Am heutigen Mittwoch meldet der Main-Tauber Kreis 82 Corona Neuinfektionen. Letzten Mittwoch gab es laut Meldung des Kreises 90 neue Fälle. Leider sind auch wieder vermehrt Todesfälle im Kreis zu beklagen, so auch heute. Die Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg beträgt 4,70. Im Main-Tauber Kreis liegt die Sieben-Tage Inzidenz der Hospitalisierungen (geschätzt) bei 3,8 und die der Neuinfektionen bei 319,6 (Tagesmeldung LGA 17.11.). Wir hatten bereits über die nun in der Alarmstufe geltenden Maßnahmen berichtet. Heute möchten wir Ihnen aber auch den vom Landratsamt in der Pressemitteilung veröffentlichen Text berichten – weiter unten.

Corona Kenndaten Baden-Württemberg
Aktuelle Stufe: Alarmstufe (primär 2G)
Hospitalisierungs-Inzidenz: 4,70 [-1,10 7T:-0,20]
Intensivbetten m. Covid: 444 [+20]
7-Tage Inzidenz gesamt: 397,7 [+14,9 7T:+65,4]
7-Tage R-Wert: 1,00 [-0,01 7T:-0,10]
Impfquote (vollständig): 65,8% [+0,1 7T:+0,5]
Stand: 17.11.; 7T=Vergleichswert Vorwoche

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Unsere Lageeinschätzung

Die Situation im Main-Tauber Kreis kann eigentlich nur noch in Verbindung mit Baden-Württemberg und ganz Deutschland bewertet werden. Insgesamt ist die Lage sehr angespannt, das Gesundheitssystem zeigt bereits Zeichen von Überlastung und wird voraussichtlich sehr deutlich überlastet werden. Die Entwicklung des Kreises folgt seit dem sehr starken Anstieg Anfang November den übergeordneten Trends. Auch an der Tauber dürfte die Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Landesweit wurde sie am 5. November ausgesetzt. Die Datenlage ist entsprechend schlecht. In Folge kann das Land seit dem 12. November auch weitere wichtige Indikatoren (Fall-Aufteilungen nach Impfstatus) nicht mehr melden. Von Außen betrachtet schaut das nach Kontrollverlust auf Landesebene aus. Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist aktuell hoch, kann aber aufgrund der Ende September geschlossenen Impfzentren nur unzureichend befriedigt werden. Es wird von langen Wartezeiten auf Impftermine berichtet.

Es ist aktuell grob ein gutes Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft. Hierdurch sind erfreulicherweise die nun hohen Fallzahlen nicht mehr direkt mit denen vorheriger Wellen vergleichbar. Allerdings zeigt sich an der Entwicklung, dass diese Zahlen schon jetzt zu hoch sind, um Normalbetrieb im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Tendenz zu weiter stark steigenden Zahlen ist ungebrochen, trotz der sehr hohen Dunkelziffer durch die fehlende Kontaktnachverfolgung. Es besteht ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der Main-Tauber Kreis die Infektionen wieder etwas besser eindämmen könnte. Das ist aber wenig wahrscheinlich und würde die Situation nur gering verbessern.

Seit heute ist 2G für weite Bereiche in Baden-Württemberg verbindlich. Bei der Pandemiebekämpfung kommt es nun aber bundesweit im Wesentlichen auf verantwortliches Handeln eines jeden Menschen an. Auch Geimpften muss klar sein, dass die Impfwirkung mit zunehmendem Abstand zur Impfung abnimmt. Bereits nach wenigen Monaten kann man sich wieder anstecken und Corona auch weitergeben. Ein Schutz gegen schwere Erkrankungen bleibt jedoch bestehen. Zum Eigen- und Fremdschutz sollte dennoch jeder nach sechs Monaten seine Impfung auffrischen lassen. Wichtig ist das ganz besonders für Menschen ab 70, die ein besonders hohes Risiko schwerster Erkrankungen haben.

