Leider gibt es schon wieder Gelegenheit für einen Corona-Update. Der Main-Tauber Kreis steht kurz vor der „Notbremse“ und könnte am Wochenende einen neuen Lockdown einleiten. Grund dafür sind die vielen gestrigen Fälle und auch heute noch weitere Fälle – wie erwartet. Nach der bisherigen Rechenformel das Kreises würde die Sieben-Tage Inzidenz am Samstag früh zum dritten Mal überschritten und die Notbremse müsste aktiviert werden. Allerdings wechselt des Landratsamt nun die Berechnungmethode und verwendet statt dessen das Verfahren des Landesgesundheitsamt (LGA). Nach dessen Rechenart sind die Inzidenzen fast immer niedriger. Ob sich dadurch die Notbremse heraus schiebt, ist allerdings noch unklar. Weitere Zahlen und aktuelle Details gibt es auch immer auf unserer Seite „Corona im Main-Tauber Kreis„.

Sie lesen hier gerade eine Vorab-Version. Wir warten beispielsweise noch auf Daten des Landesgesundheitsamtes. Bitte schauen Sie später nochmals vorbei, um den komplett fertigen Artikel zu lesen.

Ein kleines Beispiel: nach der bisherigen Rechenformel beträgt die Inzidenz am heutigen Tage 129,2. Nach der neuen Methode liegt sie nun nur bei 123,9 (Update: seit 19 Uhr bei 122,4). Allerdings: der Kreis hat seine täglichen Zahlen immer für den Folgetag verwendet. LGA und RKI rechnen sie für den aktuellen Tag. Hieraus ergibt sich der Hauptunterschied. Am aktuellen Beispiel: für heute ist der „echte“ Kreis-Wert 122,4 – also gleich dem LGA Wert. An den Fakten selbst hat sich nichts geändert. Details zu den Berechnungen finden Sie übrigens in diesem Artikel hier. Wir zeigen bisher schon beide Werte an, den des LGA/RKI allerdings weniger prominent. Wir werden unsere Systeme anpassen, so dass Sie künftig beide Werte finden können. Für Notbremse und Öffnungsschritte ist der Wert des LGA ausschlaggebend. Der steht allerdings meist auch erst ein paar Stunden später zur Verfügung.

Wo wir einmal dabei sind, wollen wir allerdings auch einen Blick auf die aktuelle Situation werden. Heute gab es im Kreis 15 neue Coronavirus-Infektionen – und leider auch 22 Nachweise von Mutationen. Offensichtlich wurden auch Fälle in einer Schulklasse und Kita entdeckt, sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Gerade im Hinblick auf die ansteckendere Mutante B.1.1.7 verheißt das nichts Gutes. Wir sind auf die morgigen Zahlen und die vom Wochenende gespannt.

Jetzt wichtig: Vorsichtig und achtsam miteinander umgehen, Corona-Schutzmaßnahmen beachten! Vermeiden Sie alle Kontakte, die nicht absolut notwendig sind!

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)


Wie ist die Umstellung der Inzidenzberechnung zu bewerten?

Sie hat natürlich Auswirkungen auf die Inzidenz, die fortan vermutlich fast immer etwas niedriger als bisher angegeben sein wird. Der neue Wert entspricht allerdings dem, was auch das RKI morgens berichtet (von wenigen Ausnahmen bei Datenpannen abgesehen). Die bisherige Berechnung durch den Kreis war sehr konservativ. Sie gab unserer Auffassung zwar besser die Belastung des Gesundheitsamtes wieder und auch die „Brenzeligkeit“ der Situation. Ein einheitlicher Wert zwischen RKI, LGA und Kreis ist allerdings auch von Vorteil, da er weniger Verwirrung stiftet.

Eventuell wurde der Wechsel der Berechnungsmethode sogar vom Land empfohlen oder angeordnet. Einige Kreise hatten in den letzten Tagen nämlich sehr kreative Methoden gefunden, um die Inzidenz unseriös niedrig zu berechnen. Da kann es durchaus sein, dass man im Land ein einheitliches Maß haben möchte. Auch das macht durchaus Sinn.

Wenn, was momentan leider wahrscheinlich ist, die Inzidenzen weiter steigen, dann macht die Berechnungsmethode obendrein keinen allzu großen Unterschied.

Baden Württemberg setzt vierten Öffnungsschritt aus

Corona-Infos zum 22. März (Quelle: Land Baden-Württemberg)

Aufgrund der angespannten Lage wird der vierte Öffnungsschritt am kommenden Montag vom Land nicht vollzogen. Außerdem müssen nun auch an Grundschulen Masken getragen werden. Die fünften und sechten Klassen können auf Wechselunterricht umsteigen. Weitere Details dazu gibt es direkt beim Land.

