Am heutigen Donnerstag meldet der Kreis 46 Neuinfektionen. Das sind erneut mehr als in der Vorwoche (31). Trotzdem sinkt die Inzidenz zunächst einmal. Warum das so ist, lesen Sie unten. Die Sieben-Tage Inzidenz liegt nach Meldung des LGA heute bei 167,7. Die Anzahl der Virus-Mutationen nimmt weiter zu. Außerdem gibt es weitere Quarantänen. Gute Nachricht für Menschen unter 60, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca hatten: Sie können ihre Termine wie geplant wahrnehmen. Auch dazu unten mehr Details.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-04-15
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit dem 19. Februar befindet sich der Kreis wieder in einem starken Aufwärtstrend. Am 19. März wurde die Inzidenz von 100 den dritten Tag in Folge überschritten und es gelten weitere Beschränkungen. Die Zahlen bewegen sich im Moment auf sehr hohem Niveau seitwärts in einem breiten Korridor zwischen 100 und gut 200. Weiteres, auch sehr starkes, Wachstum ist allerdings nicht ausgeschlossen. Daher gelten seit 1. April Ausgangsbeschränkungen. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis steigt ebenfalls. Der Main-Tauber Kreis steht schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und wachsen sehr stark (exponentiell). (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Zur aktuellen Lage im Kreis

Das „Osterloch“ dürfte seit heute Geschichte sein – wir halten die Zahlen wieder für schlüssig und vergleichbar. Gleichwohl ist der Trend aktuell nur schwer zu prognostizieren. Einerseits fallen in den nächsten Tagen recht viele Fälle aus der Statistik. Das deutet auf sinkende Inzidenzen hin. Andererseits wurden diese Woche auch wieder Quarantänen angeordnet und vermutlich nicht wenige Tests angeordnet. Auch stehen Ergebnisse von flächendeckenden Testungen aus. Das wiederum deutet eher auf steigende Zahlen. Genaueres wird man vermutlich am Samstag oder Sonntag sehen. Bis dahin müsste sich einer der Trends stabilisiert haben.

Aktuell halten wir eine Überschreitung der 200er-Grenze für eher unwahrscheinlich. Dann würde zum Beispiel der Präsenz-Unterrricht an Schulen ausgesetzt. Wir vermuten, dass es in den nächsten sieben bis zehn Tagen eher wieder seitwärts im breiten Korridor zwischen 100 und 200 geht.

Warum entwickelt sich die Inzidenz so „merkwürdig“?

Wir weisen die Sieben-Tage Inzidenz sowohl nach der bisherigen Methode des Kreises als auch der des LGA aus. Heute steigt es nach „Kreis-Methode“ und sinkt nach LGA. Ist da etwas falsch?

Klare Antwort: nein, alles ist bestens. Am letzten Freitag hatte der Kreis nur recht viele Fälle nachgemeldet, die eigentlich zum Donnerstag zählen. Daher hatte der Kreis Donnerstag relativ wenig Fälle und Freitag viele. Das LGA zählt die Infektionen aber nach dem „eigentlichen“ Datum. Entsprechend gab es dort Donnerstag viele Fälle, und Freitag entsprechend weniger. Das ist auch an anderen Tagen so und erklärt die immer wieder auftretenden kleinen Differenzen. Heute und morgen ist der Unterschied aber besonders auffällig. Morgen dürften sich die Werte wieder angleichen. Am Wochenende ist die Situation allerdings wieder ähnlich, da werden die Werte vermutlich auch wieder weit auseinander liegen.

Für „Notbremse“ etc. gilt immer nur der vom LGA veröffentlichte Wert. Wir nennen den auch in unseren Meldungen sowie auf der Übersichtsseite.

Wir nennen beide Werte um zum Einen die Vergleichbarkeit mit der Vergangenheit zu erhalten. Außerdem zeigt der „Kreis-Wert“ einen Trend oft einen Tag früher – muss aber entsprechend interpretiert werden.

Was ist mit den Schulen ab kommenden Montag?

Regelungen für den Schulbetrieb ab 19. April 2021 in Baden-Württemberg. (Quelle: MSI BW)

Ab dem 19. April können alle Jahrgangsstufen in allen Schularten in den Präsenz- bzw. Wechselbetrieb unter Beachtung von Abstands- und Hygieneregeln zurückkehren. Darüber hat das Kultusministerium die Schulen am 14. April informiert (PDF). Das Land berücksichtigt darüber hinaus die Gesetzesinitiative zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene, der für Stadt- und Landkreise, die über einer Sieben-Tages-Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegen, eine Untersagung von Präsenzunterricht vorsieht. In den Stadt- und Landkreisen mit Inzidenzen von 200 und mehr wird der Unterricht ab dem 19. April auf Fernunterricht umgestellt. Hiervon sind die Notbetreuung für die Jahrgangsstufen 1 bis 7, die Abschlussklassen und die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit den Förderschwerpunkten geistige sowie körperliche und motorische Entwicklung ausgenommen. 

Außerdem wird die indirekte Testpflicht, die bisher nur für Stadt- und Landkreise galt, die über einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegen, entsprechend des Gesetzesentwurfes auf Bundesebene ab dem 19. April auf eine inzidenzunabhängige Testpflicht erweitert.

