Drei Tage in Folge liegt der Kreis heute bei einer Inzidenz über 100. Damit wird im Main-Tauber Kreis die „Corona-Notbremse“ gezogen werden. Grund dafür sind die vielen Fälle der vergangenen Tage – heute auch wieder 57. Das Landesgesundheitsamte weist heute eine Inzidenz von 141,2 für den Kreis aus, nach gestern 122,4 und vorgestern 123,9. Diese Tatsache hat das Landratsamt heute auch offiziell verkündet. Auch ist die Prognose für den Kreis schlecht. Dazu mehr unten. Weitere Zahlen und aktuelle Details gibt es auch immer auf unserer Seite „Corona im Main-Tauber Kreis„.

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Schließung des Einzelhandels und strengere Kontaktbeschränkungen

Aufgrund der hohen Fallzahlen hat das Kreis-Gesundheitsamt am Freitag festgestellt, dass der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz im Main-Tauber-Kreis seit drei Tagen in Folge über 100 liegt. Diese Feststellung wurde als Öffentliche Bekanntmachung unter www.main-tauber-kreis.de/oeffentliche-bekanntmachungen notverkündet. Somit tritt im Main-Tauber-Kreis ab dem kommenden Montag, 22. März, die so genannte „Notbremse“ in Kraft.

Dies bedeutet, dass nur noch Ansammlungen, private Zusammenkünfte und Veranstaltungen gestattet sind, wenn diese aus den Angehörigen eines Haushaltes und höchstens einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt bestehen. Kinder bis einschließlich 14 Jahren aus den beiden Haushalten zählen nicht mit. Der Einzelhandel muss erneut schließen und darf Kunden nicht mehr nach vorheriger Terminvereinbarung in den Räumlichkeiten bedienen („Click and Meet“). Gestattet bleiben Abhol- und Lieferdienste. Der Betrieb von Museen, Galerien, Tierparks sowie Gedenkstätten für den Publikumsverkehr ist wieder untersagt, ebenso die Nutzung von Sportanlagen für den Amateur- und Freizeitindividualsport. Lediglich weitläufige Außensportanlagen dürfen genutzt werden, allerdings auch nur von den Angehörigen eines Haushalts plus maximal einer weiteren Person. Ebenso geschlossen werden Betriebe zur Erbringung körpernaher Dienstleistungen wie Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo-, Sonnen und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflegeeinrichtungen. Geöffnet bleiben Friseursalons sowie Betriebe, die medizinisch notwendige Behandlungen erbringen. Hierzu zählen insbesondere Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Podologie und medizinische Fußpflege.

Wie Erster Landesbeamter Christoph Schauder hierzu erklärt, ist es aus Sicht des Gesundheitsamtes auffällig, dass die seit 8. März erfolgten Lockerungen der Corona-Regelungen teilweise zu erheblichem Leichtsinn im beruflichen und privaten Umfeld geführt haben, der sich nun bereits deutlich im Infektionsgeschehen niederschlage. Es komme nun entscheidend darauf an, soziale Kontakte wieder auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren. Die strengen Kontaktbeschränkungen auf Treffen mit maximal einer Person aus einem anderen Haushalt sowie die allgemeinen Corona-Regeln – Abstand, Hygiene und im Alltag Maske tragen – müssten jederzeit eingehalten werden, sowohl privat als auch im Beruf. „Hier steht jede und jeder einzelne in der Pflicht, sich am sprichwörtlichen Riemen zu reißen und zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beizutragen. Gerade vor dem bevorstehenden Osterfest muss ein weiterer, sprunghafter Anstieg des Infektionsgeschehens sowie eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden. Die Lage ist ernst“, sagt Schauder.

Durch die aktuelle Feststellung des Gesundheitsamtes werden im Rahmen der „Notbremse“ vorläufig nur diejenigen Maßnahmen in Kraft gesetzt, die das Land Baden-Württemberg bei einer Überschreitung der Sieben-Tage-Inzidenz von 100 an drei Tagen in Folge verbindlich vorschreibt. „Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung ist es aber auch möglich, dass bald weitere, gravierende Einschnitte notwendig werden. Es darf hier keine Denkverbote mehr geben“, erklärt Schauder.

