Eigentlich sollte der Corona-Update pausieren, außer es passiert etwas Wichtiges. Und das ist es unserer Auffassung nach nun: Die Entwicklung im Main-Tauber Kreis war im Laufe der Woche zwar im großen und ganze wie von uns erwartet – wir steuern aber doch sehr deutlich auf die „Notbrems-Inzidenz“ von 100 zu, ab der wieder härtere Lockdown-Massnahmen gelten.

So gab es an diesem Wochenende 42 Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Davon 32 am Samstag und 10 am heutigen Sonntag. Das sind deutlich mehr als die 25 vom letzten Wochenende. Entsprechend stark steigt die Inzidenz. Sie liegt heute mit 92,9 deutlich über der Marke von 90. Weit ist es bis zur Notbremse nicht mehr. Allerdings wird sie morgen zunächst noch einmal unter 90 sinken. Gemeldet werden auch elf neue Mutationsfälle. In diese bedenkliche Infektionslage hinein wird nun morgen, am 15. März, auf Anweisung von Kultusministerin Eisenmann wieder der Präsenzbetrieb für Klassenstufen 1 bis 6 gestartet.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-03-14
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist nach wie vor angespannt. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit dem 19. Februar befindet sich der Kreis wieder in einem Aufwärtstrend. Wir rechnen bis ungefähr Ende März, eventuell auch früher, mit einer Überschreitung der 100er-Inzidenz. Der wächst zwar moderat, allerdings recht kontinuierlich. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile relativ vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis deutet aber in diese Richtung. Der Main-Tauber Kreis steht schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und bewegen sich nach oben. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis zu drücken und damit Lockerungen möglich zu machen.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Überblick über die Situation

Die Neuinfektionen sind weiterhin relativ breit im Kreis verteilt. Am Wochenende sind sie beispielsweise in 12 Kommunen aufgetreten. Obwohl in vielen Fällen die Infektionsquellen bekannt waren und sind muss man nach wie vor von diffusem Infektionsgeschehen ausgehen. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine sinkende Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von gut 84. Dies dürfte aber nur eine kleine Atempause sein. Während wir für Montag wieder „nur“ eine niedrige einstellige Anzahl der Fälle erwarten, wird es vermutlich ab Dienstag oder Mittwoch weiter aufwärts gehen. Sicher ist das nicht, aber bei Beachtung aller Rahmenbedingungen recht realistisch.

So spricht das RKI mittlerweile auch von dem Beginn der dritten Welle und prognostiziert für Ostern höhere Inzidenzwerte als zu Weihnachten. Gerade in der Gruppe der unter 15-jährigen wird ein starker Anstieg der Fälle bemerkt. Auch in Baden-Württemberg dürften die weitgehend ungeschützten Kita- und Grundschulöffnungen vom 22. Februar einen Anteil am neuen Aufflammen der Infektionen haben. Vermutlich auch bei uns im Kreis.

Dazu kommt, so sagen fast alle Experten und auch das RKI, dass die auch bei uns zunehmenden Mutationsformen, allen voran die „britische Variante“ B.1.1.7 deutlich ansteckender ist. Sie verursacht wohl auch schwerere Erkrankungen. Sehr viel kürzere Kontakte können nun reichen, damit man sich ansteckt. Auch im Freien. Dem Tragen von Masken der Vermeidung aller Unnötiger Kontakte kommt so eine noch höherer Bedeutung zu.

Info zur Corona-Verordnung in Baden-Württemberg ab 8. März (Quelle: Land Baden-Württemberg)

In diese Situation hinein werden nun weitere Schulöffnungen vollzogen, und zwar ohne sichere Mindestabstände. Das hat Kultusministerin Eisenmann letzte Woche nochmals durchgesetzt. Vermutlich wird das die Infektionen weiter befeuern. Da wir bei den Fallzahlen immer mindestens 10, eher 14, Tage in die Vergangenheit schauen, wird man die Effekte erst gegen Ende März, Anfang April spüren. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass die Präsenz-Pflicht in Baden-Württemberg aktuell ausgesetzt ist. Haben Eltern oder Kinder also Bedenken, so können die Kinder zuhause bleiben und müssen mit Fernlehre versorgt werden. Details zur Fernlehre gibt es hier.

Insgesamt betrachtet gibt es aktuell keinen Indikator, der für eine Abschwächung das Wachstums im Kreis spricht. Wir gehen daher weiterhin davon aus, dass die „Notbrems-Inzidenz“ von 100 in diesem Monat noch überschritten wird.

Info zur Corona-Verordnung in Baden-Württemberg ab 8. März (Quelle: Land Baden-Württemberg)

Wird diese Grenze überschritten, so müssen alle Lockerungen vom 8. März wieder zurück genommen werden. So müssen viele Geschäfte wieder schließen und auch der Friseurbesuch ist nicht mehr möglich. Theoretisch ist es möglich, dass dieser Fall bereits Ende nächster Woche eintritt. Wir gehen aber aktuell davon aus, dass Schließungen nicht vor dem 22. März erfolgen werden, vermutlich eher etwas später.

