Am heutigen Mittwoch gab es 78 neue Corona-Infektionen. Das sind zwar leider wieder sehr viele, jedoch zwei weniger als am vergangenen Mittwoch. Die Sieben-Tage Inzidenz im Kreis liegt heute bei 176,0 und wird sich auch morgen nicht deutlich ändern. Die Weihnachtstage stehen unmittelbar bevor. Mit seinem Verhalten am Fest wird ein jeder von uns auch mit darüber entscheiden, wie es mit den Corona-Fallzahlen weitergeht. Überall wird daher zur Achtsamkeit aufgerufen, und trotz des Festes Reisen und Kontakte zu reduzieren. Auch wir möchten uns dem anschließen.

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Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist aktuell angespannt. Es besteht die Gefahr von weiterem, auch starkem, Wachstum. Der Anstieg hält bereits seit dem 4. November an (Analyse dazu). Der Main-Tauber Kreis steht allerdings aktuell immer noch besser da, als viele andere Kreise. In Bund und Land herrscht exponentielles Wachstum. Daher gilt bis zunächst 10. Januar bundesweit ein „harter Lockdown“. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Die heutige Fallzahl, so unschön sie auch ist, wurde von uns so erwartet und ist insofern kein zusätzlicher Grund zu Besorgnis. Man sollte aber auch einmal darüber nachdenken, dass hinter diesen Zahlen 78 Menschen, ihre Familien und ihre Freunde stehen, die nun auch ein „ganz besonders besonderes“ Weihnachten erleben. Helfen Sie mit, mehr Unheil zu verhindern! Mehr denn je gilt: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Auch an Weihnachten!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

In eigener Sache – Corona-Update über Weihnachten

Mit den Weihnachtstagen wird die Corona-Datenlage schwieriger. Zwar arbeiten die Gesundheitsämter, zumindest im Main-Tauber Kreis, auch „über die Tage“ weiter. Die Mitarbeitenden in der Öffentlichkeitsarbeit aber nur eingeschränkt. Das Landratsamt wird daher die Öffentlichkeit am Sonntag, 27. Dezember, in einer gebündelten Mitteilung über die Infektionszahlen an den vier Tagen von Heiligabend, 24. Dezember, bis einschließlich Sonntag, 27. Dezember, informieren. Wir werden uns zwischendrin die Landeszahlen anschauen. Über diesen langen Zeitraum sind sie aber mit äußerster Vorsicht zu genießen. Daher werden auch wir unseren Corona-Update voraussichtlich erst am 27. Dezember wieder veröffentlichen. Allerdings pflegen wir unsere Corona-Informationsseite mit allen wesentlichen Fakten, Zahlen und Grafiken weiter. Wer sich einen aktuellen Überblick verschaffen möchte, schaue bitte dort nach. Sollten sich Wichtiges ergeben, wird der Corona-Update auch über die Feiertage erscheinen.

Überblick über die Situation

Die Infektionen verteilen sich auf zehn Kommunen. Es ist weiterhin von diffusem Infektionsgeschehen auszugehen. Erfreulich ist allerdings, dass in immerhin 56 Fällen der Ursprung der Infektion bekannt ist. Für morgen errechnen wir anhand der Daten des Kreises eine Sieben-Tage Inzidenz im Main-Tauber Kreis von knapp 174. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: die Zahlen steigen nun seit fünf Tagen in Folge nicht mehr. Würde der Trend anhalten, wäre das auch schon ein Gewinn. Leider ist es sehr schwer, das zu prognostizieren. Durch die verzögerten Meldungen an Weihnachten wird es quasi unmöglich. Stand heute Mittag befinden sich fünf COVID-19 Patienten im Kreis auf der Intensiv-Station (gestern: 3, Grafik). Drei Patienten werden dort auch künstlich beatmet (gestern: 3). Wie bereits seit Samstag, 19.12. berichtet, meldet jedoch eine der drei Klinken des Kreises keine Daten. Die Inzidenz für Deutschland liegt bei 195 (gestern: 198), die für Baden-Württemberg bei 204,5 (gestern 202,1).

