Am heutigen Mittwoch wurden vom Kreis 25 Neuinfektionen gemeldet. Das sind deutlich weniger als vor einer Woche (61). Daher sinkt die Inzidenz wieder. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt nach der Pressemitteilung des Kreises heute bei 105,7. Allerdings ist nach wie vor noch zu befürchten, dass sie in den nächsten Tagen wieder steigt. Grund sind Verzögerungen durch die Ostertage. Nicht nur theoretisch ist es möglich, dass der Kreis morgen kurzzeitig die Inzidenz von 100 unterschreitet. Das Landesgesundheitsamt haben heute nicht alle Neuinfektionen „erreicht“. Daher ist dort die Inzidenz unter 100 und liegt bei 95,9. Das ist aber dann noch kein echter Trend – den sehen wir erst nächste Woche.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-04-07
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit dem 19. Februar befindet sich der Kreis wieder in einem starken Aufwärtstrend. Am 19. März wurde die Inzidenz von 100 den dritten Tag in Folge überschritten und es gelten weitere Beschränkungen. Die Zahlen bewegen sich im Moment auf sehr hohem Niveau seitwärts in einem Korridor zwischen 150 und gut 200. Weiteres, auch sehr starkes, Wachstum ist allerdings nicht ausgeschlossen. Daher gelten ab 1. April Ausgangsbeschränkungen. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis steigt ebenfalls. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und wachsen sehr stark (exponentiell). In Baden-Württemberg ist in der letzten Märzwoche mit zusätzlichen Beschränkungen durch das Land zu rechnen. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Hinweis: über die Osterfeiertage, und auch in der Woche danach, sind die Fallzahlen mit Vorsicht zu genießen und tendenziell eher etwas zu niedrig. Das liegt daran, dass zumeist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden (siehe hierzu RKI-Lagebericht). Wir rechnen erst ab 15. April wieder mit verlässlichen Daten.

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Zur Lage im Hinblick auf die Feiertage…

Aus dem RKI Corona-Lagebericht im Hinblick auf die Situation an den Osterfeiertagen (Quelle: RKI)

Wie auch das RKI in seinem Lagebericht (z.B. vom 5. April) angibt, ist die Datenlage durch die Osterfeiertage „sehr dünn“ (siehe Bild). Es ist unserer Meinung nach davon auszugehen, dass spätestens seit Karfreitag nur noch sehr wenige Testungen vorgenommen wurden und die aktuell in Bund, Land und Kreis fallenden Zahlen vor allem durch die Feiertage bedingt sind – und nicht das Infektionsgeschehen an sich. Vermutlich wird diese Lage auch noch einige Tage anhalten. Ohne Testergebnisse keine Kontaktnachverfolgung, keine Quarantänen – und auch keine neuen Tests. Das ganze Ausmaß wird sich somit nun erst mit Ende der arbeitsfreien Tage zeigen.

Wir rechneten auch für den heutigen Mittwoch noch mit sehr niedrigen Fallzahlen. Die heutige Meldung des Kreises ist also schon etwas unerwartet hoch. Das kann aber auch einfach an einer zügigen Bearbeitung im Gesundheitsamt liegen, was sehr erfreulich wäre. Bleibt die Frage: zeichnet sich nun ein echter Abwärtstrend ab? Um das sagen zu können, ist es leider noch etwas zu früh. Wir müssen nun Donnerstag und Freitag abwarten. Bleiben die Zahlen dann niedrig, dann wäre das ein ausgezeichnetes Zeichen. Wirklich verlässliche Werte erwarten wir allerdings erst ab dem 15. April. Bis dahin müssen wir uns also noch etwas gedulden – und Daumen drücken.

Werkstätten Alois Eckert wieder in Betrieb

Die Werkstätten Alois Eckert in Gerlachsheim konnten ihren Betrieb wieder aufnehmen. Es handelt sich um eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Sie war zuvor von Infektionsfällen betroffen.

