Am heutigen Freitag meldet der Main-Tauber Kreis 118 Corona Neuinfektionen, sowie leider zwei weitere Todesfälle. Letzten Freitag gab es laut Meldung des Kreises 132 neue Fälle. Die Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg beträgt 6,20. Im Main-Tauber Kreis liegt die Sieben-Tage Inzidenz der Hospitalisierungen (geschätzt) bei 4,7 und die der Neuinfektionen bei 385,9 (Tagesmeldung LGA 26.11.).

Corona Kenndaten Baden-Württemberg
Aktuelle Stufe: Alarmstufe II (primär 2G, 2G+)
Hospitalisierungs-Inzidenz: 6,20 [-0,10 7T:+0,50]
Intensivbetten m. Covid: 572 [+30]
7-Tage Inzidenz gesamt: 505,9 [+16,0 7T:+67,9]
7-Tage R-Wert: 1,06 [+0,06 7T:-0,04]
Impfquote (vollständig): 66,4% [+0,1 7T:+0,5]
Stand: 26.11.; 7T=Vergleichswert Vorwoche

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis. Gezeigt ist die Sieben-Tage Inzidenz. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Main-Tauber Kreis)

Unsere Lageeinschätzung

Die Situation im Main-Tauber Kreis kann eigentlich nur noch in Verbindung mit Baden-Württemberg und ganz Deutschland bewertet werden. Insgesamt ist die Lage sehr angespannt, das Gesundheitssystem zeigt bereits Zeichen von Überlastung und wird voraussichtlich sehr deutlich überlastet werden. Die Entwicklung des Kreises folgt seit dem sehr starken Anstieg Anfang November den übergeordneten Trends. Auch an der Tauber dürfte die Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes nur noch sehr eingeschränkt funktionieren. Landesweit wurde sie am 5. November ausgesetzt. Die Datenlage ist entsprechend schlecht. In Folge kann das Land seit dem 12. November auch weitere wichtige Indikatoren (Fall-Aufteilungen nach Impfstatus) nicht mehr melden. Von Außen betrachtet schaut das nach Kontrollverlust auf Landesebene aus. Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist aktuell hoch, kann aber aufgrund der Ende September geschlossenen Impfzentren nur unzureichend befriedigt werden. Es wird von langen Wartezeiten auf Impftermine berichtet.

Es ist aktuell grob ein gutes Drittel der Bevölkerung vollständig geimpft. Hierdurch sind erfreulicherweise die nun hohen Fallzahlen nicht mehr direkt mit denen vorheriger Wellen vergleichbar. Allerdings zeigt sich an der Entwicklung, dass diese Zahlen schon jetzt zu hoch sind, um Normalbetrieb im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Die Tendenz zu weiter stark steigenden Zahlen ist ungebrochen, trotz der sehr hohen Dunkelziffer durch die fehlende Kontaktnachverfolgung. Es besteht ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der Main-Tauber Kreis die Infektionen wieder etwas besser eindämmen könnte. Das ist aber wenig wahrscheinlich und würde die Situation nur gering verbessern.

Seit 17. November gilt die Alarmstufe und damit 2G für weite Bereiche in Baden-Württemberg. Bei der Pandemiebekämpfung kommt es nun aber bundesweit im Wesentlichen auf verantwortliches Handeln eines jeden Menschen an. Auch Geimpften muss klar sein, dass die Impfwirkung mit zunehmendem Abstand zur Impfung abnimmt. Bereits nach wenigen Monaten kann man sich wieder anstecken und Corona auch weitergeben. Ein Schutz gegen schwere Erkrankungen bleibt jedoch bestehen. Zum Eigen- und Fremdschutz sollte dennoch jeder nach sechs Monaten seine Impfung auffrischen lassen. Wichtig ist das ganz besonders für Menschen ab 70, die ein besonders hohes Risiko schwerster Erkrankungen haben.

Darüber hinaus ist es, auch für Geimpfte, weiterhin wichtig Maske zu tragen, in Innenräumen zu lüften und die sonstigen Hygieneregeln einzuhalten. Auch Geimpften sei empfohlen, sich vor größeren Treffen auf Corona zu testen. Die Entscheidung zur Teilnahme an Veranstaltungen mit vielen Menschen sollte bewusst getroffen werden. Das gilt ausdrücklich auch für Weihnachtsfeiern, Faschingsveranstaltungen wie auch den Besuch von anderen Innenräumen, z.B. in der Gastronomie. Ein Verzicht darauf kann eine nutzbringende Investition sein. Mehr denn je ist der Einsatz der Corona-Warn-App zu empfehlen. Denn diese ermöglicht trotz zusammengebrochener Kontaktnachverfolgung weiterhin zuverlässige Warnungen bei Risikokontakten. Zu guter Letzt sei besondere Umsicht auch in allen anderen Lebensbereichen empfohlen. Durch die starke Belastung des Gesundheitssystems wird die gewohnte Leistungsqualität vermutlich in den nächsten Monaten nicht gegeben sein. Auch beispielsweise ein Autounfall könnte dadurch weit schwere Folgen als normal nötig nach sich ziehen.

