Am heutigen Donnerstag meldet der Main-Tauber Kreis zehn Corona Neuinfektionen. Letzten Donnerstag gab es laut Meldung des Kreises 17 neue Fälle. Die Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg beträgt 2,30. Im Main-Tauber Kreis liegt die Sieben-Tage Inzidenz der Hospitalisierungen (geschätzt) bei 1,8 und die der Neuinfektionen bei 75,4 (Tagesmeldung LGA 16.09.). Nachdem wir gestern bereits über die seit heute gültige neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg berichtet haben, hat der Kreis heute wichtige Details mitgeteilt. Die möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

Corona Kenndaten Baden-Württemberg
Aktuelle Stufe: Basisstufe
Hospitalisierungs-Inzidenz: 2,30 [+0,05 7T:-0,01]
Intensivbetten m. Covid: 199 [+6]
7-Tage Inzidenz gesamt: 94,4 [+1,5 7T:+1,0]
7-Tage Inzidenz geimpft: 19.8 [+1,5 7T:+1,1]
7-Tage Inzidenz ungemimpt: 212.7 [+2,7 7T:+3,9]
7-Tage R-Wert: 0,95 [+0,06 7T:-0,06]
Impfquote (vollständig): 61,3% [+0,2 7T:+0,7]
Stand: 16.09.; 7T=Vergleichswert Vorwoche

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist aktuell leider nicht mehr wirklich gut. Seit Mitte Juli steigen die Infektionszahlen wieder, und das teilweise sehr stark. Damit folgt der Kreis der Tendenz in Bund und Land. Entsprechend ist zu befürchten, dass die Neuinfektionen auch weiter steigen werden. Neue „Inzidenz-Rekorde“ sind keinesfalls auszuschließen. Allerdings: Aufgrund der Impfkampagne sind die Zahlen nicht mehr direkt mit den Corona-Wellen der Vergangenheit zu vergleichen. Geimpfte erkranken eher selten schwer (nach Daten des RKI sind bundesweit 90% der ins Krankenhaus eingelieferten nicht vollständig geimpft). Daher wird vom Land mittlerweile beachtet, wie viele Menschen ins Krankenhaus kommen („Hospitalisierungsinzidenz“). Die Zahl ist für den Kreis leider nicht exakt bekannt. Wir berechnen allerdings einen groben Schätzwert. Die Hospitalisierungsinzidenz steigt allerdings auch mit zunehmender Inzidenz der Neuinfektionen. Daher gilt es weiterhin, Ansteckungen möglichst zu vermeiden. Bleiben Sie deshalb bitte unbedingt achtsam und vorsichtig. Und lassen Sie sich, wenn möglich, Impfen. Impfen schützt nicht nur Sie, sondern auch alle Mitmenschen und insbesondere Kinder, für die es unter 12 Jahren keine Impfung gibt. Wie gut der Kreis sich im Vergleich mit anderen Kreise in Baden-Württemberg schlägt, können sie hier nachsehen. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Lassen Sie sich impfen und nehmen Sie auch die Zweitimpfung wahr! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis wieder zu senken und niedrig zu halten!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Informationen des Kreises zur neuen Corona-Verordnung

Mit einer neuen Corona-Verordnung will das Land Baden-Württemberg sicherstellen, dass es nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems durch COVID-19-Erkrankungen kommt. Weil sich noch nicht ausreichend viele Menschen haben impfen lassen, drohe in den Krankenhäusern eine neue Corona-Welle, teilte das Land mit. Sollte sich eine Überlastung des Gesundheitssystems abzeichnen, müssten die Regeln für Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, verschärft werden. Weitergehende Einschränkungen von geimpften Personen ließen sich nicht rechtfertigen. Die neuen Regelungen gelten einheitlich in ganz Baden-Württemberg.

Die neue Corona-Verordnung sieht ein dreistufiges System vor. In der ersten Stufe (Basisstufe) bleiben die bisherigen Regeln mit 3G in den meisten Bereichen bestehen. In der Warnstufe gibt es dann eine PCR-Testpflicht in vielen Bereichen. In der Alarmstufe gilt für ungeimpfte Personen in einigen Bereichen ein Zutritts- und Teilnahmeverbot (2G).

Indikatoren für die drei Stufen sind künftig die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und die Auslastung der Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten (AIB). Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz beschreibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dabei gelten die vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg veröffentlichten Zahlen.

Die Warnstufe wird ausgerufen, wenn die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 8,0 oder darüber liegt oder die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patientinnen oder -Patienten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen der Wert 250 erreicht oder überschreitet.

Die Alarmstufe wird ausgerufen, wenn die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 12,0 oder darüber liegt oder die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patientinnen oder -Patienten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen der Wert 390 erreicht oder überschreitet.

Ausgenommen von der PCR-Testpflicht (Warnstufe) oder dem Zutritts- und Teilnahmeverbot (Alarmstufe) sind Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen, und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Hier ist ein entsprechender ärztlicher Nachweis vorzuzeigen.

