Am heutigen Montag meldet der Main-Tauber Kreis 32 Corona Neuinfektionen. Letzten Montag gab es laut Meldung des Kreises 19 neue Fälle. Die Inzidenz steigt damit auf ein neues Allzeit-Hoch und erstmal über die Schwelle von 400. Die Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg beträgt 5,80. Im Main-Tauber Kreis liegt die Sieben-Tage Inzidenz der Hospitalisierungen (geschätzt) bei 5,1 und die der Neuinfektionen bei 401,7 (Tagesmeldung LGA 22.11.). Die Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg ist heute wieder deutlich gestiegen auf nun 489. Sie liegt damit erstmals über der erwarteten Schwelle von 450 für die „Neue Alarmstufe“. Diese könnte morgen mit der neuen Corona-Verordnung kommen (siehe auch SWR-Bericht). Das Landratsamt hat heute eine Aufteilung der Corona-Neuinfektionen auf die einzelnen Kommunen mitgeteilt. Sie finden Sie weiter unten.

Corona Kenndaten Baden-Württemberg
Aktuelle Stufe: Alarmstufe (primär 2G)
Hospitalisierungs-Inzidenz: 5,80 [+0,10 7T:+0,70]
Intensivbetten m. Covid: 489 [+32]
7-Tage Inzidenz gesamt: 459,4 [+5,3 7T:+76,6]
7-Tage R-Wert: 1,09 [-0,01 7T:-0,02]
Impfquote (vollständig): 66,1% [+0,2 7T:+0,4]
Stand: 22.11.; 7T=Vergleichswert Vorwoche

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Unsere Lageeinschätzung

Die Situation im Main-Tauber Kreis kann eigentlich nur noch in Verbindung mit Baden-Württemberg und ganz Deutschland bewertet werden. Insgesamt ist die Lage sehr angespannt, das Gesundheitssystem zeigt bereits Zeichen von Überlastung und wird voraussichtlich sehr deutlich überlastet werden. Die Entwicklung des Kreises folgt seit dem sehr starken Anstieg Anfang November den übergeordneten Trends. Auch an der Tauber dürfte die Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Landesweit wurde sie am 5. November ausgesetzt. Die Datenlage ist entsprechend schlecht. In Folge kann das Land seit dem 12. November auch weitere wichtige Indikatoren (Fall-Aufteilungen nach Impfstatus) nicht mehr melden. Von Außen betrachtet schaut das nach Kontrollverlust auf Landesebene aus. Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist aktuell hoch, kann aber aufgrund der Ende September geschlossenen Impfzentren nur unzureichend befriedigt werden. Es wird von langen Wartezeiten auf Impftermine berichtet.

Es ist aktuell grob ein gutes Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft. Hierdurch sind erfreulicherweise die nun hohen Fallzahlen nicht mehr direkt mit denen vorheriger Wellen vergleichbar. Allerdings zeigt sich an der Entwicklung, dass diese Zahlen schon jetzt zu hoch sind, um Normalbetrieb im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Tendenz zu weiter stark steigenden Zahlen ist ungebrochen, trotz der sehr hohen Dunkelziffer durch die fehlende Kontaktnachverfolgung. Es besteht ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der Main-Tauber Kreis die Infektionen wieder etwas besser eindämmen könnte. Das ist aber wenig wahrscheinlich und würde die Situation nur gering verbessern.

Seit 17. November gilt die Alarmstufe und damit 2G für weite Bereiche in Baden-Württemberg. Bei der Pandemiebekämpfung kommt es nun aber bundesweit im Wesentlichen auf verantwortliches Handeln eines jeden Menschen an. Auch Geimpften muss klar sein, dass die Impfwirkung mit zunehmendem Abstand zur Impfung abnimmt. Bereits nach wenigen Monaten kann man sich wieder anstecken und Corona auch weitergeben. Ein Schutz gegen schwere Erkrankungen bleibt jedoch bestehen. Zum Eigen- und Fremdschutz sollte dennoch jeder nach sechs Monaten seine Impfung auffrischen lassen. Wichtig ist das ganz besonders für Menschen ab 70, die ein besonders hohes Risiko schwerster Erkrankungen haben.