Weitere Details zum Schulbetrieb ab kommenden Montag gibt es direkt beim Land.

Teil der Median-Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim in Quarantäne

Nach mehreren positiven PCR-Testergebnissen wurde ein Teil der Median-Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim unter Quarantäne gestellt. Diese beinhaltet für den betroffenen Teil des Hauses ein Besuchsverbot sowie einen Aufnahmestopp. Darüber hinaus hat das Gesundheitsamt für die gesamte Klinik einen Verlegungsstopp angeordnet. Insgesamt liegen aktuell acht positive Testergebnisse bei Patientinnen und Patienten und eines beim Personal vor. Weitere Ergebnisse einer flächendeckenden Testung stehen noch aus.

Wohnangebot der Johannes-Diakonie Bad Mergentheim in Quarantäne

Das Wohnangebot der Johannes-Diakonie in Bad Mergentheim wurde aufgrund eines Infektionsfalls beim Personal in Quarantäne verfügt. Es handelt sich um eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Mindestens 21 Coronavirus-Infektionen in der Gemeinschaftsunterkunft Külsheim

Hinsichtlich der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Külsheim liegen die Ergebnisse der flächendeckenden Testung vor. Es wurden 21 positive Testergebnisse bei insgesamt rund 40 Bewohnerinnen und Bewohnern festgestellt.

Trotz anderem Vakzin: Einfach zum gebuchten Termin ins Impfzentrum kommen

Menschen unter 60 Jahren,die aufgrund ihrer Impfberechtigung bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, können nach der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) die Zweitimpfung nach neun oder zwölf Wochen mit einem mRNA-Impfstoff erhalten, also den Impfstoffen von Biontech oder Moderna. Damit bleiben alle bereits gebuchten AstraZeneca-Zweitimpftermine gültig. Dies gilt auch für das Kreisimpfzentrum des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim.

Unter 60-Jährige mit AstraZeneca-Zweittermin, egal ob nach neun oder nach zwölf Wochen, brauchen nichts weiter zu tun. Sie kommen einfach zum gebuchten Termin ins Impfzentrum und erhalten dort eine mRNA-Zweitimpfung mit BioNTech. Sollte ein mRNA-Impfstoff an diesem Tag nicht zur Verfügung stehen, erhalten die Bürgerinnen und Bürger vor Ort einen neuen Termin für eine Zweitimpfung. Die STIKO hat in ihrer Empfehlung deutlich gemacht, dass eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca sicher und wirksam ist. Wie das Sozialministerium hierzu erklärte, hat der Körper nach zwei bis vier Wochen AstraZeneca vollständig abgebaut. Nur die körpereigenen Antikörper blieben und würden durch die Zweitimpfung noch besser „trainiert“.

Am Dienstagabend, 13. April, hatte die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, der Empfehlung der STIKO zur Zweitimpfung zu folgen. Demnach ist die Zweitimpfung für unter 60-Jährige mit einem mRNA-Impfstoff nach zwölf Wochen vorgesehen, ist aber nach neun Wochen genauso möglich und sicher. Vor diesem Hintergrund bleiben in Baden-Württemberg alle bereits gebuchten Zweitimpftermine für AstraZeneca bestehen und werden für unter 60-Jährige mit einem mRNA-Impfstoff vorgenommen. Wer sich als unter 60-Jähriger nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse dennoch für eine AstraZeneca-Impfung entscheidet, kann auch dies tun.

Impfberechtigte Menschen unter 60 Jahren, die bisher noch keine Impfung erhalten haben und sich unter www.impfterminservice.de einen Termin buchen wollen, sollten hierfür unbedingt einen neuen Vermittlungscode anfordern. Mit vor dem 31. März angeforderten Vermittlungscodes, die vor der Änderung der Altersempfehlung für AstraZeneca erstellt wurden, werden den unter 60-Jährigen auch weiterhin nur AstraZeneca-Termine angeboten. Da diese Termine in den Impfzentren vor Ort nicht auf einen anderen Impfstoff umgebucht werden können, könnte in diesen Fällen keine Impfung erfolgen.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell auf Höhe des Bundes- und Landesschnitt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 15. April, 46 Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von elf Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens 24 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen sowie um drei Personen, die aus einem Risikogebiet im Ausland zurückgekehrt sind. 43 Personen befinden sich in häuslicher Isolation, drei Personen werden stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 4428.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 2021-04-15
Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 15.04., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind 72 weitere und damit insgesamt 3889 Personen wieder genesen. Somit sind derzeit 458 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 9, Assamstadt: 4, Bad Mergentheim: 68 (+11), Boxberg: 38, Creglingen: 13 (+1), Freudenberg: 9, Großrinderfeld: 7 (+1), Grünsfeld: 51 (+1), Igersheim: 9 (+1), Königheim: 12, Külsheim: 40 (+13), Lauda-Königshofen: 32 (+1), Niederstetten: 20 (+1), Tauberbischofsheim: 58 (+3), Weikersheim: 20, Werbach: 7 (+1), Wertheim: 50 (+12) und Wittighausen: 11..

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.