Darüber hinaus ist es, auch für Geimpfte, weiterhin wichtig Maske zu tragen, in Innenräumen zu lüften und die sonstigen Hygieneregeln einzuhalten. Auch Geimpften sei empfohlen, sich vor größeren Treffen auf Corona zu testen. Die Entscheidung zur Teilnahme an Veranstaltungen mit vielen Menschen sollte bewusst getroffen werden. Das gilt ausdrücklich auch für Weihnachtsfeiern, Faschingsveranstaltungen wie auch den Besuch von anderen Innenräumen, z.B. in der Gastronomie. Ein Verzicht darauf kann eine nutzbringende Investition sein. Mehr denn je ist der Einsatz der Corona-Warn-App zu empfehlen. Denn diese ermöglicht trotz zusammengebrochener Kontaktnachverfolgung weiterhin zuverlässige Warnungen bei Risikokontakten. Zu guter Letzt sei besondere Umsicht auch in allen anderen Lebensbereichen empfohlen. Durch die starke Belastung des Gesundheitssystems wird die gewohnte Leistungsqualität vermutlich in den nächsten Monaten nicht gegeben sein. Auch beispielsweise ein Autounfall könnte dadurch weit schwere Folgen als normal nötig nach sich ziehen.

Hinweis: Diese Lageeinschätzung wurde am 13.11.2021 komplett überarbeitet.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Weiterer Todesfall bestätigt

Das Gesundheitsamt hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von über 80 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 96 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 76 im Jahr 2021.

Feste Impfstandorte im Kreis an den Krankenhäusern

Um die noch notwendigen Impfungen möglichst heimatnah und niederschwellig gestalten zu können, wird es – wie berichtet – demnächst drei feste Impfstandorte im Landkreis geben. Nun steht fest, dass diese an der Rotkreuzklinik in Wertheim, am Krankenhaus in Tauberbischofsheim und am Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim angesiedelt werden. Sobald weitere Informationen vorliegen, wird das Landratsamt weiter informieren.

Informationen des Landratsamts zur Alarmstufe

Auf den Intensivstationen im Land wurden am Dienstag,16. November, am zweiten Werktag in Folge mehr als 390 COVID-19-Patientinnen und -Patienten behandelt. Deshalb wurde in Baden-Württemberg die Alarmstufe ausgerufen. In vielen Bereichen gilt deshalb seit Mittwoch, 17. November, die 2G-Regel, etwa in Restaurants, Museen, bei Ausstellungen oder bei Veranstaltungen. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte oder genesene Personen Zutritt haben.

Das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg teilte mit, dass die Lage in den Krankenhäusern kritisch sei. Operationen müssten bereits verschoben werden. Die Lösung und der Weg aus der Pandemie sei die Impfung. Jede Bürgerin und jeder Bürger solle sich impfen lassen, sofern noch nicht geschehen und sich dazu an die Hausärztinnen oder Hausärzte wenden oder lokale Impfangebote wahrnehmen. Daneben appellierte das Ministerium aber auch an alle bereits Geimpften, die Masken- und Hygieneregeln weiterhin und ganz besonders in der jetzigen Situation konsequent einzuhalten, bei Symptomen einen Corona-Test zu machen und bis zum Ergebnis Kontakte zu anderen Personen zu reduzieren.

In der Alarmstufe darf sich nur noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und genesene Personen werden dabei nicht mitgezählt. Im Einzelhandel gilt eine 3G-Regel, das bedeutet, dass der Zutritt für nicht immunisierte Personen nur mit negativem Antigen-Schnelltest erlaubt ist. Ausgenommen von der 3G-Regel sind Geschäfte der Grundversorgung, Märkte im Freien sowie Abhol- und Lieferangebote.

Zu den Geschäften der Grundversorgung zählen der Lebensmitteleinzelhandel, der Getränkehandel, Direktvermarkter (Hofläden), mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse, Metzgereien, Bäckereien und Konditoreien sowie Wochenmärkte. Auch die Ausgabestellen der Tafeln sowie Apotheken, Reformhäuser, Drogerien, Sanitätshäuser, Orthopädieschuhtechniker, Hörgeräteakustiker, Optiker, Babyfachmärkte und der Zeitschriften- und Zeitungsverkauf fallen darunter. Die Grundversorgung bei der Mobilität umfasst Tankstellen sowie Reise- und Kundenzentren zum Fahrkartenverkauf im öffentlichen Personenverkehr.

Der Grundversorgung rechnet die Landesregierung auch Poststellen und Paketdienste, Banken und Sparkassen, Reinigungen und Waschsalons sowie Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittel zu. Ebenfalls dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs werden Blumengeschäfte, Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkte zugeordnet. Zudem zählen auch Bau- und Raiffeisenmärkte ohne Sortimentsbeschränkung sowie der Großhandel zu Geschäften der Grundversorgung.

In Zweifelsfällen nehmen die lokal zuständigen Behörden die Situation vor Ort in Augenschein und entscheiden dann auf dieser Grundlage.

