Etwas unbemerkt vom „Tagesgeschehen“, wie der gestrigen Bund-Länder Konferenz, nähert sich das Land Baden-Württemberg einer Corona Sieben-Tage Inzidenz von 35 – und zwar landesweit. Gestern lag sie bei 34,5 ein Überschreiten könnte also eventuell heute schon bevor stehen. Warum ist das wichtig? Weil dann eventuell deutlich restriktivere Maßnahmen aktiviert werden müssen. [Update: Dritte Stufe nun ausgerufen]

Auch in Baden-Württemberg wachsen die Corona-Neuinfektionen wieder stark. Seit gut einer Woche scheinbar auch exponentiell. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Der Grund dafür ist, dass es in Baden-Württemberg seit dem 15.09. einen Stufenplan für Maßnahmen gibt. Dazu heißt es in der Pressemitteilung des Landes vom 15.09: „Angesichts wieder steigender Infektionszahlen und mit Blick auf den Herbst hat sich die Landesregierung während des Sommers intensiv auf eine mögliche zweite SARS-CoV-2-Welle vorbereitet. Eine interministerielle Arbeitsgruppe, an der auch die kommunalen Landesverbände beteiligt waren, hat sich hierzu auf eine landesweit einheitliche Pandemieschutzstrategie verständigt.

Das Konzept in Baden-Württemberg sieht drei Pandemiestufen vor. Stufe eins gilt bei geringem Risiko, seit dem 6.10. befinden wir uns in Stufe zwei, die wenig konkrete Beschränkungen beinhaltet und eigentlich „nur“ eine Vorwarnstufe ist. In Stufe drei gibt es dann Beschränkungen, wie z.B. Reduzierung von Veranstaltungs-Teilnehmerzahlen, Änderungen der Krankenhausleistungen und teilweise Maskenpflicht an Schulen auch im Unterricht. Siehe hierzu die Matrix der Pandemiestufen. Diese dritte Stufe, die sogenannte „Kritische Phase“ wird eigentlich bei Überschreitung einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von 35 erreicht. Was also in Bälde eintreten könnte. Konkret heißt es (Hervorhebungen im Originaltext des Landes): „Der Eintritt in Pandemiestufe 3 („Kritische Phase“) wird definiert durch Überschreitung der landesweiten 7-Tages-Inzidenz von 35/100.000 Einwohner. Es besteht ein starker, ggf. exponentieller Anstieg der Fallzahlen mit diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten. Verschärfte Maßnahmen, die zur Verhütung und Bekämpfung von SARS-CoV-2 geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sind, werden umgesetzt. Diese sind insbesondere erforderlich, um das Gesundheitswesen nicht an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen.„.

Als zusätzliche Kriterien werden aber

  • ein starker Anstieg der Fallzahlen – das sollte auch gegeben sein, wenn man sich die Daten so ansieht
  • diffuse, häufig nicht mehr nachvollziehbare Infektionskette – dazu gibt es keine Daten, vermutlich ist das aktuell aber eher selten der Fall

Damit stellt sich letztlich die Frage, welchen Weg die Landesregierung gehen möchte. Die Aktivierung der „Kritischen Phase“ wäre sicherlich nach Datenlage möglich bzw. geboten. Ob die Regierung dies aufgrund vermutlich Großteils noch nachvollziehbarer Infektionsketten (zunächst) noch vermeiden möchte, ist eine gute Frage.

Update: Die Vorbereitungen für Pandemiestufe drei laufen offenbar schon. Soeben wurde die Corona-Verordnung Schule angepasst. Die neuen Maßnahmen gelten nur, wenn die Pandemiestufe 3 tatsächlich ausgerufen wird.

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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