Am heutigen Donnerstag meldet der Main-Tauber Kreis 31 Neuinfektionen. Damit steigt die Inzidenz nach der Methode des Kreises weiter an. Sie liegt nach der Pressemitteilung des Kreises heute bei 213,8. Das Landesgesundheitsamt (LGA) meldet heute allerdings eine Inzidenz von 193,4 und damit unter 200. Die Abweichung kommt von der unterschiedliche Zuordnung der Fälle zu den Tagen, die beim LGA nach dem Tag des positiven Tests erfolgen. Das verändert die Anzahl der Fälle in sieben Tagen, die wiederum die Grundlage der Inzidenz sind. Allerdings ist die Inzidenz im Land selbst mit 115,3 gegenüber gestern (108,6) sehr deutlich gestiegen.

Corona-Neuinfektionen Main-Tauber Kreis, Stand 2021-03-25
Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Die Situation im Main-Tauber Kreis ist kritisch. Zur Zeit befinden wir uns auf einem hohen Niveau der Sieben-Tage Inzidenz. Seit dem 19. Februar befindet sich der Kreis wieder in einem starken Aufwärtstrend. Am 19. März wurde die Inzidenz von 100 den dritten Tag in Folge überschritten und es gelten weitere Beschränkungen. Am 24. März wurde erstmals die Inzidenz von 200 überschritten. Aktuell scheint ein längeres Überschreiten der 200er Marke möglich. Damit könnten, in Verbindung mit den Ankündigen von Ministerpräsident Kretschmann vom Dienstag, auch wieder Ausgangssperren einher gehen. Grund zur Besorgnis bieten insbesondere die mittlerweile relativ vielen Fälle mit Corona-Mutationen. Der R-Wert für den Kreis steigt ebenfalls. Der Main-Tauber Kreis steht deutlich schlechter da, als andere Kreise in Baden-Württemberg. Die Zahlen in Bund und Land sind weiterhin sehr hoch und wachsen sehr stark (exponentiell). In Baden-Württemberg ist in der letzten Märzwoche mit zusätzlichen Beschränkungen durch das Land zu rechnen. (In blau: Änderungen der Einschätzung gegenüber gestern)

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind! Helfen Sie mit, die Inzidenz im Kreis zu drücken!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Die Lage im Kreis – ein kurzer Ausblick

Es ist anzunehmen, dass der Kreis in den nächsten Tagen auch nach den Werten des Landes wieder über eine Inzidenz von 200 steigt. Es Fallen nämlich morgen nach der Rechnung des LGA sehr viel weniger Fälle aus dem 7-Tage Fenster als beim Kreis. Das gleicht quasi den Unterschied von heute wieder aus.

Von den gemeldeten 31 Neuinfektionen sind heute nur bei 14 die Infektionswege bekannt. Auch in den letzten beiden Tagen war nur bei ungefähr der Hälfte der Fälle der Infektionsweg bekannt. Das deutet leider auf ein sehr „diffuses Geschehen“ hin. Mit anderen Worten: man weiß nicht, wo sich die Menschen angesteckt haben. Das erschwert die Kontaktverfolgung sehr. Daher ist in den nächsten Tagen (vermutlich ab Samstag) mit weiteren Fällen bei Kontaktpersonen der heute Neuinfizierten zu rechnen.

Lageeinschätzung des Landkreises

Hier finden Sie im Originaltext die Einschätzung des Landratsamts aus seiner Pressemitteilung:

Die Fallzahlen im Landkreis sind hoch, und wir gehen davon aus, dass diese in den nächsten Tagen noch weiter steigen werden“, erklärt hierzu Erster Landesbeamter Christoph Schauder als Leiter des Arbeitsstabes Corona.

Als Gründe nennt er zum einen das Ausbruchsgeschehen in Einrichtungen und bei Infrastrukturangeboten für Menschen mit Behinderung. Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen könnten die Abstands- und Hygieneregeln oftmals nicht verstehen und daher auch nicht befolgen. Darüber hinaus führe die schnelle, effektive und umfassende Ermittlung der Kontaktpersonen von bereits infizierten Menschen durch das Gesundheitsamt dazu, dass im sehr großen Umfang weitere Testungen veranlasst werden müssen. „Durch Testen, Testen und nochmals Testen der Kontaktpersonen von Infizierten möchten wir die Infektionsketten möglichst frühzeitig unterbrechen“, erklärt Schauder. Dagegen schlagen sich die Angebote regelmäßiger Schnelltests für symptomfreie Bürgerinnen und Bürger derzeit noch nicht in den Infektionszahlen nieder.

Trotz der Überschreitung des Inzidenzwerts von 200 hält der Arbeitsstab Corona unter der Leitung des Ersten Landesbeamten Schauder sowie der Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug derzeit noch keine weiteren Verschärfungen der Regelungen im Main-Tauber-Kreis für angezeigt. „Damit ist jedoch keine Vorhersage für die nächste Zeit verbunden. Die Lage ist sehr ernst, und wir werden die Situation jeden Tag neu beurteilen und bei Bedarf auch sehr kurzfristig entscheiden“, sagt Christoph Schauder.