Damit liegt sowohl beim Bund als auch beim Land weiter Wachstum der Fallzahlen vor. Es ist zu erwarten, dass das auch bis nach Weihnachten anhält und dann hoffentlich dauerhaft abflacht. Das liegt daran, dass die Infektionen im Regelfall bereits 10 bis 14 Tage zurück liegen und erst jetzt sichtbar werden (die Zahlen sind quasi immer ein Blick in die Vergangenheit). Bis zum Jahresende ist daher auch tendenziell noch mit hohen Tageswerten zu rechnen. Die Belastung der Intensivstationen wird vermutlich um die Weihnachtszeit und kurz danach besonders hoch sein, ebenso die Anzahl der Todesfälle.

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Die Entwicklung der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland, Baden-Württemberg und dem Main-Tauber Kreis im Vergleich. Gezeigt ist jeweils die Sieben-Tage Inzidenz. Die Grafik ist nach Meldestand berechnet. Daher weichen die Inzidenzen etwas vom offiziellen Wert des RKI ab. Details dazu finden Sie hier. Wichtig: die Daten werden immer erst nach Mitternacht zur Verfügung gestellt. Der aktuelle Tag fehlt also. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Auch an Weihnachten verantwortungsbewusst handeln 

Vor dem Hintergrund des anhaltend hohen Infektionsgeschehens appelliert der Erste Landesbeamte einmal mehr an das Verantwortungsbewusstsein aller Einwohnerinnen und Einwohner des Main-Tauber-Kreises. „Ich habe größtes Verständnis dafür, dass viele Menschen sich nach einem normalen Weihnachtsfest sehnen. Doch das Virus ist heimtückisch und kennt keine Feiertage. Wir müssen leider feststellen, dass die meisten Infektionen – soweit es nachvollziehbar ist – eben dort stattfinden, wo es zu Ansammlungen und Zusammenkünften von Menschen kommt. Das gilt insbesondere auch für Treffen im Familienkreis.“ 

Daher bittet der Erste Landesbeamte darum, auch an Weihnachten auf die Einhaltung der AHA-Regeln – Abstand, Hygiene und Alltagsmaske –, auf regelmäßiges Lüften und die Nutzung der Corona-Warn-App zu achten. Insbesondere jedoch sei die Reduzierung sozialer Kontakte auf das absolute Minimum das beste Mittel, um Infektionen zu vermeiden.

Wie viele Personen dürfen sich an Weihnachten in Baden-Württemberg treffen? Hier die Regeln in leicht verständlicher Form. Bitte unbedingt auch an andere Schutzmassnahmen denken, insbesondere Lüften. Auch das Tragen von Masken, möglichst FFP2, kann bei besonders Schutzbedürftigen sinnvoll sein. (Grafik: Land Baden-Württemberg)

Grundsätzlich lässt das Land Baden-Württemberg in der Zeit von Heiligabend, 24. Dezember, bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember für private Feiern im privaten Raum Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen zu. Zu diesen Feiern darf auch in der Zeit zwischen 20 und 5 Uhr an- und abgereist werden. Zum eigenen Hausstand dürfen vier Personen aus dem engsten Familienkreis hinzukommen. In privaten Härtefällen darf eine der vier Personen von außerhalb des eigenen Familienkreises kommen. Dies gilt beispielsweise, wenn diese Person ansonsten Weihnachten alleine verbringen müsste. Für Besuche bei engen Freunden und Bekannten gilt weiter die Grenze von maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten. Die Lockerung der Kontaktbeschränkung gilt nur für Zusammenkünfte im Privaten. Spaziergänge sind auch an Weihnachten unverändert nur alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushaltes erlaubt. Bei allen Regelungen zählen Kinder der jeweiligen Haushalte bis einschließlich 14 Jahren nicht mit. 

