Am heutigen Montag meldet der Main-Tauber Kreis 19 Corona Neuinfektionen. Letzten Montag gab es laut Meldung des Kreises 51 neue Fälle. Die Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg beträgt 5,10. Im Main-Tauber Kreis liegt die Sieben-Tage Inzidenz der Hospitalisierungen (geschätzt) bei 4,6 und die der Neuinfektionen bei 336,9 (Tagesmeldung LGA 15.11.). Nach Meldung das LGA heute Abend sind 406 Erwachsenen-Intensivbetten belegt. Damit ist die Alarmschwelle überschritten. Ist das auch morgen der Fall, was extrem wahrscheinlich ist, so gilt Mittwoch ab Mitternacht die Alarmstufe. Dann gilt im Wesentlichen 2G in Baden-Württemberg. Nicht Geimpfte oder Genesene können dann in weiten Teilen nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen. Eine Übersicht dazu finden Sie direkt beim Land. Übrigens: es sind auch vier Kinder-Intensivbetten lt. DIVI belegt, diese werden vom LGA aber offensichtlich nicht in Berechnung der Warnschwelle einbezogen.

Belegung der Intensivstationen sowie Todesfälle in Baden-Württemberg. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: LGA)

Die Karte der aktiven Infektionen in den Kommunen des Kreises kann vom Landratsamt aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr gepflegt werden. Da auch wir nicht über die nötigen Daten verfügen, können wir sie auch nicht mehr zeigen.

Corona Kenndaten Baden-Württemberg
Aktuelle Stufe: Warnstufe (3G mit PCR-Tests)
Hospitalisierungs-Inzidenz: 5,10 [+0,10 7T:+0,20]
Intensivbetten m. Covid: 406 [+27]
7-Tage Inzidenz gesamt: 377,0 [-8,9 7T:+80,1]
7-Tage R-Wert: 1,11 [-0,15 7T:-0,03]
Impfquote (vollständig): 65,7% [+0,2 7T:+0,5]
Stand: 15.11.; 7T=Vergleichswert Vorwoche

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Unsere Lageeinschätzung

Die Situation im Main-Tauber Kreis kann eigentlich nur noch in Verbindung mit Baden-Württemberg und ganz Deutschland bewertet werden. Insgesamt ist die Lage sehr angespannt, das Gesundheitssystem zeigt bereits Zeichen von Überlastung und wird voraussichtlich sehr deutlich überlastet werden. Die Entwicklung des Kreises folgt seit dem sehr starken Anstieg Anfang November den übergeordneten Trends. Auch an der Tauber dürfte die Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Landesweit wurde sie am 5. November ausgesetzt. Die Datenlage ist entsprechend schlecht. In Folge kann das Land seit dem 12. November auch weitere wichtige Indikatoren (Fall-Aufteilungen nach Impfstatus) nicht mehr melden. Von Außen betrachtet schaut das nach Kontrollverlust auf Landesebene aus. Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist aktuell hoch, kann aber aufgrund der Ende September geschlossenen Impfzentren nur unzureichend befriedigt werden. Es wird von langen Wartezeiten auf Impftermine berichtet.

Es ist aktuell grob ein gutes Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft. Hierdurch sind erfreulicherweise die nun hohen Fallzahlen nicht mehr direkt mit denen vorheriger Wellen vergleichbar. Allerdings zeigt sich an der Entwicklung, dass diese Zahlen schon jetzt zu hoch sind, um Normalbetrieb im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Tendenz zu weiter stark steigenden Zahlen ist ungebrochen, trotz der sehr hohen Dunkelziffer durch die fehlende Kontaktnachverfolgung. Es besteht ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der Main-Tauber Kreis die Infektionen wieder etwas besser eindämmen könnte. Das ist aber wenig wahrscheinlich und würde die Situation nur gering verbessern.

Voraussichtlich Mitte November wird die Regierung 2G für weite Bereich in Baden-Württemberg verbindlich machen. Bei der Pandemiebekämpfung kommt es nun aber bundesweit im Wesentlichen auf verantwortliches Handeln eines jeden Menschen an. Auch Geimpften muss klar sein, dass die Impfwirkung mit zunehmendem Abstand zur Impfung abnimmt. Bereits nach wenigen Monaten kann man sich wieder anstecken und Corona auch weitergeben. Ein Schutz gegen schwere Erkrankungen bleibt jedoch bestehen. Zum Eigen- und Fremdschutz sollte dennoch jeder nach sechs Monaten seine Impfung auffrischen lassen. Wichtig ist das ganz besonders für Menschen ab 70, die ein besonders hohes Risiko schwerster Erkrankungen haben.