Darüber hinaus ist es, auch für Geimpfte, weiterhin wichtig Maske zu tragen, in Innenräumen zu lüften und die sonstigen Hygieneregeln einzuhalten. Auch Geimpften sei empfohlen, sich vor größeren Treffen auf Corona zu testen. Die Entscheidung zur Teilnahme an Veranstaltungen mit vielen Menschen sollte bewusst getroffen werden. Das gilt ausdrücklich auch für Weihnachtsfeiern, Faschingsveranstaltungen wie auch den Besuch von anderen Innenräumen, z.B. in der Gastronomie. Ein Verzicht darauf kann eine nutzbringende Investition sein. Mehr denn je ist der Einsatz der Corona-Warn-App zu empfehlen. Denn diese ermöglicht trotz zusammengebrochener Kontaktnachverfolgung weiterhin zuverlässige Warnungen bei Risikokontakten. Zu guter Letzt sei besondere Umsicht auch in allen anderen Lebensbereichen empfohlen. Durch die starke Belastung des Gesundheitssystems wird die gewohnte Leistungsqualität vermutlich in den nächsten Monaten nicht gegeben sein. Auch beispielsweise ein Autounfall könnte dadurch weit schwere Folgen als normal nötig nach sich ziehen.

Hinweis: Diese Lageeinschätzung wurde am 13.11.2021 komplett überarbeitet.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Corona-Impfungen im Main-Tauber Kreis

30.11, 10-16 Uhr Tauber-Franken Halle Königshofen, Hauptstr. 1
01.12, 10-16 Uhr Tauber-Franken Halle Königshofen, Haupstr. 1

Außerdem in vielen Arztpraxen und bei weiteren Impfaktionen. Wo aktuell welche sind, findet man unter www.dranbleiben-bw.de sowie in Würzburg.

Mobile Impfteams am Wochenende in Wertheim und Creglingen

Mobile Impfteams sind am Samstag, 27. November, von 10 bis 15 Uhr in der Main-Tauber-Halle in Wertheim, Leberklinge 13, im Einsatz.

Des Weiteren werden mobile Impfteams am Sonntag, 28. November, von 12 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle im Schul- und Sportzentrum in Creglingen, Kieselallee 15, Impfungen vornehmen.

Bei allen Terminen werden die Impfstoffe von BioNtech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson angeboten. Ein anderes Präparat kann nicht gewählt werden.

Es können alle interessierten Menschen mit Wohnsitz in Deutschland eine Impfung (Erst-, Zweit- und Drittimpfung) erhalten. Das Angebot ist also ausdrücklich nicht auf Einwohnerinnen und Einwohner des Main-Tauber-Kreises oder des Landes Baden-Württemberg beschränkt. Eine Impfung ist für Personen ab zwölf Jahren möglich. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten erscheinen. Je nach Andrang können möglicherweise Wartezeiten entstehen. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Für die Impfung muss der Personalausweis und, falls vorhanden, das gelbe Impfbuch mitgebracht werden.

Unter dem Motto „Wir impfen für Ihr Leben gern“ findet am Samstag, 27. November, ein Impfaktionstag statt. Zahlreiche Arztpraxen im Main-Tauber-Kreis nehmen an dieser Aktion teil. Unter www.dranbleibenbw.de haben einige Praxen ihre Teilnahme angekündigt.

Impfschutz lässt mit der Zeit nach – Besonders bei der Delta-Variante

Angesichts steigender Infektionszahlen und der stark ausgelasteten Intensivstationen im Land appelliert das Sozialministerium an die Bevölkerung, das Angebot der Auffrischimpfung zu nutzen. Diese sei für alle Menschen wichtig, deren letzte Impfung länger als ein halbes Jahr zurückliegt. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson wird die Auffrischung schon nach vier Wochen empfohlen.

Das Sozialministerium teilte mit, dass der Erfolg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf keinen Fall gefährdet werden dürfe. Deshalb sei es wichtig, dass alle geschützt blieben, allen voran ältere Menschen und die Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Aber auch bei bestimmten Berufsgruppen wie Pflegerinnen und Pflegern, Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern oder Polizistinnen und Polizisten, die Kontakt zu vielen Menschen haben, rufe das Ministerium besonders zur Drittimpfung auf. Sie alle wurden schon sehr früh geimpft, entsprechend sei davon auszugehen, dass die Immunantwort langsam nachlasse.

