Aerosole sind die wichtigste Ansteckungsquelle für Corona. Das zumindest sagt Jose-Luis Jimenez, ein anerkannter Aerosol-Experte. Das Robert-Koch Institut (RKI) ist noch etwas vorsichtiger, nennt Aerosole im aktuellen Coronavirus-Steckbrief (Abruf 27.08.20) einen Haupt-Übertragungsweg – neben Tröpfcheninfektion. Was aber sind Aerosole und warum spielen sie in der Corona-Pandemie ein so wichtige Rolle?

Symbolbild Zigarettenrauch
Auch in Aerosol, noch dazu ein bekanntes und gut sichtbares: Zigarettenrauch (Symbolbild: Ralf Kunze / Pixabay)

Was sind Aerosole?

Aerosole sind, vereinfacht gesagt, kleinste und sehr leichte Teilchen, die in der Luft schweben. Tröpfchen sind größer und schwerer und fallen deshalb relativ rasch zu Boden. Ausgeatmete Corona-Viren starten oft als Tröpfchen und werden durch Austrocknung zu Schwebeteilchen, die dann ein Aerosol bilden. Beim Atmen können unmittelbar Aerosol-Teilchen entstehen. Beim Sprechen und Singen bilden sich zunächst eher die größeren Tröpfchen. Tröpfchen fliegen meist nicht weiter als ein bis zwei Meter. Aerosol-Teilchen bleiben zunächst auch in der Nähe desjenigen, der sie ausstößt. Durch Luftströmung verteilen sie sich allerdings auch über weitere Distanzen im Raum.

Wer einen Raucher zur Hand hat, kann sich ein gutes Bild von Aerosolen machen. Denn Tabakrauch ist ein Aerosol – und zwar eines, das wir gut sehen können. So, wie sich Rauch im Raum verteilt, so verteilen sich tendenziell auch andere Aerosole. Das bedeutet auch: Nehmen wir an, ein Raucher ist infektiös. Wer im von diesem Raucher ausgeatmeten Rauch sitzt, der befindet sich auch in dessen „Corona-Wolke“. Ganz generell kann man anhand von Rauch, auch testeshalber erzeugt, recht gut die Luftströmung und damit auch die Verteilung von Aerosolen erkennen.

Welche Bedeutung haben Aerosole in der Corona-Pandemie?

Coronavirus SARS-CoV-2
Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch in Aerosolen enthalten sein – und sich dann auch über weitere Strecken verteilen. (Foto: CDC)

Im Freien ist Verteilung des Aerosols durch Luftströmung sehr positiv – die Corona-Erreger werden im wahrsten Sinne des Wortes „vom Winde verweht“. Drinnen ist es kritischer. Insbesondere wenn ein Raum schlecht belüftet ist. Dann kann sich eine „Corona-Wolke“ bilden, die auch Stunden später noch Menschen anstecken kann (Beispiel-Studie). Selbst wenn der ursprünglich Infizierte längst verschwunden ist.

Durch Aerosole kann man sich also mit Corona anstecken – auch über größere Distanz als 1,5 Metern. Dieses Risiko besteht vor allen Dingen in Innenräumen. Je kleiner der Raum und je geringer die Durchlüftung, desto höher das Corona-Risiko. Dies entspricht auch der Risikoeinschätzung des RKI.

Die sogenannten Superspreading-Events dürften durch Aerosole erklärbar sein (beispielhafte Studie). Hierbei werden sehr viele Menschen von einem oder wenigen Infizierten mit Corona angesteckt. Es ist anzunehmen, das Superspreading ein wesentlicher Faktor in der Verbreitung der Corona-Pandemie ist.

Es braucht aber nicht zwingend Superspreading Events. Wenn wir uns in einer Umgebung befinden, die Aeorosolbildung fördert, dann steigt das Ansteckungsrisiko deutlich an. Wichtige Risikofaktoren sind:

Das ist sicherlich auch ein Grund, warum wir im Sommerhalbjahr einen vergleichsweise glimpflichen Verlauf der Pandemie in Deutschland erlebt haben. Viele Veranstaltungen fanden Draußen statt, wo das Risiko erheblich geringer ist. Das wird im Winterhalbjahr so nicht mehr möglich sein.

Wie kann man sich schützen?

Symbolbild einer Party
Ideal für die Verbreitung von Corona: eine Party im Innenbereich, schlecht gelüftet, viele Menschen und kein Abstand. (Symboldbild: Gerd Altmann auf Pixabay)

Die Frage liegt nahe, sie soll hier jedoch nur kurz und knapp beantwortet werden. Für weitere Details bitte den Verlinkungen folgen. Die werden allerdings teilweise erst in nächster Zeit eingefügt. Einen Überblick gibt der Artikel „Raumluft hygienisch und virenfrei halten„.

Erste Wahl ist es, möglichst viel im Freien zu machen. Dort werden Aerosole rasch weggeweht.

Wenn es Innen sein muss:

  • Anzahl der Menschen so gering wie möglich halten,
  • auf möglichst gute Lüftung der Räume achten,
  • Luftreiniger und sonstige „raumlaufttechnische Anlagen“ verwenden, sie können Aerosole reduzieren,
  • Schutzmasken tragen, sie die können die Aerosolbildung etwas erschweren, gute Masken (FFP2) besitzen auch eine gewisse Filterwirkung.

Die Idee ist also, auch im Innenbereich möglichst viel Aerosol, und damit Corona-Viren, aus der Nähe der Menschen zu entfernen.

Quellen

Quellen gibt es mittlerweile viele. Hier seien nur die genannt, die im wesentlichen bei der Recherche genutzt wurden. Viele Quellen sind auch direkt im Artikel verlinkt.

Dies ist Version 2 des Dokuments.

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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