Wichtig: sollte der Kreis drei Tage in Folge laut LGA über einer Inzidenz von 100 liegen, tritt die „Notbremse“ in Kraft und Lockerungen werden zurück genommen. Ganz unabhängig von der neuen Ankündigung des Landes.

Werkstätten Alois Eckert geschlossen, zwei Wohnheime in Quarantäne

Aufgrund von positiven Schnelltest-Ergebnissen wurden rein vorsorglich und bis auf Weiteres die Werkstätten Alois Eckert in Gerlachsheim geschlossen sowie die Wohnheime Caritashaus St. Elisabeth in Grünsfeld und Caritashaus St. Gertrud in Lauda unter Quarantäne gestellt. Es handelt sich jeweils um Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Schulklasse und Kindergartenkinder in Quarantäne

Aufgrund eines Infektionsfalls wurde eine Klasse der Grundschule Bad Mergentheim, Standort Stadtmitte, in Quarantäne verfügt.

Wegen eines Infektionsfalles wurden zudem eine gesamte Gruppe und Teile einer weiteren Gruppe des Katholischen Kindergartens St. Josef in Freudenberg unter Quarantäne gestellt.

Information des Landratsamts zur Umstellung der Inzidenz-Berechnung

Wir möchten Ihnen auch die offizielle Erklärung des Landratsamtes zur Umstellung der Inzidenz-Berechnung nicht vorenthalten. Sie finden Sie in diesem Abschnitt hier.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Donnerstag, 18. März, bei 122,4. Sie beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (12. bis 18. März) je 100.000 Einwohner, berechnet durch das Gesundheitsamt anhand der tagesaktuellen Fallzahlen. Ab sofort wird in die Berechnung auch der aktuelle Tag einbezogen und dafür nur sechs zusätzliche Tage zurückgerechnet, was auch der Vorgehensweise des Landesgesundheitsamtes und des Robert Koch-Instituts entspricht.

Weiterhin handelt es sich bei der Berechnung durch das Kreis-Gesundheitsamt nur um ein zusätzliches Serviceangebot, um eine frühestmögliche Orientierung zum Infektionsgeschehen zu bieten. Rechtlich maßgeblich ist allein der Wert, den das Landesgesundheitsamt (LGA) errechnet und in seinem täglichen Lagebericht unter https://www.gesundheitsamt-bw.de/lga/DE/Startseite/aktuelles/Termine_Hinweise/Seiten/Coronavirus.aspx veröffentlicht. Dieser kann jeweils ab etwa 18 Uhr abgerufen werden. Allein der LGA-Wert ist entscheidend dafür, ob es zu Verschärfungen oder zu Lockerungen der aktuellen Corona-Regeln im Landkreis kommt. Aufgrund der Einbeziehung des aktuellen Tages in die Sieben-Tage-Inzidenz hat das LGA für den Main-Tauber-Kreis bereits für Mittwoch, 17. März, einen Wert von 123,9 und damit die klare Überschreitung der Schwelle von 100 errechnet.

Aus mehreren Gründen werden die Berechnungen des Inzidenzwerts durch das Gesundheitsamt Main-Tauber-Kreis und durch das Landesgesundheitsamt auch nach der nun erfolgten Angleichung des Sieben-Tages-Zeitraumes – also der Einbeziehung des aktuellen Tages – regelmäßig voneinander abweichen, wenn auch nun deutlich weniger.

Das Kreis-Gesundheitsamt berechnet die Sieben-Tage-Inzidenz auf Basis der Fälle, die in der Pressemitteilung des gleichen Tages kommuniziert werden. Dies bietet den Vorteil, dass Leserinnen und Leser den Wert selbst nachrechnen und somit nachvollziehen können, in dem sie zunächst die gemeldeten Infektionszahlen des aktuellen Tages und der sechs Tage davor addieren. Diese Summe wird im nächsten Schritt durch 132.399 geteilt, was der offiziellen Einwohnerzahl des Main-Tauber-Kreises am 31. Dezember 2019 entspricht, und das Ergebnis dann mit 100.000 multipliziert. Das Ergebnis ist der inoffizielle Inzidenzwert. Das LGA wendet für den Main-Tauber-Kreis ebenfalls den Teiler 132.399 an.

Das Landesgesundheitsamt zieht für die Berechnung der Inzidenz das Datum heran, an dem ein Laborbefund beim Kreis-Gesundheitsamt elektronisch erfasst worden ist und rechnet hier minutenscharf von 0 bis 24 Uhr. Es berücksichtigt damit das so genannte Meldedatum.