Aufgrund der COVID19-Erkrankungen in der Altersgruppe ab 80 sind neue Todesfälle weiterhin nicht auszuschließen. Denn die treten fast immer mit erheblicher zeitlicher Verzögerung auf. Mittlerweile nehmen die Erkrankungen in dieser besonders kritischen Gruppe aber deutlich ab. Das ist vermutlich auch Erfolg der Impfkampagne, besonders in den Pflegeheimen. Stand heute Mittag befindet sich weiterhin ein COVID-19 Patient im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 1, Grafik). Diese Person muss dort auch künstlich beatmet werden (gestern: 1).

Das Landratsamt zur aktuellen Situation

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Sonntag, 14. März, bei 92,9. Eine Woche zuvor, am Sonntag, 7. März, betrug der Wert 67,2. Die Sieben-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (7. bis 13. März) je 100.000 Einwohner, berechnet durch das Gesundheitsamt anhand der tagesaktuellen Fallzahlen.

In diesem Zusammenhang weist Erster Landesbeamter Christoph Schauder darauf hin, dass die nächsten Tage entscheidend dafür sein werden, ob es im Main-Tauber-Kreis bei den seit 8. März geltenden, grundlegenden Lockerungen bleiben kann oder nicht. „Wir befinden uns nun bereits knapp unter einem dreistelligen Wert. Steigt der Inzidenzwert an drei Tagen in Folge über 100, muss das Gesundheitsamt wieder die strengeren Regeln in Kraft setzen, die bis zum 7. März galten. Dann darf sich beispielsweise ein Haushalt wieder nur mit einer weiteren Person treffen, der Einzelhandel darf wieder nur Liefer- und Abholservices, aber kein ‚Click and Meet‘ anbieten“, macht der Erste Landesbeamte deutlich.

Vor diesem Hintergrund sei es besonders wichtig, die AHA-Regeln – Abstand, Hygiene und im Alltag Maske tragen – jederzeit einzuhalten. „Leider stellen wir fest, dass dem Gesundheitsamt seit einigen Tagen vermehrt Fälle gemeldet werden, die auf Ansteckungen im beruflichen Umfeld zurückgehen. Teilweise wurde sogar mit Symptomen gearbeitet. Diese zunehmende Sorglosigkeit ist unverantwortlich. Die Pandemie ist kein Spiel, sondern ein ernster Ausnahmezustand und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die jede Einzelne und jeden Einzelnen in die Pflicht nimmt“, erklärt der Erste Landesbeamte.

Wie Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug ergänzt, müssten auch die Arbeitgeber ihrer Verantwortung gerecht werden und die Einhaltung der AHA-Regeln konsequent ermöglichen sowie bei Bedarf auch gegen Widerstände durchsetzen.

Nachdem aktuell zunehmend das Thema der regelmäßigen Schnelltes für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in den Vordergrund rückt, solle sich darüber hinaus niemand der Illusion hingeben, dass sich das Virus wegtesten lässt. „Auch ist jeder Test nur eine Momentaufnahme, so dass auch kurze Zeit später bereits eine Infektiosität vorliegen kann“, sagt Elisabeth Krug.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell leicht unter dem Bundes- und schwankt um den Landesschnitt (allerdings mit Tendenz nach oben).

Virus-Mutation im Main-Tauber Kreis

Bei elf weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen, davon in zehn Fällen die britische Variante (B.1.1.7), in einem Fall eine unklare Variante. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 73 Fällen im Landkreis eine Virusmutation festgestellt. Es erfolgte, soweit notwendig, eine Verlängerung der Quarantänezeit. Dies betrifft auch etwaige Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_rki_altersverlauf-8128-45_tage_von__bis_2020-12-21_1200x628.png
Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist corona_altersstruktur_main-tauber-kreis_14_tage_von__bis_2020-10-22_700x400.png
Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende insgesamt 42 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 32 am Samstag, 13. März, und zehn am Sonntag, 14. März. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von zwölf der 18 Städte und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 36 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. 40 Betroffene befinden sich in häuslicher Isolation, zwei Personen werden stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3434.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-03-14
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 14.03., Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 22 weitere und damit insgesamt 3206 Personen wieder genesen. Derzeit sind 154 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 1, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 19 (+5), Boxberg: 6 (+2), Creglingen: 19 (+2), Freudenberg: 4 (+2), Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 0, Igersheim: 21 (+11), Königheim: 0, Külsheim: 3 (+2), Lauda-Königshofen: 11 (+2), Niederstetten: 16 (+2), Tauberbischofsheim: 4 (+1), Weikersheim: 16 (+3), Werbach: 1 (+1), Wertheim: 32 (+9) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

Diese Information wird täglich automatisch aktualisiert und entsprechen immer dem Stand des aktuellen Tages. Newsletter via Messenger abonnieren.

Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
Bitte folgen Sie mir auf Facebook oder Twitter, um aktuelle Updates zu erhalten. Oder abonnieren Sie die Neuigkeiten mittels Telegram-Messenger.
Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.