Am heutigen Donnerstag meldet der Main Tauber Kreis 25 Neuinfektionen. Das sind erneut einige weniger als am vergangenen Donnerstag. Daher fällt die Inzidenz heute abermals leicht und bleibt weiter unter 100. Der absteigende Trend bestätigt sich somit erneut. Durch eine Datenpanne wurde heute beim RKI eine zu niedrige Inzidenz angezeigt. Das hatte teilweise zu Irritationen geführt. Letztlich ist es für den Main-Tauber Kreis aber egal, da der Wert so oder so unter 100 lag. Der morgige Wert des RKI wird voraussichtlich wieder stimmen. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt nach Meldung des LGA heute bei 86,9. Auch in Baden-Württemberg ist die Inzidenz heute zum dritten Tag in Folge leicht gesunken – allerdings auf 186,3. Ein klarer Trend ist im Land aber noch keinesfalls erkennbar.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-04-29
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Nach der Unterschreitung der 100er-Marke am 28. April gehen wir nun von einem sinkenden Trend aus, der bereits am 16. April begann. Einzelne Tage mit steigenden Fallzahlen haben den Trend nicht dauerhaft brechen können. Aktuell erwarten wir in Summe eher weiter fallende Inzidenzen. Das ist allerdings noch recht unsicher und könnte sich jederzeit, auch rasch, ändern. Der R-Wert für den Kreis sinkt ebenfalls, insbesondere wenn man den langfristigen 28 Tage Schnitt betrachtet. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich besser da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch, wachsen aber nicht mehr, bzw. nur noch gering. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis weiter zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Inzidenz unter 100 – gibt es nun Lockerungen?

Klare Antwort: nein, denn Lockerungen gibt es nur, wenn der Kreis fünf Tage in Folge unter „der 100“ bleibt. Unmöglich ist das allerdings nicht. Jetzt kommt es vor allem auf den morgigen Freitag an. Da werden üblicherweise relativ viele Fälle gemeldet. Letzte Woche Freitag waren es aber nach Daten des LGA nur acht. Da der Kreis deutlich unter 100 ist, gibt es einen gewissen Puffer. Mehr als 20 Neuinfektionen sollten morgen aber nicht auftreten. Klappt das, ist wichtig, dass es am Wochenende – wie üblich – recht ruhig bleibt. Es gibt also noch viel „Wenn und Aber“, allerdings darf man ruhig ein bisschen optimistisch sein. Denn der langfristige 28-Tage R-Wert des Kreises sinkt, mit kurzen „Hüpfern“ nach oben, auch schon seit einiger Zeit. Außerdem meldet der Kreis schon seit einigen Tagen keine größeren Ausbrüche mehr.

Der 28-Tage „R-Wert“ des Main-Tauber Kreises im Vergleich der letzten 6 Monate. Dieser Wert ist sehr träge und eignet sich daher nur dazu, langfristige Tendenzen zu erfassen. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Werden Sie aber bitte nicht unvorsichtig – die Situation ist nach wie vor angespannt, und jeder Einzelne kann und muss dazu beitragen, dass die Infektionszahlen niedrige bleiben!

Nehmen wir mal an, es gelingt „unter 100“ zu bleiben, wie geht es dann weiter? Heute hat das RKI erstmal einen Wert unter 100 gemeldet. Damit „fängt die Uhr an zu ticken“. Morgen früh, das kann man voraussehen, wird er Wert ebenfalls unter 100 sein. Dann müssen am Samstag, Sonntag und Montag früh ebenfalls niedriger Werte genannt werden. Erst dann kann mit Lockerungsschritten begonnen werden. Allerdings: ist der Wert an einem Tag über 100, dann beginnen die fünf Tage erneut. Also: Daumen drücken und vorsichtig bleiben (man kann es nicht oft genug sagen…).

Die Werte der jeweils letzten fünf Tage finden Sie auch auf unserer Übersichtsseite.