Davon zu unterscheiden ist das sogenannte Übermittlungsdatum: Das Landesgesundheitsamt ruft die Einträge in der Datenbank des Main-Tauber-Kreises täglich um 16 Uhr ab und berichtet in seinem Lagebericht über die Zahl der Fälle, die zu diesem Zeitpunkt übermittelt waren. Trägt das Gesundheitsamt nach 16 Uhr noch Fälle in die Datenbank ein, erscheinen diese erst einen Tag später als neu übermittelte Fälle in der Spalte „Änderung zum Vortag“ im Lagebericht des LGA. Die offizielle Sieben-Tage-Inzidenz wird aber durch das LGA entsprechend dem ursprünglichen Meldedatum errechnet. Somit kann der offizielle Inzidenzwert von Bürgerinnen und Bürgern nicht selbst nachgerechnet werden.

Sofern die Abweichungen zwischen den Inzidenzwerten weiter zu Irritationen in der Bevölkerung führen, behält sich das Landratsamt vor, künftig keinen eigenen Inzidenzwert mehr auszuweisen und nur noch auf die Angaben des Landesgesundheitsamtes zu verweisen.

Die Zahlen in Bund und Land

Infektionen mit Corona-Mutationen in Baden-Württemberg
Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Fallzahlen in Bund und Land steigen seit Mitte Februar wieder. Das steht mit den neuen Coronavirus-Mutationen in Verbindung. Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt aktuell sehr deutlich über dem Bundes- und Landesschnitt (allerdings mit Tendenz nach oben). Auch in Bund und Land gibt es relativ starkes Wachstum.

Virus-Mutation im Main-Tauber Kreis

Bei 22 weiteren der in den vergangenen Tagen gemeldeten Infektionsfälle im Main-Tauber-Kreis wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborprobe eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt sich in 21 Fällen um die britische (B.1.1.7) und in einem Fall um eine unklare Variante. Damit wurde nunmehr bei insgesamt 106 Fällen im Landkreis eine Virusmutation festgestellt.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

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Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

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Corona-Neuinfektionen der letzten 14 Tage im Main Tauber Kreis nach Alter der Infizierten. Achtung: die heutigen Neuinfektionen finden sich aufgrund der Meldewege zum RKI erst Morgen in der Grafik. Die Altersstrukturierung ist vom RKI vorgegeben, genauere Daten haben wir leider nicht. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Donnerstag, 18. März, 15 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet von sieben Städten und Gemeinden des Landkreises. Es handelt sich in mindestens acht Fällen um Kontaktpersonen zu bereits bekannten Fällen. 14 Personen befinden sich in häuslicher Isolation, eine Person wird stationär behandelt. Für die Kontaktpersonen der neu Infizierten wird, sofern noch erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 3525.

Kreiskarte: aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden (Stand: 18.03., Quelle: Landratsamt in TBB)

Inzwischen sind 13 weitere und damit insgesamt 3234 Personen wieder genesen. Damit sind derzeit 215 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen (Zahl neuer Fälle jeweils in Klammern): Ahorn: 1 (+1), Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 35, Boxberg: 15 (+4), Creglingen: 24 (+2), Freudenberg: 9, Großrinderfeld: 1, Grünsfeld: 2, Igersheim: 27 (+2), Königheim: 2, Külsheim: 7 (+1), Lauda-Königshofen: 10, Niederstetten: 13, Tauberbischofsheim: 5, Weikersheim: 18 (+2), Werbach: 1, Wertheim: 45 (+3) und Wittighausen: 0.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

Impftermin vereinbaren: www.impfterminservice.de oder Tel. 116 117
Immer Impfberechtigt sind Personen ab 60. Darüber hinaus auch noch weitere Gruppen.
Durchgeführte Impfungen im Kreis: Erstimpfung 28.714,
Zweitimpfung 6.960, in Arztpraxen: 10.755

(Stand 10.5., wöchentliche Aktualisierung)

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 43,1 (12.05., rki)
BaWü: 128,5 (12.05., rki)
Deutschland 103,9 (12.05., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 43,1
Neuinfektionen
Main Tauber: 15 / 11 [11.05.]
BaWü 2841 / 2562 [11.05.]
Deutschland 17419 / 14909 [11.05.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 14/43 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 180 (12.05., tbb)
BaWü 37.315 (12.05., rki)
Deutschland 239.731 (12.05., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 8/6 | 7/5 [11.05.]
Pandemiestufe BaWü: 3 – „Kritische Phase“

Corona-Schnelltests
werden von verschiedenen Gemeinden durchgeführt. Darüber hinaus bieten auch viele Geschäfte, Ärzte und Apotheken Schnelltests an.

Die wichtigsten Corona-Beschränkungen

  • Es dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen (Kinder bis 13 zählen dabei nicht mit)
  • Medizinische Masken (OP, FFP2) müssen unter anderem beim Arzt, Einkaufen und im ÖPNV getragen werden (ab 6 Jahren Lebensalter)
  • Unter anderem für Friseur-Besuche ist momentan kein negativer Schnelltest notwendig

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.