Im Fitnessstudio, beim Vereinssport oder sonstigen sportlichen Aktivitäten in Sportstätten gilt in geschlossenen Räumen 2G, im Freien 3G mit PCR-Test-Pflicht.

Ausgenommen von der PCR-Pflicht und den 2G-Beschränkungen sind generell Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Schwangere sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Für diese ist in der Regel ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Nicht immunisierte Schülerinnen und Schüler erhalten stattdessen Zugang gegen Vorlage ihres Schülerausweises oder eines geeigneten Dokuments, aus dem sich die Schülereigenschaft ergibt.

Bereits mit der Corona-Verordnung im September 2021 wurden in Baden-Württemberg drei Stufen festgelegt, die in enger und intensiver Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der medizinischen Praxis entstanden sind.

Die Basisstufe gilt, wenn Zahlen und Grenzwerte der Warn- oder Alarmstufe landesweit nicht erreicht oder überschritten sind.

Die Warnstufe wird ausgerufen, wenn die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 8,0 oder darüber liegt oder die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patientinnen oder -Patienten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert 250 erreicht oder überschreitet.

Die Alarmstufe tritt in Kraft, wenn die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an fünf Werktagen in Folge bei 12,0 oder darüber liegt oder die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patientinnen oder -Patienten in Baden-Württemberg an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen den Wert 390 erreicht oder überschreitet

Entwicklung der Belegung der Intensivstationen in Baden-Württemberg mit COVID-Patienten, Stand 17. November. Auch gezeigt ist eine mögliche Weiterentwicklung in den nächsten sieben Tagen, diese ist aber mit Unsicherheit behaftet. (Grafik und Prognose: Rainer Gerhards, Daten: LGA, DIVI Intensivregister)

Das Landesgesundheitsamt (LGA) macht den Eintritt der jeweiligen Stufe durch Veröffentlichung im Internet bekannt. Grundlage dafür sind die vom LGA veröffentlichten Zahlen im Lagebericht. Die nächstniedrigere Stufe tritt ein, wenn die für eine Stufe maßgebliche Zahl an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wurde. Samstage, Sonn- und Feiertage unterbrechen die Zählung der maßgeblichen Werktage nicht. Die in der Verordnung geregelten Maßnahmen der jeweiligen Stufe gelten ab dem Tag nach der Bekanntmachung.

Die Zahlen in Bund und Land

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan im Bereich des Bundes- und Landesschnitt. Zu beachten ist allerdings, dass die Inzidenz der Neuinfektionen durch die Impfungen stark an Bedeutung eingebüßt hat und auch nicht mehr als Richtwert für Corona-Regeln genutzt wird.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Als zusätzlichen Service geben wir auch die Inzidenzen nach RKI-Altersgruppen an. Beachten Sie aber bitte, dass aufgrund der geringen Bevölkerungszahl im Kreis auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können.

Corona-Inzidenzen nach Altersgruppen im Main-Tauber Kreis. Beachten Sie bitte, dass auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können. Daher ist die Grafik mit Vorsicht zu interpretieren! (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden in der Zeit von Dienstag, 16., bis Mittwoch, 17. November, insgesamt 158 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 76 am Dienstag und 82 am Mittwoch. Die betroffenen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 7324.

Aktuell gibt es 7324 aktive Corona Fälle im Main-Tauber Kreis. Aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen kann das Landratsamt keine tagesaktuelle Verteilung der aktiven oder der neu hinzugekommenen Fälle auf die Kommunen mehr berichten. „Die Verteilung auf die einzelnen Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis ist aber auch nicht mehr relevant. Aufgrund der derzeit hohen Fallzahlen kommt es in allen Kommunen des Landkreises ständig zu Neuinfektionen“, sagte Erster Landesbeamter Florian Busch. „Aus diesem Grund sollten die Bürgerinnen und Bürger überall sehr vorsichtig sein, die Regeln einhalten und sich impfen lassen, sofern sie es noch nicht sind“, ergänzte Busch.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 402,6 (28.11., rki)
BaWü: 523,2 (28.11., rki)
Deutschland 454,3 (28.11., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 391,2
Neuinfektionen
Main Tauber: 18 / 40 [28.11.]
BaWü 3957 / 7812 [27.11.]
Deutschland 29364 / 44401 [27.11.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 445/88 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 873 (29.11., tbb)
BaWü 139.988 (28.11., rki)
Deutschland 837.317 (28.11., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 6/3 | 6/3 [28.11.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.