Großrinderfeld punktet mit starkem Bevölkerungswachstum

Großrinderfeld wächst weit stärker als sonst üblich im Main-Tauber-Kreis. Dies belegt die Attraktivität der Gemeinde zwischen Würzburg und Tauberbischofsheim.

Bevölkerungswachstum Großrinderfeld, Tauberbischofsheim und Main-Tauber-Kreis.
Relatives Bevölkerungswachstum 1961 bis 2018 nach Daten des Statistisches Landesamtes BW.

Nach den Daten des statischen Landesamtes liegt Großrinderfeld weit über dem üblichen Wachstum im Main-Tauber-Kreis. Selbst die große Kreisstadt Tauberbischofsheim kann hier nicht mithalten.

Man erkennt allerdings auch, dass es ab ca. 2003 allgemein wieder etwas abwärts ging. In den vergangenen 15 Jahren verlor Großrinderfeld leicht an Bevölkerung und liegt damit im Kreis-Trend. Tauberbischofsheim hat es hier geschafft, die Bevölkerung stabil zu halten. Der wieder zunehmende Trend zum „Wohnen in der (Klein)-Stadt“ mag ein Auslöser sein. Eine große Rolle dürfte aber auch spielen, dass Großrinderfeld seit längerem ausreichend neue Bauplätze fehlen. Damit wird das Wachstum quasi künstlich gebremst.

Für die Zukunft prognostiziert das statistische Landesamt wieder ein Bevölkerungswachstum in Großrinderfeld. Selbst ohne neue Bauplätze. Kommen die hinzu, ist eine noch weit positivere Entwicklung möglich.

Weshalb ist Großrinderfeld beliebt?

Hier muss man gar nicht so sehr spekulieren. Großrinderfeld liegt günstig an der Hauptverbindung zwischen dem Taubertal sowie der mainfränkischen Metropole Würzburg. Das ermöglicht es, Leben in der Natur mit den Vorteilen einer Großstadt zu verbinden. Und das zu weit günstigeren Kosten als „ein paar Minuten weiter“.

Großrinderfeld: eine attraktive Gemeinde bei Würzburg durchaus mit Naherholungswert.

Übrigens: auch das Land Baden-Württemberg hat das erkannt. Folgerichtig liegt Großrinderfeld seit langem an einer „Landesentwicklungsachse“ und ist in der Regionalplanung als Gebiet für den Zuzug von Ortsfremden vorgesehen. Was es dafür braucht sind natürlich hinreichend Bauplätze. Die muss man in Großrinderfeld hoffentlich ausreichend schaffen.

Zur Statistik…

Wie wurde die Statistik erstellt? Genutzt wurden die Rohdaten des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Die wurden dann aufbereitet und Duplikate aus Volkszählungsjahren entfernt. Damit ergab sich ein einheitlicher Datenbestand. Ergänzend dazu wurde der Strukturbericht des Regionalverbandes Heilbronn-Franken 2015 sowie die Regionalplanung 2020 genutzt.

Wie wird verglichen?

TBB hat natürlich sehr viel mehr Einwohner als Großrinderfeld. Um das Wachstum vergleichen zu können, bildet man relative Werte. Dabei wird die Einwohnerzahl 1961 als Basis genommen. Für alle folgenden Jahre wird dann errechnet, wie viel mehr Einwohner vorhanden sind. In der Grafik oben hatte Großrinderfeld 2010 etwas mehr als 1,3 mal so viele Einwohner wie 1961, der ganze Kreis hingegen nur ca. 1,1 mal so viele. So kann man also unabhängig von der konkreten Bevölkerungszahl vergleichen.

Vergleich mit Nachbargemeinden

Ähnlich große Gemeinden kann man natürlich auch Anhand der „echten“ Einwohnerzahl vergleichen. Dabei sollte dann ja im Regelfall ein ähnliches Ergebnis heraus kommen. Tut es auch, wenn man beispielsweise nach Werbach und Grünsfeld schaut.

Bevölkerungsentwicklung Großrinderfeld, Werbach, Grünsfeld
Bevölkerungsentwicklung Großrinderfeld, Werbach, Grünsfeld in absoluten Zahlen.

Auch hier sieht man, das Großrinderfeld als einst kleinere Gemeinde die beiden Anderen mittlerweile deutlich überholt hat. Auch der Knick nach 2000 ist in Großrinderfeld etwas weniger deutlich ausgeprägt. Im Gegenteil: bis ca. 2003 bemerkt man sogar noch einen Anstieg. Damals standen aber mit der „Alten Hohle“ auch noch ausreichend neue Bauplätze zur Verfügung. Die sorgten unter anderem für einen deutlichen Zuzug aus Würzburg.

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