Appell des Kreises, die Schutzmaßnahmen weiter einzuhalten

Jede und jeder einzelne kann einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass wir endlich dauerhaft auf einen Wert von unter 100 kommen und damit wieder mehr Freiheiten möglich sind. Und zwar dadurch, dass die Corona-Regeln jederzeit eingehalten werden, dass also auf Abstand, Hygiene und Maske im Alltag geachtet wird und soziale Kontakte weiter deutlich reduziert werden“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder. Dagegen leiste nicht regelkonformes Verhalten einen direkten Beitrag dazu, dass die Regelungen der Bundesnotbremse weiter gelten müssen. Aktuell erwäge die Landesregierung aufgrund steigender Zahlen in Baden-Württemberg sogar wieder schärfere Bestimmungen, die über die Bundesnotbremse hinausgehen könnten.

Nur für Impfung im Impfzentrum ist ein Attest erforderlich

Das Land öffnet ab Montag, 3. Mai, die Vergabe von Impfterminen für alle Menschen mit Vorerkrankungen aus der dritten Priorität nach §4 der Corona-Impfverordnung des Bundes. Dazu gehören zahlreiche Menschen mit Vorerkrankungen, darunter behandlungsfreie Krebserkrankungen, HIV, Rheuma-, Autoimmun- und Herzerkrankungen, Asthma oder Adipositas. Lediglich für die Impfung im Impfzentrum ist dabei ein ärztliches Attest als Impfbescheinigung erforderlich. In diesem Zusammenhang bitten das Sozialministerium und die Kassenärztliche Vereinigung darum, erst dann ein Attest in der Praxis des behandelnden Arztes oder der Ärztin anzufordern, wenn ein Impftermin im Impfzentrum vereinbart wurde, am besten erst wenige Tage vor dem vereinbarten Termin.

Die Hausarztpraxen haben derzeit aufgrund der Corona-Impfungen und wegen vermehrten Nachfragen in diesem Zusammenhang mit einem hohen Andrang zu tun. Das Attest erst nach der Terminbuchung anzufragen hilft, die anfallende Arbeit in den Praxen besser zu verteilen und die Erreichbarkeit der Praxen sicher zu stellen. Vorerkrankte Menschen, die sich ohnehin beim Haus- oder Facharzt impfen lassen möchten, brauchen kein Attest. Die Daten über ihre Erkrankung liegen in der Praxis vor, ein eigener Nachweis erübrigt sich damit. Die Praxen werden sich abhängig von ihren Kapazitäten selbst bei den infrage kommenden Patientinnen und Patienten melden. Sie kennen ihre Patientinnen und Patienten und wissen daher, wer eine Impfung am dringendsten braucht. Daher wird ebenso gebeten, von Anfragen nach Impfterminen bei den Praxen abzusehen.

27 weitere Fälle von Virus-Mutationen nachgewiesen

Bei 27 weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in allen Fällen um die britische Variante (B.1.1.7). Nunmehr wurde bei insgesamt 788 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell deutlich unter dem Bundes- und Landesschnitt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 29. April, insgesamt 25 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die von den neuen Infektionsfällen betroffenen Personen leben im Gebiet von neun Städten und Gemeinden und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens acht Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen, eine Person ist aus einem Hochinzidenzgebiet im Ausland zurückgekehrt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 4716.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-04-29
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 29.04., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind 31 weitere und damit insgesamt 4293 Personen wieder genesen. Somit sind derzeit 338 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 2, Assamstadt: 3 (+1), Bad Mergentheim: 79 (+4), Boxberg: 22 (+2), Creglingen: 8 (+4), Freudenberg: 15 (+1), Großrinderfeld: 5, Grünsfeld: 11, Igersheim: 7, Königheim: 3, Külsheim: 30, Lauda-Königshofen: 34 (+3), Niederstetten: 13 (+2), Tauberbischofsheim: 25 (+2), Weikersheim: 5, Werbach: 2, Wertheim: 72 (+6) und Wittighausen: 2.

Wie sieht es auf den deutschen Intensivstationen aus – der DIVI Tagesupdate

Das DIVI Intensivregister überwacht die Auslastung der Intensivstationen. Als neuen Service bietet DIVI nun einen „Tagesupdate“ an, in dem von verschiedenen Verantwortlichen über die aktuelle Situation informiert, aber auch Forderungen und Kommentare der DIVI genannt werden.

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Wir hoffen, dass der DIVI Tagesupdate für unsere Leser nützlich ist und werden uns bemühen, ihn täglich mit einzubinden. Auch wir müssen hier aber noch Erfahrungen sammeln.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.