Die Landesregierung Baden-Württemberg fordert dazu auf, die Anzahl der Kontakte mit anderen Menschen wenigstens um die Hälfte zu reduzieren. Da fragt sich mancher: das ist doch nicht viel, lohnt sich das überhaupt?

Die klare Antwort darauf: ja, auf alle Fälle! Das hängt wieder mit dem sogenannten exponentiellen Wachstum solcher Vorgänge zusammen. Besser verstehen kann man es anhand einer Animation.

Wachstum von Kontakten bei unterschiedlicher Kontakthäufigkeit pro Tag.
Die Grafik visualisiert, wie unterschiedliche Kontakthäufigkeiten sich auf die Gesamtanzahl der Kontakte auswirken. Dabei hat rot 50% weniger Kontakte als blau. Die absoluten Zahlen sind nicht relevant, entscheidend ist das unterschiedliche Wachstum. Beachten Sie, dass sich auch die Skalierung der Grafik jeden Tag ändert. (Grafik: Rainer Gerhards)

Die Grafik zeigt auf, wie viele Gesamt-Kontakte sich innerhalb von nur zehn Tagen ergeben. Und zwar sehr viel mehr als erwartet bei der doppelten Anzahl. Die Werte in rot gehen davon von halb so vielen Kontakten aus, wie die Werte in blau.

Der konkrete Unterschied hängt von der tatsächlichen Anzahl der Kontakte ab. Der Unterschied bei einer hohen Kontaktzahl sehr viel höher. Aber: so genau wollen wir es gar nicht wissen. Es geht einfach darum, einmal klar zu machen wie gewaltig die Auswirkungen so einer kleinen Maßnahme sind.

Übrigens: die Grafik veranschaulicht so nebenbei auch die Bedeutung der Corona-Reproduktionszahl. Setzt man die Reproduktionszahl mit den Kontakten gleich (also Reproduktionszahl von 4 für blau, 2 für rot) dann sieht man, wie sehr sich bei die Coronavirus-Infektion bei „etwas“ höherer Reproduktionszahl ausbreiten kann.

Wer genau hinschaut, sieht nämlich, dass mein Modell nicht so ganz korrekt ist: Zum Einen sind eben zwei oder vier Kontakte pro Tag nicht wirklich viel. Mit den Zahlen lässt es sich aber schöner rechnen. Und: egal, welche Werte man annimmt, das Ergebnis ist eben im Vergleich der beiden Werte immer ähnlich erschreckend und unerwartet.

Zum Anderen habe ich die sehr unrealistische Annahme gemacht, dass niemand niemals einen Kontakt mit einem Menschen hat, den er zuvor schon einmal getroffen hat. Und dann nehme ich auch noch an, dass es quasi beliebig viele Menschen in greifbarer Nähe gibt. Auch das ist natürlich Quatsch. Bedenkt man aber die Dienstreisen etc, so ist das Potential dennoch gewaltig. Das ist auch der Grund, warum Reisen, außer in unaufschiebbaren Fällen, mittlerweile untersagt ist.

Grafik Ausbreitung Corona verlangsamen.
Das wichtigste in der aktuellen Corona-Krise: die Ausbreitung des Virus verlangsamen (Grafik: Bundesregierung)

Wie gesagt: die Zahlen sind nicht wirklich realistisch. Eine korrekte Modellierung wäre sehr viel aufwändiger. Das Ergebnis ist aber letztlich das Gleiche: innerhalb kürzester Zeit kommt es zu erschreckend hohen Unterschieden in der Anzahl der Kontakte. Und je mehr Kontakte, desto höher auch die Gefahr der Ausbreitung des Virus.

Darum: Reduzieren Sie Ihre Kontakte mit anderen Menschen. Nutzen Sie auch moderne Möglichkeiten wie Videokonferenzen. Seine Sie solidarisch. Nur zusammen können wir das Corona-Virus besiegen!

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.

Eine Antwort auf „Warum hilft Reduzierung der Kontakte gegen Corona?“

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