Aktuelle Untersuchungen der Uniklinik Freiburg zeigen, dass der Impfschutz gerade bei der Delta-Variante mit der Zeit nachlässt. Die gute Nachricht sei aber, dass nach einer dritten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff die notwendig hohe Konzentration an Antikörpern wieder vorhanden ist. Durch Boostern kann demnach also die Wahrscheinlichkeit von Durchbruchinfektionen erheblich gesenkt werden. Dies hätten auch Erfahrungen anderer Länder wie zum Beispiel Israel gezeigt. Es müsse alles dafür getan werden, um die Krankenhäuser vor einer Überlastung zu schützen. Das Gesundheitsministerium habe kein Verständnis dafür, dass die Intensivstationen zum weitaus größten Teil von Nicht-Geimpften belegt sind. Eine Pandemie sei keine Privatsache. Daher appelliere das Ministerium an alle, die es noch nicht getan haben, sich impfen zu lassen. Das Coronavirus gehe alle an, weil die Auswirkungen der Pandemie die Bevölkerung im Gesamten und nicht nur den Einzelnen träfen, erläuterte das Ministerium.

Wichtig sei jetzt, dass die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte gezielt auf ihre Patientinnen und Patienten zugehen und diese entsprechend beraten. Sollten die Ärztinnen und Ärzte ihrem Versorgungsauftrag nicht gerecht werden können, werde man unterstützend eingreifen und kurzfristig weitere Mobile Impfteams aktivieren, um weitere niedrigschwellige Impfangebote zu ermöglichen, erklärte das Ministerium.

Weiterer Todesfall bestätigt

Das Gesundheitsamt hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Wir hatten von dem Todesfall bereits am Samstag nach der Meldung des Landesgesundheitsamt berichtet. Heute reichen wir nun die Details des Kreises nach. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von über 85 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 97 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 77 im Jahr 2021.

Die Zahlen in Bund und Land

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan im Bereich des Bundes- und Landesschnitt. Zu beachten ist allerdings, dass die Inzidenz der Neuinfektionen durch die Impfungen stark an Bedeutung eingebüßt hat und auch nicht mehr als Richtwert für Corona-Regeln genutzt wird.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Als zusätzlichen Service geben wir auch die Inzidenzen nach RKI-Altersgruppen an. Beachten Sie aber bitte, dass aufgrund der geringen Bevölkerungszahl im Kreis auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können.

Corona-Inzidenzen nach Altersgruppen im Main-Tauber Kreis. Beachten Sie bitte, dass auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können. Daher ist die Grafik mit Vorsicht zu interpretieren! (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Corona-Neuinfektonen vom 15. bis 22. November im Main-Tauber Kreis. Leider zeigt unser Grafik-Werkzeug nur die Postleitzahlen an. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Zahl der Genesenen steigt um 296 Personen auf 6811. Somit sind derzeit 799 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. In der vergangenen Woche vom Montag, 15. November, bis Sonntag 21. November, wurden insgesamt 530 neue Fälle im Main-Tauber-Kreis festgestellt. Diese verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 10, Assamstadt: 3, Bad Mergentheim: 127, Boxberg: 18, Creglingen: 17, Freudenberg: 8, Großrinderfeld: 15, Grünsfeld: 6, Igersheim: 14, Königheim: 24, Külsheim: 17, Lauda-Königshofen: 31, Niederstetten: 17, Tauberbischofsheim: 50, Weikersheim: 30, Werbach: 7, Wertheim: 133 und Wittighausen: 3.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 402,6 (28.11., rki)
BaWü: 523,2 (28.11., rki)
Deutschland 454,3 (28.11., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 391,2 (Prognose für morgen)
Neuinfektionen
Main Tauber: 18 / 40 [28.11.]
BaWü 3957 / 7812 [27.11.]
Deutschland 29364 / 44401 [27.11.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 445/88 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 873 (29.11., tbb)
BaWü 139.988 (28.11., rki)
Deutschland 837.317 (28.11., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 6/3 | 6/3 [28.11.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.