Der wichtigste Grund dafür, dass derzeit noch keine weiteren Verschärfungen angeordnet werden, ist laut dem Ersten Landesbeamten, dass in den kommenden Tagen mit weitreichenden Änderungen der landesweit gültigen Corona-Verordnung zu rechnen ist.Diese neuen Regelungen werden wir dann hier im Landkreis schnellstmöglich und konsequent umsetzen. Wir wollen aber nicht der Verunsicherung in der Bevölkerung dadurch Vorschub leisten, dass wir vorschnell eigene Regelungen treffen und diese kurze Zeit später wieder der neuen Corona-Verordnung des Landes anpassen müssen.“ Schauder weist auch darauf hin, dass die aktuelle Corona-Verordnung entgegen anderslautender Annahmen keinen Automatismus vorsieht, der bei einer Inzidenz von über 200 ausgelöst würde.

Bevor es zu weiteren Maßnahmen kommen könne – in der Bevölkerung werden beispielsweise Ausgangsbeschränkungen sowie Schul- und Kindergartenschließungen diskutiert – müsse darüber hinaus zunächst abgewartet werden, welchen Effekt die „Notbremse“ auf das Infektionsgeschehen im Main-Tauber-Kreis hat. „Dies ist auch erforderlich, um die Verhältnismäßigkeit der getroffenen Maßnahmen zu wahren“, stellt Schauder klar. Die Notbremse wurde am Montag, 22. März, in Kraft gesetzt. Seitdem dürfen sich im Main-Tauber-Kreis die Angehörigen eines Haushalts wiederum nur mit einer weiteren Person treffen, Kinder bis 14 Jahren aus den beiden Haushalten nicht mitgezählt. Darüber hinaus musste beispielsweise der Einzelhandel erneut schließen – abgesehen von Geschäften für Waren des täglichen Bedarfs – und darf wiederum nur Liefer- und Abholservices anbieten.

Darüber hinaus macht Dezernentin Elisabeth Krug deutlich, dass sich ein großer Teil des aktuellen Infektionsgeschehens durch die Fokussierung auf Angebote für Menschen mit Behinderung noch klar eingrenzen lasse, was zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls gegen weitere Einschränkungen spreche. „Wir stehen mit den Einrichtungen in einem engen und konstruktiven Austausch, um hier gemeinsam eine schnellstmögliche Verbesserung der Lage herbeizuführen“, sagt Elisabeth Krug.

Klasse der Otfried-Preußler-Schule Wertheim in Quarantäne

Aufgrund eines Infektionsfalls musste eine Klasse der Otfried-Preußler-Schule (Grundschule) in Wertheim unter Quarantäne gestellt werden.

22 weitere Fälle von Virus-Mutation nachgewiesen

Bei 22 weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in 21 Fällen um die britische (B.1.1.7) und in einem Fall um eine noch unklare Variante. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 183 Fällen im Landkreis eine Virusmutation festgestellt.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell sehr deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Auch in Bund und Land gibt es sehr starkes Wachstum.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis


Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 25. März, 31 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von zehn der 18 Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens 14 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3808.

Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 25.03., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind 25 weitere und damit insgesamt 3372 Personen wieder genesen. Damit sind derzeit 359 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 1, Assamstadt: 2 (+1), Bad Mergentheim: 50 (+3), Boxberg: 30 (+2), Creglingen: 16, Freudenberg: 10 (+3), Großrinderfeld: 5 (+1), Grünsfeld: 46, Igersheim: 19 (+1), Königheim: 8, Külsheim: 9 (+1), Lauda-Königshofen: 52 (+6), Niederstetten: 11, Tauberbischofsheim: 39 (+5), Weikersheim: 26, Werbach: 0, Wertheim: 35 (+8) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 70. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 14.482, Zweitimpfung 3.536.
(Stand 12.4., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 144,3 (18.04., rki)
BaWü: 174,4 (18.04., rki)
Deutschland 165,9 (18.04., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 143,5
Neuinfektionen
Main Tauber: 8 / 7 [18.04.]
BaWü 1410 / 2686 [17.04.]
Deutschland 11437 / 19185 [17.04.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 105/86 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 409 (19.04., tbb)
BaWü 37.691 (18.04., rki)
Deutschland 286.512 (18.04., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 4/4 | 6/6 [18.04.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Bürger von Großrinderfeld, Königheim, Tauberbischofsheim und Werbach können sich hier für Testungen anmelden.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich Angehörige eines Haushalts und eine weitere Person treffen (Kinder bis 14 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Seit Montag, 22.03. gilt die „Notbremse“ mit weitergehenden Einschränkungen

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.