Hinweis: Diese Lageeinschätzung wurde am 13.11.2021 komplett überarbeitet.

Visualisierung der Corona-Schutzmaßnahmen
Bleiben Sie gesund. Helfen Sie mit, das Corona-Virus einzudämmen. Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen. Installieren Sie auch die Corona-Warn-App. (Grafik: Bundesregierung)

Corona-Impfungen im Main-Tauber Kreis

Impftermine buchen: https://www.main-tauber-kreis.de/impfen
BioNTech: 12 bis 29 Jährige * Moderna 30+
Booster: Mindestabstand 3 Monate zur Zweitimpfung, bzw. 4 Wochen zu Johnson & Johnson (kein Tag weniger!), Termin zwingend notwendig.

Außerdem in vielen Arztpraxen und bei weiteren Impfaktionen. Wo aktuell welche sind, findet man unter www.dranbleiben-bw.de sowie in Würzburg.

Inzwischen insgesamt mehr als 100 Todesfälle im Landkreis

Das Gesundheitsamt hat zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Frauen im Alter von jeweils über 90 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile mehr als 100 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 20 im Jahr 2020 und 81 im Jahr 2021.

Gesundheitsamt: mRNA-Impfstoffe sind gleichwertig

Aufgrund von Diskussionen um die Rationierung des Biontech-Impfstoffes in den Arztpraxen und bei Mobilen Impfangeboten weist das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises ausdrücklich darauf hin, dass alle zugelassen Impfstoffe einen ausreichenden Schutz gegen das Coronavirus bieten. „Die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind beide sicher, wirksam und sehr gut geeignet, sowohl für Erst- und Zweitimpfungen als auch für Booster-Impfungen. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind praktisch gleichwertig“, erklärt die kommissarische Leiterin des Gesundheitsamtes, Yasemin Eryanar.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit dem 18. November eine Auffrischimpfung gegen COVID-19 für alle Menschen ab 18 Jahren. Dabei soll diese Impfung grundsätzlich im Abstand von sechs Monaten nach der Grundimmunisierung und mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen. Nach individueller ärztlicher Entscheidung und Beratung ist eine Auffrischimpfung aber auch schon nach fünf Monaten möglich.

Aufgrund des unterschiedlichen Nebenwirkungsprofiles, insbesondere bei jüngeren Menschen, soll die Auffrischimpfung bei Menschen unter 30 Jahren zur Sicherheit ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erfolgen. Für die Auffrischimpfung mit Biontech/Pfizer soll die volle Dosis verwendet werden, für die Auffrischimpfung mittels Moderna die halbe Dosis der Grundimmunisierung.

Nachdem der Impfstoff von Biontech/Pfizer derzeit nur eingeschränkt bestellt werden kann, ein Bezug des Moderna-Impfstoffs aber unbegrenzt möglich ist, wirkt sich dies auf die Arbeit der Mobilen Impfteams im Main-Tauber-Kreis aus. Sie werden auf absehbare Zeit nur Menschen unter 30 Jahren mit Biontech/Pfizer impfen, für Menschen über 30 Jahren wird ausschließlich Moderna eingesetzt.

Eine Wahlmöglichkeit zwischen den beiden mRNA-Impfstoffen kann aktuell nicht geboten werden. „Sie ist aber auch nicht notwendig, weil beide Vakzine einen sehr hohen Impfschutz gegen schwere Verläufe bieten. Auch sind beide Impfstoffe miteinander kombinierbar, so dass beispielsweise nach zwei Impfungen mit Biontech ein Booster mit Moderna sehr gut möglich ist“, sagt Gesundheitsamtsleiterin und Fachärztin Yasemin Eryanar. Das Vorgehen entspreche auch den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Zu der Knappheit beim Biontech/Pfizer-Impfstoff ist es gekommen, nachdem die sehr stark ansteigenden Infektionszahlen und der daraus resultierende Aufruf der Bundesregierung zu schnellstmöglichen Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren zu einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage geführt haben. Gleichwohl ist laut der Bundesregierung insgesamt so viel mRNA-Impfstoff vorhanden, dass jede Bürgerin und jeder Bürger geschützt werden kann, die oder der dies möchte.

Neue Corona-Verordnung: Gelber Impfpass reicht nicht mehr

Mit der neuen Corona-Verordnung ist ein Nachweis über die Impfung nur noch mit einem QR-Code möglich, beispielsweise für den Zugang zu 2G- oder 2G plus-Veranstaltungen. Nicht mehr ausreichend ist dagegen die Vorlage des gelben Impfpasses, da dieser sich nicht zur digitalen Anwendung eignet. Bürgerinnen und Bürger, die bislang lediglich den gelben Impfpass benutzt haben, sollen noch bis 1. Dezember 2021 die Möglichkeit erhalten, sich einen QR-Code ausstellen zu lassen, teilte das Sozialministerium Baden-Württemberg mit.