Darüber hinaus ist es, auch für Geimpfte, weiterhin wichtig Maske zu tragen, in Innenräumen zu lüften und die sonstigen Hygieneregeln einzuhalten. Auch Geimpften sei empfohlen, sich vor größeren Treffen auf Corona zu testen. Die Entscheidung zur Teilnahme an Veranstaltungen mit vielen Menschen sollte bewusst getroffen werden. Das gilt ausdrücklich auch für Weihnachtsfeiern, Faschingsveranstaltungen wie auch den Besuch von anderen Innenräumen, z.B. in der Gastronomie. Ein Verzicht darauf kann eine nutzbringende Investition sein. Mehr denn je ist der Einsatz der Corona-Warn-App zu empfehlen. Denn diese ermöglicht trotz zusammengebrochener Kontaktnachverfolgung weiterhin zuverlässige Warnungen bei Risikokontakten. Zu guter Letzt sei besondere Umsicht auch in allen anderen Lebensbereichen empfohlen. Durch die starke Belastung des Gesundheitssystems wird die gewohnte Leistungsqualität vermutlich in den nächsten Monaten nicht gegeben sein. Auch beispielsweise ein Autounfall könnte dadurch weit schwere Folgen als normal nötig nach sich ziehen.

Hinweis: Diese Lageeinschätzung wurde am 13.11.2021 komplett überarbeitet.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Weiterer Todesfall bestätigt

Das Gesundheitsamt hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von über 80 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 95 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 75 im Jahr 2021.

Kreis: Betrachten Entwicklung mit Sorge – Regeln müssen eingehalten werden

„Die aktuelle Entwicklung betrachten wir mit Sorge, haben diese aber auch so erwartet“, erklärt Erster Landesbeamter Florian Busch. Die Sieben-Tag-Inzidenz im Main-Tauber-Kreis ist in bisher noch nicht erreichte Höhen geschnellt. Sie hat am Freitag, 5. November, mit 205,8 erstmals den Wert von 200 und am Mittwoch, 11. November, sogar erstmals den Wert von 300 überschritten. Dagegen hatte der Wert am Freitag, 29. Oktober, noch bei 104,8 gelegen.

„In dieser Situation vermuten leider einige Bürgerinnen und Bürgern, dass die Impfungen doch nichts oder zumindest nicht so viel bringen“, sagt Busch. Dies sei aber falsch. Auch weiterhin sei es so, dass fast nur ungeimpfte Menschen wegen einer Coronavirus-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden müssen oder sogar an oder mit Corona versterben. „Durch eine Impfung werden schwere Verläufe weitestgehend vermieden, aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung kann deutlich reduziert werden.“

Dass die Infektionszahlen nun so rasch so extrem steigen, hat laut dem Ersten Landesbeamten mehrere Gründe: „Aufgrund der kühlen Witterung halten wir uns wieder vorwiegend in Innenräumen auf, das zeigte bereits im vergangenen Jahr einen deutlichen Effekt. Während aber im Jahr 2020 ab dem 2. November die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Rahmen des Teil-Lockdowns schließen mussten und strenge Kontaktbeschränkungen galten, finden nun wieder nahezu so viele Kontakte wie vor der Pandemie statt. Auch grassierte vor einem Jahr noch der Wildtyp des Coronavirus, inzwischen aber entfallen 100 Prozent aller Fälle auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante.“

Vor diesem Hintergrund ist es laut Erstem Landesbeamten Busch zum einen sehr wichtig, dass die noch geltenden Regelungen auch konsequent durchgesetzt werden – also die AHA-Regel mit Abstand, Hygiene und korrekt getragenen Masken im Alltag, regelmäßiges Lüften und die Nutzung der Corona-Warn-App. Dort, wo 3G, 3G mit PCR-Test oder auch 2G gelten, müssten die Verantwortlichen – beispielsweise Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Gastronominnen und Gastronomen – diese Regelungen auch konsequent anwenden und durchsetzen, auch wenn dies leider zu unschönen Auseinandersetzungen mit Gästen führen könne, die abgewiesen werden müssen. „Auch Kontrollen durch die Behörden – wie beispielsweise die Schwerpunktaktion letzte Woche in der Gastronomie – halte ich für richtig“, bekräftigt Busch.

Dass es nun wieder kostenlose Bürgertests gibt, bezeichnet Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug in der aktuellen Situation als „gute Entscheidung“. Sie könne dazu beitragen, nicht erkannte Infektionen aufzudecken. Vor allem aber muss es laut Elisabeth Krug endlich gelingen, noch mehr Menschen für eine Impfung zu gewinnen und auch eine breit angelegte Kampagne für Drittimpfungen aufzusetzen. Durch Letzteres sei es bereits in Israel sehr gut gelungen, das Infektionsgeschehen deutlich einzudämmen. „Aktuell stehen die Länder mit den höchsten Impfquoten – wie Spanien und Portugal – sehr gut da, während die Lage in Staaten mit sehr niedrigen Impfquoten – wie Rumänien und Bulgarien – katastrophal ist und die dortigen, ohnehin schwachen Gesundheitssysteme vor dem Zusammenbruch stehen“, bilanziert die Dezernentin.

