Das Landratsamt meldet heute 19 Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Vergangenen Donnerstag waren es 34. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis bleibt heute auf dem Höchststand von 151,8 und wird morgen fallen. Die Quarantäne an der Gemeinschaftsschule Wertheim wurde ausgeweitet. Erfreulich: Die Quarantäne im Seniorenzentrum St. Hannah in Distelhausen konnte aufgehoben werden.

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist aktuell angespannt. Es besteht die akute Gefahr von weiterem starkem Wachstum. Der Anstieg hält bereits seit dem 4. November an (Analyse dazu). Der Main-Tauber Kreis steht allerdings noch etwas besser da, als viele andere Kreise. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)
Betrachtet man die Grafik, scheinen die Neuinfektionen im Kreis aktuell nicht zu wachsen, sondern vielleicht sogar zu fallen. Es ist allerdings viel zu früh, hierin einen Trend zu sehen. Oft werden solche Effekte einfach durch Verzögerungen bei Testungen verursacht. Da das Wochenende naht, müssen wir wahrscheinlich noch einige Tage abwarten um zu sehen, wie es weiter geht.
Überblick über die Situation
Die Infektionen verteilen sich auf elf Kommunen und damit weiterhin auf fast das gesamte Kreisgebiet. Nur bei weniger als der Hälfte (8) der Neuinfizierten der Ursprung der Infektion klar. Für morgen errechnen wir eine deutlich fallende Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 140. Stand heute Mittag befinden sich sechs COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 3, Grafik). Zwei Patienten werden dort auch künstlich beatmet (gestern: 2). Die Inzidenz für Deutschland liegt bei 134 (gestern: 134), die für Baden-Württemberg bei 133,6 (gestern 133,9). Damit zeichnet sich weiter eine Situation mit leicht sinkenden Neuinfektionen ab. Das gilt auch in Baden-Württemberg, wo die Zahlen mehr als im Bund auf und ab schwanken, von der Tendenz aber dennoch leicht abwärts gehen. Das Wachstum im Main-Tauber Kreis steigt aktuell gegen diesen Trend.

Landrat erklärt Hinterbliebenen sein Mitgefühl
Vom Gesundheitsamt wurde am Donnerstag ein weiterer Todesfall bestätigt. Es handelt sich um einen unter 70-jährigen Mann, bei dem ein positiver Befund auf das Coronavirus vorlag. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 17 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, zuletzt am 30. November. „Unser Mitgefühl gilt den Verwandten, Bekannten und Freunden des Verstorbenen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.
Quarantäne für Seniorenzentrum St. Hannah Distelhausen aufgehoben
Die Quarantäne für das Seniorenzentrum St. Hannah Distelhausen konnte nach dem Abschluss der flächendeckenden Testung aufgehoben werden. Es wurden zwei Infektionsfälle im Bereich des Personals festgestellt. Beide betroffenen Mitarbeitenden befinden sich in häuslicher Isolation. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern des Heimes konnte keine Infektion nachgewiesen werden.
Quarantänen an Gemeinschaftsschule Wertheim ausgeweitet
Die Quarantäne, die kürzlich für Teile von zwei Klassen der Gemeinschaftsschule Wertheim angeordnet wurde, musste jeweils auf die gesamte Klasse ausgeweitet werden.

Obdachlose sollen sichere Rückzugs- und Schutzmöglichkeit erhalten
Das Sozialministerium Baden-Württemberg möchte mit dem jetzt zum zweiten Mal während der Pandemie aufgelegten Soforthilfeprogramm für Wohnungslose dazu beitragen, dass diese Menschen im Winter eine sichere Rückzugs- und Schutzmöglichkeit erhalten. Mit der „Soforthilfe für Obdachlose Winter“ unterstützt das Land Kommunen finanziell, zusätzlich geeignete Räumlichkeiten zu finden, die eine Notübernachtung sicherstellen und tagsüber zum Aufenthalt geöffnet sind. Kommunen können ab sofort Anträge zur finanziellen Unterstützung stellen. Insgesamt stehen hierfür 400.000 Euro zur Verfügung.
„Auch im Main-Tauber-Kreis sind Menschen von Obdachlosigkeit betroffen. Daher würde ich es sehr begrüßen, wenn die Städte und Gemeinden entsprechende Förderanträge stellen“, erklärt Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug. „Die Schaffung von weiteren Notübernachtungsplätzen und von mehr Raum zum Aufenthalt trägt direkt dazu bei, dass die Abstands- und Hygieneregeln rund um die Uhr eingehalten werden können.“
Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen treffen gerade auch Menschen ohne festen Wohnsitz insbesondere in der kalten Jahreszeit hart. Sie leben auf der Straße und haben keinen Rückzugsort. Sofern Notunterkünfte zur Verfügung stehen, teilen sich den Raum meist mehrere Menschen.
Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ist für Menschen, die auf der Straße leben, ganz besonders hoch. Viele Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, sind medizinisch unterversorgt oder haben Mehrfacherkrankungen. Sie gehören damit zum besonders vulnerablen Personenkreis und in Corona-Zeiten zur Risikogruppe. Die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erschweren das Leben auf der Straße weiter. „Daher ist es besonders wichtig, dass das Land hier seine Soforthilfe ein zweites Mal aufgelegt hat“, sagt Elisabeth Krug.
Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen
Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.
Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis
Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 3. Dezember, 19 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Ahorn, Bad Mergentheim, Boxberg, Creglingen, Freudenberg, Igersheim, Königheim, Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim, Weikersheim und Wertheim. Es handelt sich in mindestens acht Fällen um Kontaktpersonen zu bekannten Fällen. 18 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für ihre Kontaktpersonen wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 1508.

Mittlerweile sind 45 weitere und damit insgesamt 1290 Personen wieder genesen. Derzeit sind 201 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 9 (+3), Assamstadt: 2, Bad Mergentheim: 29 (+3), Boxberg: 27 (+2), Creglingen: 3 (+1), Freudenberg: 10 (+1), Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 1, Igersheim: 6 (+1), Königheim: 1 (+1), Külsheim: 8, Lauda-Königshofen: 21 (+2), Niederstetten: 10, Tauberbischofsheim: 28 (+1), Weikersheim: 8 (+1), Werbach: 3, Wertheim: 31 (+3) und Wittighausen: 2.
Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze
7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 3,8 (08.05., rki)
BaWü: 6,5 (08.05., rki)
Deutschland 10,1 (08.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 122,4
Neuinfektionen
Main Tauber: 29 / 31 [21.12.]
BaWü 166 / 0 [07.05.]
Deutschland 2016 / 0 [07.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 5/0 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 26 (08.05., rki)
BaWü 2.765 (08.05., rki)
Deutschland 28.712 (08.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 0/0 | 0/0 [11.07.]
Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.
Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.
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Einen genaueren Blick auf die Altersstruktur der Corona-Infizierten werfen wir in diesem Artikel.
Quellen:
Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Omikron in Deutschland finden Sie hier.
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