Vierzig Corona-Neuinfektionen am gestrigen Tag – das ist eine Menge. Wir haben uns daher heute die Datenlage noch einmal etwas genauer angesehen.

Das Landratsamt teilt immer die Verteilung der Infektionen im Kreis mit. Über die täglichen RKI Zahlen gibt es darüber hinaus einen Überblick über die Altersgruppen (jedoch ohne Gemeinden, und das ist aus Datenschutzgründen auch gut so). Die RKI Zahlen kommen immer am nächsten Morgen. Die Anzahl weicht oft etwas von der Zahl des Kreises ab. Das liegt an Meldeverzögerungen. Für gestern wurden beim RKI 38 Fälle gemeldet. Nach Alter verteilt sehen die so aus:

Altersgruppen der gestrigen Neuinfektionen anhand der RKI-Daten. (Grafik: Rainer Gerhards)

Die Neuinfektionen waren also vor allem bei 35-59 jährigen sowie 15-34 jährigen. Das ist insofern interessant, weil der Kreis aufauf mehrere, größere Zusammenkünfte zurückzuführen … kurz vor dem Inkrafttreten der strengeren Beschränkungen“ als Quelle hinweist. Dabei ist man geneigt, vor allem an Jugendliche und Junge Erwachsene zu denken. Die kann man aber tatsächlich nicht als Hauptgruppe ausmachen.

Eine gewisse Vorsicht ist bei dieser Interpretation jedoch angeraten: denn zum einen sind junge Menschen oft ohne Symptome und werden daher weniger getestet und es gab und gibt durch Labor-Engpässe Verzögerungen bei den Testergebnissen. Außerdem hat sich die Teststrategie geändert und nach der neuen werden gerade junge Menschen ohne Symptome weniger getestet. Alles das verzerrt das Bild.

Die Altersgruppen in den beim RKI automatisch abrufbaren Daten sind leider recht grob. Manuell kann man feinere Daten anfordern, und das haben wir heute auch einmal getan. Dabei sind jedoch alle bisher bekannten Neuinfektionen berücksichtigt. Nicht nur die von gestern. Das Ergebnis sieht man in der Grafik. Uns interessiert aktuell nur die letzte Spalte, Meldewoche 47.

Corona-Neuinfektionen nach Altersgruppen (je 5 Jahre) und Meldewoche
Grafik anklicken für großes Bild! Corona-Neuinfektionen nach Altersgruppen (je 5 Jahre) und Meldewoche. Je roter ein Kästchen, desto mehr Fälle. Von Links nach Rechts geht es in der Zeit vorwärts, von oben nach unten mit dem Alter aufwärts. Meldewochen entsprechen Kalenderwochen (je Montag bis Sonntag)(Stand: 19.11. Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Da sieht man zwar, dass der Großteil der Fälle bei den 20 bis 24 jährigen in der jüngeren Altersgruppe aufgetreten ist. Der Schwerpunkt ist das aber nicht – es sind sieben von bisher 53 Fällen.

Die privaten Veranstaltungen scheinen also doch eher relativ breit in der Bevölkerung verteilt gewesen zu sein. Vermutlich weist der Kreis auch deshalb so dringlich darauf hin, dass mein seine Kontakte nun wirklich so stark wie möglich beschränken sollte. Und darauf verzichten, wenn es nicht absolut dringlich ist.

Übrigens ist bei nur zwei der gestrigen Neuinfektionen der Erkrankungsbeginn bekannt. Das legt die Vermutung nahe, dass bei einem sehr großen Teil der Infizierten der Ursprung der Infektion tatsächlich nicht bekannt ist. Inwiefern man damit sicher die Neuinfektionen auf Ende Oktober zurückführen kann, ist aus unserer Sicht etwas unklar. Man könnte es wohl zum Teil mit verzögerten Testergebnissen erklären. Eventuell wird der Erkrankungsbeginn in den nächsten Tagen ja auch noch nachgetragen. Das ist möglich. Wir beobachten die Daten im Hinblick darauf.

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.