Der QR-Code befindet sich auf dem digitalen Impfzertifikat, das die Menschen entweder direkt bei ihrer Impfung erhalten oder mit dem gelben Impfpass im Anschluss an die Impfung in der Apotheke abholen können. Der QR-Code kann dann entweder mit der Corona-Warn-App oder der CovPass-App eingelesen werden. Das Sozialministerium will auf diese Weise sicherstellen, dass es Impfpassfälscher künftig schwerer haben.

Veranstalter, Gastronomen und andere Gruppen sind verpflichtet, die Gültigkeit des Zertifikats zu prüfen. Das kann einfach und datenschutzkonform mit der offiziellen CovPassCheck-App des RKI erfolgen.

Die Zahlen in Bund und Land

Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenzen im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg und Deutschland. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Die Inzidenz im Main-Tauber Kreis liegt momentan im Bereich des Bundes- und Landesschnitt. Zu beachten ist allerdings, dass die Inzidenz der Neuinfektionen durch die Impfungen stark an Bedeutung eingebüßt hat und auch nicht mehr als Richtwert für Corona-Regeln genutzt wird.

Ein Blick auf die Altersstruktur der Neuinfektionen

Welche Altersgruppen infizieren sich? Dazu bietet das RKI Informationen in sechs, leider recht groben, Gruppen. Betrachtet man das über die Zeit, dann sieht es wie folgt aus:

Corona-Neuinfektionen im Main-Tauber Kreis nach „RKI-Altersgruppen“. Wichtig: die Daten sind nach „Meldedatum“ eingetragen. Dies weicht leicht ab von den täglichen Meldungen des Main-Tauber Kreises. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Im Bild sieht man die Gesamtzahl der Infektionen pro Tag. Die Altersgruppen sind dabei farblich gekennzeichnet und summieren sich zum Tageswert. Je größer der Anteil, desto mehr von der entsprechenden Farbe ist vertreten.

Als zusätzlichen Service geben wir auch die Inzidenzen nach RKI-Altersgruppen an. Beachten Sie aber bitte, dass aufgrund der geringen Bevölkerungszahl im Kreis auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können.

Corona-Inzidenzen nach Altersgruppen im Main-Tauber Kreis. Beachten Sie bitte, dass auch einzelne Fälle größere Ausschläge verursachen können. Daher ist die Grafik mit Vorsicht zu interpretieren! (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Detail-Zahlen zu Corona im Main-Tauber Kreis

Im Main-Tauber-Kreis wurden in der Zeit von Donnerstag, 25., bis Freitag, 26. November, insgesamt 222 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 104 am Donnerstag und 118 am Freitag. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 8087.

Corona-Fälle im Main Tauber Kreis
Kreiskarte: neue Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis am Donnerstag und Freitag, aufgeschlüsselt nach Städten und Gemeinden. Die aktuell verfügbaren Daten reichen noch nicht, um daraus die Sieben-Tage-Inzidenz der Kommunen zu ermitteln. (Stand: 26.11., Quelle: Landratsamt in TBB)

Die Zahl der Genesenen steigt um 153 Personen auf 7093. Somit sind derzeit 893 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Die am Donnerstag und Freitag neu festgestellten Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 3, Assamstadt: 1, Bad Mergentheim: 56, Boxberg: 6, Creglingen: 11, Freudenberg: 4, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 1, Igersheim: 9, Königheim: 5, Külsheim: 3, Lauda-Königshofen: 15, Niederstetten: 3, Tauberbischofsheim: 15, Weikersheim: 12, Werbach: 3, Wertheim: 71 und Wittighausen: 1.

Corona-Fakten für Main-Tauber in Kürze

7-Tage Inzidenz
Main Tauber: 1.124,6 (27.01., rki)
BaWü: 1.031,1 (27.01., rki)
Deutschland 1.076,9 (27.01., rki)
Unsere Berechnung Main Tauber: 1.123,9
Neuinfektionen
Main Tauber: 323 / 307 [26.01.]
BaWü 23751 / 27891 [26.01.]
Deutschland 190148 / 203136 [26.01.]
Erkrankungsbeginn bekannt/unbekannt Kreis, letzte 7 Tage 1428/61 (rki)
Gesamt Aktive Infektionen
Main Tauber: 3.095 (27.01., rki)
BaWü 249.892 (27.01., rki)
Deutschland 1.817.360 (27.01., rki)
TBB, Pat. auf Intensivstation/beatmet: 1/0 | 0/0 [26.01.]

Alle Details finden sie in den Corona-Informationen des Landes Baden-Württemberg. Angaben hier ohne Gewähr.

Weitere Kenndaten zu Corona im Main-Tauber Kreis finden Sie auch auf dieser Seite.

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Quellen:

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Omikron in Deutschland finden Sie hier.