Die Belastung des Gesundheitssystems und aller darin Mitarbeitenden ist bereits jetzt außerordentlich hoch. Wir müssen ein weiteres Hochschnellen der Infektionszahlen nach Weihnachten unbedingt vermeiden. Daher ist es besonders wichtig, auch an Weihnachten die geltenden Regelungen einzuhalten und nicht alles auszureizen, was erlaubt ist. Insbesondere sollten nicht mehrere Besuche und Feiern im jeweils zulässigen Rahmen nacheinander erfolgen. So schmerzlich es auch ist, derzeit ist der Verzicht auf persönliche Kontakte das Gebot der Stunde und ein Ausdruck von Nächstenliebe. Wir werden auch wieder Weihnachtsfeste ohne jegliche Einschränkungen feiern können“, sagt Christoph Schauder. 

Gesamtzahl der Infektionen innerhalb von sechs Wochen verdoppelt 

Am Tag vor Heiligabend wurde die Schwelle von insgesamt 2000 bestätigten Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis seit Beginn der Pandemie überschritten. „Diese Zahl erschreckt und zeigt, dass die Gefahr real ist“, erklärt Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona. „Während der ersten Welle von Anfang März bis Ende Mai zählten wir in drei Monaten knapp 400 Fälle im Landkreis. Nun haben wir am 10. November die Wegmarke von 1000 Fällen erreicht, seitdem hat sich die Zahl der bestätigten Infektionsfälle innerhalb von lediglich sechs Wochen auf 2050 mehr als verdoppelt.“ 

Dieser enorme Anstieg sei auch nicht durch erhöhte Testkapazitäten zu erklären, wie häufig vermutet werde. Vielmehr gebe es bei den durchgeführten Testungen einen deutlich höheren Anteil positiver Testergebnisse als noch vor wenigen Monaten. Auch der Anteil an Infizierten, bei denen eine Krankenhausbehandlung erforderlich wird, sowie die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion seien zuletzt wieder deutlich gestiegen. „Diese Entwicklung ist auch deshalb besonders bedenklich, weil der Main-Tauber-Kreis der am dünnsten besiedelte Landkreis in Baden-Württemberg ist – diese Struktur sollte es dem Virus eigentlich schwerer machen, sich zu verbreiten.“ 

Quarantäne im Adam-Rauscher-Haus angeordnet, im Carolinum aufgehoben

Aufgrund eines Infektionsfalles musste ein Wohnbereich des Pflegeheims Adam-Rauscher-Haus in Tauberbischofsheim unter Quarantäne gestellt werden. Dies beinhaltet ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahme- und Verlegungsstopp. 

Die Quarantäne für einen Wohnbereich des Pflegeheims Carolinum in Bad Mergentheim wurde aufgehoben. Damit sind nun wieder Besuche, Aufnahmen und Verlegungen möglich.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Mittwoch, 23. Dezember, 78 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Dies ist die zweithöchste Fallzahl im Landkreis an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die betroffenen Personen leben in zehn Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises. Es handelt sich in mindestens 56 Fällen um Kontaktpersonen zu bekannten Fällen. 77 neu Infizierte befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 2050..

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 28.10.Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis
Kreiskarte: Aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 23. Dezember, Quelle: Landratsamt in TBB)

Mittlerweile sind 26 weitere und damit insgesamt 1716 Personen wieder genesen. Derzeit sind 314 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 11, Assamstadt: 33 (+7), Bad Mergentheim: 62 (+19), Boxberg: 18 (+5), Creglingen: 7 (+3), Freudenberg: 5, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 3, Igersheim: 4, Königheim: 5, Külsheim: 11, Lauda-Königshofen: 39 (+15), Niederstetten: 7 (+3), Tauberbischofsheim: 23 (+5), Weikersheim: 13 (+7), Werbach: 7 (+1), Wertheim: 61 (+13) und Wittighausen: 2.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
Alter 60+, TBB, letzte 14 Tage: 0 | 0 [vortag]
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

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Corona-Maßnahmen Baden-Württemberg im Winter-Lockdown. (Stand: 16. Dezember, Grafik: Land Baden-Württemberg)
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Corona-Maßnahmen Baden-Württemberg im Winter-Lockdown. (Stand: 16. Dezember, Grafik: Land Baden-Württemberg)
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Corona-Maßnahmen Baden-Württemberg im Winter-Lockdown. (Stand: 16. Dezember, Grafik: Land Baden-Württemberg)

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.