Auch in Deutschland werde es nur möglich sein, das Gesundheitssystem und seine stark belasteten Mitarbeitenden zu schützen, wenn die Impfquote weiter steige und insbesondere auch ausreichende Kapazitäten für Auffrischimpfungen zur Verfügung stehen. „Volle Intensivstationen führen nicht nur dazu, dass das Personal erschöpft ist und Corona-Patienten nicht mehr, zumindest nicht mehr heimatnah behandelt werden können. Auch andere extrem wichtige Behandlungen – beispielsweise bei Patientinnen und Patienten mit Krebs – müssen verschoben werden, mit allen unvermeidbaren Folgen. Deshalb sind die Einschränkungen für Ungeimpfte richtig, und deshalb ist es auch ein Ausdruck von Solidarität, sich impfen zu lassen“, sagt Krug. Die Landkreisverwaltung setze sich aktuell entschieden für mehr Impfangebote im Landkreis ein, auch wenn sie seit der Schließung der Impfzentren zum 1. Oktober nicht mehr für die Organisation von Impfungen verantwortlich ist.

Zudem weist das Landratsamt darauf hin, dass in seinen Pressemitteilungen zu den aktuellen Fallzahlen nur dann auf die stationäre Behandlung von Infizierten hingewiesen wird, wenn die Betroffenen sich schon bei der Feststellung der Infektion im Krankenhaus befinden. Allerdings wird eine Krankenhausbehandlung sehr häufig erst im weiteren Verlauf der Erkrankung notwendig. Daraus erklärt sich, dass die Zahl der Personen, die aufgrund einer Coronavirus-Infektion behandelt werden müssen, deutlich höher liegt als es den Angaben in den Fallzahlen-Berichten des Landratsamtes entnommen werden kann.

Die Zahlen in Bund und Land

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan im Bereich des Bundes- und Landesschnitt. Zu beachten ist allerdings, dass die Inzidenz der Neuinfektionen durch die Impfungen stark an Bedeutung eingebüßt hat und auch nicht mehr als Richtwert für Corona-Regeln genutzt wird.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Als zusätzlichen Service geben wir auch die Inzidenzen nach RKI-Altersgruppen an. Beachten Sie aber bitte, dass aufgrund der geringen Bevölkerungszahl im Kreis auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können.

Corona-Inzidenzen nach Altersgruppen im Main-Tauber Kreis. Beachten Sie bitte, dass auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können. Daher ist die Grafik mit Vorsicht zu interpretieren! (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden in der Zeit von Samstag, 13., bis Montag, 15. November, insgesamt 110 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 61 am Samstag, 30 am Sonntag und 19 am Montag. Die betroffenen Personen leben im Gebiet aller Städte und Gemeinden des Landkreises außer Freudenberg und befinden sich in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 7166.

Karte mit aktiven Corona-Fällen im Main Tauber Kreis am 15.11.
Die bekannte Kreiskarte mit aktive Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden gibt es nicht mehr. Vermutlich wegen Überlastung des Gesundheitsamts und eingestellter Kontaktverfolgung. (Stand: 15.11., Quelle: Landratsamt in TBB)

Die Zahl der Genesenen steigt um 85 Personen auf 6398. Somit sind derzeit 673 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Die neu hinzugekommenen Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 1, Assamstadt: 1, Bad Mergentheim: 22, Boxberg: 5, Creglingen: 10, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 1, Igersheim: 3, Königheim: 2, Külsheim: 4, Lauda-Königshofen: 6, Niederstetten: 7, Tauberbischofsheim: 9, Weikersheim: 17, Werbach: 2, Wertheim: 16 und Wittighausen: 1. Aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen kann das Landratsamt keine tagesaktuelle Verteilung der aktiven Fälle auf die Kommunen mehr berichten.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 1.124,6 (27.01., rki)
BaWü: 1.031,1 (27.01., rki)
Deutschland 1.076,9 (27.01., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 1.123,9
Neuinfektionen
Main Tauber: 323 / 307 [26.01.]
BaWü 23751 / 27891 [26.01.]
Deutschland 190148 / 203136 [26.01.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 1282/80 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 3.095 (27.01., rki)
BaWü 249.892 (27.01., rki)
Deutschland 1.817.360 (27.01., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 1/0 | 0/0 [26.01.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Omikron in Deutschland finden Sie hier.