Rund 500 Einsatzkräfte haben am Samstag, 17. Oktober, bei einer großen Katastrophenschutzübung in Bad Mergentheim das Zusammenspiel im Ernstfall getestet. Auf dem Gelände von Würth Industrie Service am Drillberg und im angrenzenden Wald ging es um Menschenrettung, Gefahrstoffe und die Versorgung zahlreicher Verletzter. Auch die Krankenhäuser in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim waren in die Übung eingebunden.

Zwei Hubschrauberabstürze als Übungsszenario
Das Sachgebiet Kreisbrandmeisterei des Landratsamtes hatte ein anspruchsvolles Szenario vorbereitet: Simuliert wurde die Kollision zweier Bundeswehr-Hubschrauber im Tiefflug über dem Drillberg. Eine Maschine stürzte dem Drehbuch zufolge in ein Gefahrstofflager, löste einen Brand aus und verursachte den Austritt von Gefahrstoffen. Schadstoffe breiteten sich in umliegende Gebäude aus. Die zweite Maschine schlug im Wald auf.
Die Aufgabe für die Einsatzkräfte: rund 50 verletzte und betroffene Personen retten, medizinisch versorgen, betreuen und abtransportieren. Nach der Alarmierung durch die Brandmeldeanlage mussten sie zunächst die Lage erkunden und der Einsatzleitung ein verlässliches Bild der verschiedenen Einsatzstellen verschaffen.
Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Bundeswehr arbeiten zusammen
Beteiligt waren regionale Feuerwehren, darunter die Feuerwehr Bad Mergentheim und der Gefahrstoffzug des Landkreises, sowie die Bundeswehrfeuerwehr. Hinzu kamen das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die DLRG-Wasserrettung, Rettungshundestaffeln, Polizei, Psychosoziale Notfallversorgung und Kräfte des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr.
Während Feuerwehrkräfte unter Atemschutz Menschen retteten und den angenommenen Brand bekämpften, suchten weitere Teams nach vermissten Personen im Gelände. Drohnen halfen bei der Erkundung. Spezialkräfte in Chemikalienschutzanzügen nahmen die im Szenario ausgetretenen Gefahrstoffe mit Pumpen auf und pumpten sie um. Am Löschwasserteich übte die DLRG die Rettung von Personen aus dem Wasser.

Rettungskette bis in die Krankenhäuser
Die geretteten Übungspatienten wurden nach der Schwere ihrer Verletzungen eingestuft und erstversorgt. Das Rote Kreuz richtete dafür einen Behandlungsplatz ein. Die Rettungskette endete aber nicht auf dem Übungsgelände: Patienten wurden anschließend in das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und das Krankenhaus Tauberbischofsheim transportiert.
Dort übernahmen die Teams der Notaufnahmen die weitere Versorgung. So konnten auch die Kliniken ihre Abläufe und Kapazitäten für einen Massenanfall von Verletzten erproben. Unverletzte Betroffene und Augenzeugen wurden im Rahmen der Übung von der Notfallseelsorge betreut. Parallel trat der Führungsstab des Landkreises zusammen.

Auswertung soll Katastrophenschutzpläne verbessern
„Katastrophen und schwere Krisen kündigen sich nicht an.“ Mit diesen Worten unterstrich Landrat Christoph Schauder bei der Übung die Bedeutung der Vorbereitung. Er würdigte besonders das Engagement der überwiegend ehrenamtlichen Kräfte und dankte Würth Industrie Service für die Bereitstellung des Betriebsgeländes.
Kreisbrandmeister Andreas Geyer zog eine positive Bilanz des Zusammenspiels: „Die Zusammenarbeit und die Professionalität aller beteiligten Hilfsorganisationen bewegen sich bei uns auf höchstem Niveau.“
Jörg Weber, stellvertretender Sachgebietsleiter der Kreisbrandmeisterei, hob die Koordination durch Einsatzleitung und Führungsstab hervor. Die detaillierte Auswertung der Übung soll nun als Grundlage dienen, um die Katastrophenschutzpläne des Landkreises weiterzuentwickeln und die Schnittstellen zwischen den beteiligten Organisationen zu verbessern.
Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis Nr. 534-2026 vom 19. Oktober 2026. Fotos: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Markus Moll.