Auch Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt, fallen nicht unter diese Regelung. Da es für Schwangere und Stillende erst seit kurzem eine Impfempfehlung der STIKO gibt, ist dieser Personenkreis ebenfalls ausgenommen. Diese Personengruppen müssen in beiden Stufen alternativ einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen.

Kinder bis einschließlich fünf Jahre und Kinder, die noch nicht eingeschult sind, sind generell von der Testpflicht oder dem Zutritts- und Teilnahmeverbot ausgenommen. Schülerinnen oder Schüler einer Grundschule, eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule müssen keinen Testnachweis vorlegen. Da die Schülerinnen und Schüler regelmäßig zweimal pro Woche in der Schule getestet werden, reicht die Vorlage des Schülerausweises, einer Schulbescheinigung, einer Kopie des letzten Jahreszeugnisses, eines Schüler-Abos oder eines sonstigen schriftlichen Nachweises der Schule aus. Schülerinnen und Schüler sind in der Alarmstufe ebenfalls von 2G ausgenommen.

Für alle Personen mit typischen COVID-19-Symptomen gilt weiterhin ein generelles Zutritts- und Teilnahmeverbot, unabhängig vom Alter.

In den Krankenhäusern zeige sich, dass geimpfte Menschen gut gegen schwere Verläufe geschützt sind. Ungeimpfte Menschen hingegen seien wesentlich öfter infiziert, häufiger schwer krank und müssten öfter intensivmedizinisch behandelt werden. Etwa 90 Prozent der COVID-Patientinnen und -Patienten in den Krankenhäusern seien ungeimpfte Menschen, erläuterte das Land.

Am Mittwoch lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Geimpften beispielsweise bei gerade mal 18,3; bei den Ungeimpften war sie mit 210,0 mehr als elf Mal so hoch. Auch die 28-Tage-Hospitalisierungsinzidenz ist bei den Ungeimpften mit 29,1 mehr als neun Mal so hoch wie bei den Geimpften (3,1).

Die Regelungen der Warn- bzw. Alarmstufe werden aufgehoben, wenn die maßgeblichen Werte – also Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und AIB – an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter dem Schwellenwert der jeweiligen Stufe liegen.

Gesonderte Regelungen für den Einzelhandel

Für den Einzelhandel gilt in der Warn- und Alarmstufe nicht die PCR-Testpflicht oder 2G. In der Warnstufe gibt es für den Einzelhandel keine besonderen Regelungen. Allerdings gilt 3G in der Alarmstufe für den Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient. Ein Corona-Schnelltest ist hier ausreichend.

15 weitere Mutationen nachgewiesen

Bei 15 Infektionsfällen der vergangenen Tage wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Nunmehr wurde bei insgesamt 1595 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt.

Die Zahlen in Bund und Land

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen aktuell wieder. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan um den Bundes- und Landesschnitt. Zu beachten ist allerdings, dass die Inzidenz der Neuinfektionen durch die Impfungen stark an Bedeutung eingebüßt hat und auch nicht mehr als Richtwert für Corona-Regeln genutzt wird.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Als zusätzlichen Service geben wir auch die Inzidenzen nach RKI-Altersgruppen an. Beachten Sie aber bitte, dass aufgrund der geringen Bevölkerungszahl im Kreis auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können.

Corona-Inzidenzen nach Altersgruppen im Main-Tauber Kreis. Beachten Sie bitte, dass auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können. Daher ist die Grafik mit Vorsicht zu interpretieren! (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 16. September, insgesamt zehn neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte und Gemeinden Bad Mergentheim, Freudenberg, Lauda-Königshofen und Wertheim und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens vier Fällen um Kontaktpersonen zu bekannten Fällen sowie um eine Person, die aus dem Ausland zurückgekehrt ist. Für die Kontakte der neu Infizierten wurde Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 5761.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 16.09.
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 16.09., Quelle: Landratsamt in TBB)

Die Zahl der Genesenen steigt um 20 Personen auf 5477. Somit sind derzeit 193 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Sie verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 2, Assamstadt: 2, Bad Mergentheim: 60 (+3), Boxberg: 4, Creglingen: 5, Freudenberg: 14 (+1), Großrinderfeld: 0, Grünsfeld: 1, Igersheim: 6, Königheim: 2, Külsheim: 5, Lauda-Königshofen: 12 (+2), Niederstetten: 1, Tauberbischofsheim: 15, Weikersheim: 3, Werbach: 1, Wertheim: 59 (+4) und Wittighausen: 1.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 53,6 (21.10., rki)
BaWü: 123,3 (21.10., rki)
Deutschland 95,3 (21.10., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 58,9 (Prognose für morgen)
Neuinfektionen
Main Tauber: 18 / 23 [21.10.]
BaWü 5102 / 1237 [20.10.]
Deutschland 19572 / 16077 [20.10.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 13/58 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 114 (22.10., tbb)
BaWü 23.503 (21.10., rki)
Deutschland 150.242 (21.10., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 1/0 | 1/1 [21.10.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.