Wie Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug ergänzt, geht der Landkreis aktuell von einer sehr ungünstigen Prognose aus, da in diesen Tagen große Mengen von PCR-Testungen im Zusammenhang mit den bekannten Infektions- und Verdachtsfällen stattfinden. Der Landkreis wisse insbesondere auch um die Belastungen, welche die erneute Schließung des Einzelhandels und der Einrichtungen aus dem Bereich der körpernahen Dienstleistungen für diese Branchen bringe. „Jedoch lassen uns die Vorgaben der Corona-Verordnung keine andere Wahl, als jetzt die Notbremse zu ziehen. Durch die frühestmögliche Kommunikation möchten wir den Betrieben wenigstens ein klein wenig Planungssicherheit geben, sagt Krug.“

Landrat versichert Angehörigen sein tiefes Mitgefühl

Das Gesundheitsamt hat am Freitag, 19. März, einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von über 80 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 77 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 57 im Jahr 2021. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell sehr deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt. Auch in Bund und Land gibt es sehr starkes Wachstum.

Weitere Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung in Quarantäne

Aufgrund von positiven Schnelltest-Ergebnissen mussten Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderung unter Quarantäne gestellt werden. Dies betrifft die Wohngemeinschaft im Caritashaus St. Lioba in Tauberbischofsheim sowie die Wohngemeinschaft Oberes Tor in Lauda. Bereits am Donnerstag wurden rein vorsorglich und bis auf Weiteres die Werkstätten Alois Eckert in Gerlachsheim geschlossen sowie die Wohnheime Caritashaus St. Elisabeth in Grünsfeld und Caritashaus St. Gertrud in Lauda unter Quarantäne gestellt. In allen Einrichtungen und Wohngemeinschaften finden nunmehr flächendeckende Testungen der dort betreuten Menschen und des Personals statt.

Schulklassen und Kindergartenkinder in Quarantäne

Aufgrund von Infektionsfällen in Quarantäne verfügt wurden zwei Gruppen des Katholischen Kindergartens St. Josef Königshofen, zwei Klassen der Johann-Adam-Möhler-Schule (Grundschule) in Igersheim und eine Klasse der Balbachschule (Grundschule) in Unterbalbach. Nach positiven Schnelltests vorsorglich geschlossen wurde der gesamte Evangelische Kindergarten „Fürstin Margarita“ in Weikersheim.

Die in Quarantäne verfügte Klasse der Grundschule Bad Mergentheim betrifft, entgegen der ersten Meldung des Landratsamtes, den Standort Au und nicht den Standort Stadtmitte.

Quarantäne für Wohngemeinschaft aufgehoben

Die Quarantäne für die ambulant betreute Wohngemeinschaft in der Residenz Weikersheim wurde aufgehoben.

Ein weiterer Fall von Virus-Mutation nachgewiesen

Bei einem weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich um die britische Variante (B.1.1.7). Damit wurde nunmehr bei insgesamt 107 Fällen im Landkreis eine Virusmutation festgestellt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Freitag, 19. März, 57 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von zwölf der 18 Städte und Gemeinden des Landkreises und befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens 43 Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3582.

Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 19.03., Quelle: Landratsamt in TBB)


Inzwischen sind 13 weitere und damit insgesamt 3247 Personen wieder genesen. Damit sind derzeit 258 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 1, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 42 (+7), Boxberg: 19 (+4), Creglingen: 24 (+3), Freudenberg: 10 (+1), Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 3 (+1), Igersheim: 38 (+14), Königheim: 2, Külsheim: 9 (+3), Lauda-Königshofen: 18 (+8), Niederstetten: 15 (+2), Tauberbischofsheim: 6 (+1), Weikersheim: 27 (+11), Werbach: 1, Wertheim: 42 (+2) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.