Die Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg sind in der vergangenen Woche fast gleich geblieben (1.692 Fälle nach 1.671 in der Vorwoche). Gefallen ist jedoch der Anteil der Reiserückkehrer, und zwar von fast zwei Dritteln auf nun gut die Hälfte. Das meldet das Landesgesundheitsamt in seinem Lagebericht vom 10. September.
[Zum Wochenbericht vom 17. September]

Grafik der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nach Infektionsquelle Inland/Ausland (Stand: 10. September)
Entwicklung der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nach Infektionsquelle Inland/Ausland (Stand: 10. September, Grafik: Rainer Gerhards, Daten: Landesgesundheitsamt BW)

Wie in der Vorwoche merkt man also deutlich die Sommerferien in Baden-Württemberg. Das allerdings mit abnehmenden Trend. Umgekehrt bedeutet dies, dass die Fälle aus dem Inland zugenommen haben.

Das kann zweierlei bedeuten: entweder die Infektionen geschehen wieder mehr im Alltagsleben. Oder, die bessere Variante, es handelt sich um Reiserückkehrer, die in Deutschland Urlaub gemacht haben. Denn die werden nicht gesondert erfasst. Für diese These könnte sprechen, dass manche ihren Urlaub aufgrund der Zunahme von Infektionen in den Nachbarländern noch kurzfristig nach Deutschland umgebucht haben.

In gut zwei Wochen wissen wir auf vermutlich etwas mehr: denn in den anderen Bundesländern hat es meist noch so lange gedauert, bis sich die geänderten Trends in der Statistik niedergeschlagen haben.

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg berichtet immer Donnerstags die Anzahl der Fälle, die sich vermutlich im Ausland infiziert haben. Dieser Wert steigt seit Ende der Reisebeschränkungen am 15. Juni an und macht mittlerweile den überwiegenden Anteil der Neuinfektionen in Baden-Württemberg aus.

Top 5 der Baden-Württemberger „Infektions-Urlaubsländer“

Die Liste der Infektionsländer ist lang. Der Großteil der COVID-19 Infektionen erfolgt nach wie vor in den „Top 5“. In der letzten beiden Meldewochen waren das, der Kosovo und die Türkei mit je 209, Kroatien mit 207, Rumänien mit 92 und Bosnien und Herzegowina mit 54 Fällen.

Rechnet man seit Ende der Reisebeschränkungen am 15. Juni, so sind die „Top 5“ wie folgt besetzt:

  • Kroatien (1.081 Fälle, teilweise Risikogebiet seit 20. August)
  • Kosovo (1.043 Fälle, Risikogebiet seit 15. Juni)
  • Türkei (422, Fälle, teilweise Risikogebiet seit 7. August)
  • Rumänien (249 Fälle, teilweise Risikogebiet seit 7. August)
  • Bosnien und Herzegowina (246 Fälle, Risikogebiet seit 15. Juni)

Die genannten Fälle sind die Summe aller Meldungen aus dem jeweiligen Land seit dem Ende der Reisebeschränkungen. Aus allen Ländern wurden in Baden-Württemberg bisher 4.475 Corona-Infektionen gemeldet. Die Gruppe der „Top 5“ haben daran einen Anteil von 3.041 Fällen (68%). Die Klassifikation als „Risikogebiet“ stammt vom Robert-Koch Institut (Achtung: diese Liste ändert sich laufend und entspricht später nicht mehr unbedingt dem heutigen Stand). Seit drei Wochen sind alle Länder der „Top 5“ Risikogebiete. Auch die Türkei, obwohl dort teilweise die Reisewarnung aufgehoben wurde – oder gerade deshalb? Der Anteil der Türkei nimmt sogar kontinuierlich zu.

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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