Corona Inzidenz Modellregion Saarland

Das Saarland startet am 6. April mit dem umstrittenen „Modellversuch“. Dort sollen mit Hilfe von Schnelltests umfangreiche Lockerungen vorgenommen werden. Hier zeigen wir, wie sich die Sieben-Tage Inzidenz in der „Modellregion Saarland“ entwickelt.

Die Entwicklung der Sieben-Tage Inzidenz im Saarland. Die Daten werden täglich anhand der RKI-Fallmeldungen fortgeschrieben. Bitte beachten Sie: durch Nachmeldungen können sich auch die Werte vergangener Tage ändern. Die letzten 4 Tage sind meistens noch instabil. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Basierend auf den Informationen der Landesregierung beschreiben wir im Folgenden kurz das Saarland-Modell. Weitere Details gibt es direkt beim Land.

Wichtig: das „Modellprojekt“ hat am 6. April begonnen. Erste Auswirkungen in der Inzidenz kann man daher ab 16. April, sicherer ab 20. April, feststellen. Vorherige Daten stehen nicht in direktem Zusammenhang mit dem „Modellprojekt“.

Corona-Neuinfektionen der letzten 8 Tage im Saarland

Betrachtet man die Tageszahlen, dann kommt man Meldeverzögerungen oft auf die Spur. Auffallend ist eine hohe Anzahl von Fällen, die dann „auf einmal“ deutlich abflacht. Am Wochenende passiert so etwas auch oft. Dann sind die Wert für zwei Tage ungerwartet niedrig und steigen dann wieder an. Geringes Infektionsgeschehen herrscht, wenn die Werte über mehrerer Tage ähnlich niedrig sind.

Tag18.04.17.04.16.04.15.04.14.04.13.04.12.04.11.04.
Fälle221832352542512098760

Corona-Impfungen im Saarland

Anzahl der Corona-Impfungen. Gezeigt ist der kumulierte Wert, d.h. jeden Tag wird die Gesamtzahl der bisherigen Impfungen angezeigt. Die Grafik steigt somit immer an. (Grafik: Rainer Gerhards, Daten: RKI)

Das Saarland hat Anfang April 80.000 zusätzliche Impfdosen wegen seiner exponierten Lage an der französischen Grenze erhalten.

Das Saarland-Modell im Überblick

Zusätzlich zu den bereits in Kraft getretenen Öffnungsschritten werden weitere Öffnungen – gebunden an die Vorlage eines negativen Tests sowie Maßnahmen zu Hygiene und Kontaktnachverfolgung – möglich:

  • Private Zusammenkünfte und Veranstaltungen im Außenbereich: maximal 10 Personen, wenn alle Gäste einen negativen Test vorlegen können, Veranstaltungen mit Kontaktnachverfolgung und nach vorheriger Anmeldung bei der zuständigen Ortspolizeibehörde. 
  • Öffnung Außengastronomie: mit Kontaktnachverfolgung und vorheriger Terminbuchung. Im Rahmen der aktuellen Kontaktbeschränkungen ohne Test; darüberhinausgehend maximal 10 Personen pro Tisch, wenn alle Gäste einen negativen Test vorlegen können. 
  • Sport: Kontaktsport im Außenbereich (z.B. Fußball) und kontaktfrei im Innenbereich (z.B. Tennis in der Halle oder Training im Fitnessstudio) mit negativem Test. 
  • Theater, Konzerthäuser, Opernhäuser und Kinos: mit Kontaktnachverfolgung und negativem Test. 

Zur Testung

  • Der zugrundeliegende Test muss die Anforderungen des RKI erfüllen (https://www.rki.de/covid-19-tests). 
  • Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein.
  • Das Testergebnis ist durch die durchführende Stelle (Testzentren, Schulen, Apotheken, Ärzte, Betriebe und Behörden) zu bescheinigen, alternativ können Selbsttests unter Aufsicht vor Ort durchgeführt werden.
  • Kein Testerfordernis für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres.

Der Drei-Stufen-Plan

Sollte es zu einem Anstieg der Infektionen kommen, werden die Ursachen genauestens analysiert: wo sind Infektionsketten entstanden, lassen sich diese auf eine Einrichtung oder ein Cluster eingrenzen. Neben den aktuellen Inzidenzen werden auch der R-Wert und vor allem die Entwicklung in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen eine wichtige Rolle spielen. Je nach Entwicklung verschiedener Parameter treten weitere Maßnahmen in Kraft. 

Stufe 1 (grün): stabiles Infektionsgeschehen (Inzidenz unter 100)

  • Für die bereits vor dem 6. April 2021 in Kraft getretenen Öffnungsschritte ergeben sich keine Änderungen.
  • Für die zusätzlichen Öffnungsschritte des Saarland-Modells gelten die oben genannten Regelungen (Testpflicht, Kontaktnachverfolgung etc.).

Stufe 2 (gelb): gesteigertes Infektionsgeschehen

  • Bei einer Inzidenz von über 100 für drei Tage wird die Testpflicht auf alle geöffneten Bereiche ausgeweitet (Einzelhandel, alle körpernahen Dienstleistungen, etc.) Ausnahmen davon wird es lediglich für Bedarfe der Grundversorgung geben, wie Lebensmittel oder Bankdienstleistungen oder medizinische Behandlungen. 

Stufe 3 (rot): drohende Überlastung des Gesundheitswesens

  • Rücknahme aller Öffnungsschritte und konsequenter Lockdown.

Weitere Informationen rund um Covid-19 (Corona, SARS-CoV-2), auch im Main-Tauber Kreis, gibt es auf der Übersichtsseite zu Coronavirus in Großrinderfeld und Main-Tauber Kreis.
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Informationen zu Corona-Mutationen in Baden-Württemberg finden Sie hier.