vor

Im Main-Tauber-Kreis dürfen sich ab Montag, 29. März, im öffentlichen und im privaten Raum wieder maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt. Dies ergibt sich aus der neuen Corona-Verordnung der Landesregierung, die am Montag in Kraft tritt.

Zu den wesentlichen Änderungen der neuen Verordnung gehört, dass ein Ziehen der „Notbremse“ in einem Stadt- oder Landkreis nicht mehr zu einer Verschärfung der Kontaktbeschränkungen führt. Bisher war es so, dass sich bei einer Notbremsung die Angehörigen eines Haushaltes nur mit einer weiteren Person treffen durften. Diese Regelung ist entfallen. Sie galt im Main-Tauber seit dem Inkrafttreten der Notbremse am Montag, 22. März. Die Notbremse musste gezogen werden, weil zuvor die Sieben-Tage-Inzidenz laut LGA an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 lag.

Bei Sieben-Tage-Inzidenzen von mehr als 100 behält sich die Landesregierung vor, die Behörden vor Ort anzuweisen, Ausgangssperren zu verhängen, wenn alle anderen Maßnahmen zur Verringerung des Infektionsgeschehens nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben. „Ein solcher Fall liegt im Main-Tauber-Kreis bisher nicht vor, so dass wir aktuell keine zusätzlichen Beschränkungen erlassen müssen. Wenn die Infektionszahlen weiter steigen, muss hiermit aber jederzeit und sehr kurzfristig gerechnet werden“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona. Darüber hinaus muss in den kommenden Tagen mit weiteren Änderungen an der Corona-Verordnung gerechnet werden.

Eine Verschärfung sieht die neue Corona-Verordnung bei Mitfahrten von haushaltsfremden Personen im Auto vor. In solchen Fällen gilt nun für alle Insassen eine Maskenpflicht. Erlaubt sind medizinische Masken (OP-Masken) oder Masken der Standards FFP2-, KN95- und N95-Maske. Paare, die nicht zusammenleben, gelten auch hier als ein Haushalt.

Buchhandlungen im Main-Tauber-Kreis dürfen ab Montag, 29. März, zunächst keine Kundinnen und Kunden mehr in ihren Ladengeschäften bedienen. Stattdessen sind auch für Buchhandlungen wieder nur noch Abhol- und Lieferdienste erlaubt („Click and Collect“). Sollte der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 100 sinken, dürfen wieder Beratungstermine im Geschäft („Click and Meet“) vereinbart werden. Dies ergibt sich ebenso aus der neuen Corona-Verordnung. Das Land setzt damit ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg um.

Darüber hinaus hat das Land in der Corona-Verordnung definiert, was genau unter Schnell- und Selbsttests zu verstehen ist. Diese sind erforderlich, um bestimmte Dienstleistungen und Angebote wahrnehmen zu können. Soweit ein negativer COVID-19-Schnelltest erforderlich ist, muss dieser durch geschulte Dritte oder zumindest unter Aufsicht eines geschulten Dritten durchgeführt und ausgewertet werden.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis


Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende insgesamt 33 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 23 am Samstag, 27. März, und zehn am Sonntag, 28. März. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von 15 der 18 Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises. Es handelt sich in mindestens 25 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen so-wie um eine Person, die aus einem Risikogebiet im Ausland zurückgekehrt ist. 32 Personen befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3886.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-03-28
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 28.03., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind 19 weitere und damit insgesamt 3416 Personen wieder genesen. Damit sind derzeit 392 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 6 (+2), Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 58 (+6), Boxberg: 36 (+6), Creglingen: 11, Freudenberg: 10 (+1), Großrinderfeld: 6 (+1), Grünsfeld: 50 (+2), Igersheim: 16 (+1), Königheim: 9 (+1), Külsheim: 9 (+1), Lauda-Königshofen: 59 (+2), Niederstetten: 14 (+1), Tauberbischofsheim: 42 (+4), Weikersheim: 23, Werbach: 3 (+1), Wertheim: 36 (+3) und Wittighausen: 1 (+1).

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 70. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 14.482, Zweitimpfung 3.536.
(Stand 12.4., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 144,3 (18.04., rki)
BaWü: 174,4 (18.04., rki)
Deutschland 165,9 (18.04., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 143,5
Neuinfektionen
Main Tauber: 8 / 7 [18.04.]
BaWü 1410 / 2686 [17.04.]
Deutschland 11437 / 19185 [17.04.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 105/86 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 409 (19.04., tbb)
BaWü 37.691 (18.04., rki)
Deutschland 286.512 (18.04., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/4 | 6/6 [18.04.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Bürger von Großrinderfeld, Königheim, Tauberbischofsheim und Werbach können sich hier für Testungen anmelden.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich Angehörige eines Haushalts und eine weitere Person treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Seit Montag, 22.03. gilt die „Notbremse“ mit weitergehenden Einschränkungen

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.