Nach den Osterferien gilt zunächst regulärer Fahrplan für Schultage

Im Schülerverkehr im Main-Tauber-Kreis werden nach den Osterferien zunächst keine Verstärkerfahrten eingesetzt, weil der Präsenzunterricht nur sehr eingeschränkt stattfindet und somit nur wenige Schülerinnen und Schüler mit den Linienbussen zur Schule fahren werden. Es gilt dann der reguläre Fahrplan für Schultage, damit die Schüler und Schülerinnen zur Notbetreuung und zum Präsenzunterricht für Abschlussklassen fahren können. „Sobald der Schulbetrieb wieder mit umfassendem Präsenzunterricht stattfindet, werden auf den stark in Anspruch genommenen Linien erneut Verstärkerfahrten eingesetzt werden“, erklärt ÖPNV-Dezernentin Ursula Mühleck vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

In der Zeit vom 15. März bis zum Beginn der Osterferien hat ein umfassender Schulbetrieb mit Präsenzunterricht stattgefunden. Daher hatte der Main-Tauber-Kreis für die Linienbusse Verstärkerfahrten in Auftrag gegeben, um die Kapazitäten zu erweitern sowie das Schüleraufkommen zu entzerren. Diese Busse ergänzten den geltenden Regelfahrplan.

Wie das Kultusministerium inzwischen mitgeteilt hat, findet jedoch zunächst in der Woche von Montag, 12., bis Freitag, 16. April, kein Präsenz-, sondern nur Fernunterricht statt. Ab Montag, 19. April, sollen alle Klassenstufen in den Wechselbetrieb übergehensofern es das Infektionsgeschehen zulässt. Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7, deren Eltern zwingend auf eine Betreuung angewiesen sind, wird eine Notbetreuung eingerichtet. Weiterhin soll für alle Schularten gelten, dass es keine Verpflichtung zur Teilnahme am Präsenzunterricht gibt. Wenn die Schülerinnen und Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, müssen sie die Schulpflicht aber im Fernunterricht erfüllen.

Ausnahmen von der Regelung für den Fernunterricht gibt es in der Woche nach den Osterferien für die Prüfungsklassen sowie für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung. Für die Schülerinnen und Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen, gelten die bisherigen Vorgaben weiter. Die Abschlussklassen bleiben also in einem Wechselbetrieb aus Präsenz- und Fernunterricht, wobei die Schulen wie bisher über den Umfang des Präsenzunterrichts entscheiden können.

Aufgrund der besonderen Situation bleiben die SBBZ mit den Förderschwerpunkten geistige sowie körperliche und motorische Entwicklung, die Schulkindergärten mit den entsprechenden Förderschwerpunkten und andere SBBZ mit den genannten Bildungsgängen geöffnet. Sie können den Schulbetrieb unter Beachtung der Hygienevorgaben fortführen und Unterricht im Wechselbetrieb anbieten, wenn dies zur Wahrung des Mindestabstandes geboten ist.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell sehr deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Beachten Sie bitte, dass alle Zahlen durch die Osterfeiertage aktuell eher zu niedrig sind. Mit Anpassungen ist zu rechnen. Daher betrachten wir den Trend auch aktuell nicht als „fallend“.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Mittwoch, 7. April, 25 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von neun Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 15 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. 23 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, zwei Personen werden stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 4137.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-04-07
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 07.04., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind neun weitere und damit insgesamt 3672 Personen wieder genesen. Damit sind derzeit 385 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 18 (+2), Assamstadt: 5, Bad Mergentheim: 65 (+3), Boxberg: 31 (+2), Creglingen: 13, Freudenberg: 5, Großrinderfeld: 2, Grünsfeld: 62 (+4), Igersheim: 7, Königheim: 7, Külsheim: 4, Lauda-Königshofen: 48 (+1), Niederstetten: 14, Tauberbischofsheim: 29 (+2), Weikersheim: 19, Werbach: 8 (+1), Wertheim: 35 (+9) und Wittighausen: 13 (+1).

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 70. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 14.482, Zweitimpfung 3.536.
(Stand 12.4., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 144,3 (18.04., rki)
BaWü: 174,4 (18.04., rki)
Deutschland 165,9 (18.04., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 143,5
Neuinfektionen
Main Tauber: 8 / 7 [18.04.]
BaWü 1410 / 2686 [17.04.]
Deutschland 11437 / 19185 [17.04.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 105/86 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 409 (19.04., tbb)
BaWü 37.691 (18.04., rki)
Deutschland 286.512 (18.04., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/4 | 6/6 [18.04.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Bürger von Großrinderfeld, Königheim, Tauberbischofsheim und Werbach können sich hier für Testungen anmelden.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich Angehörige eines Haushalts und eine weitere Person treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Seit Montag, 22.03. gilt die „Notbremse“ mit weitergehenden Einschränkungen

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.