Mit dem Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Main-Tauber-Kreis soll die hausärztliche Versorgung im Ländlichen Raum langfristig gesichert und jungen Medizinerinnen und Medizinern eine attraktive Perspektive geboten werden. Landrat Christoph Schauder, Vertreter der Kliniken sowie niedergelassene Ärzte unterzeichneten im Landratsamt in Tauberbischofsheim den Kooperationsvertrag.

Landrat Christoph Schauder (vorne, 2.v.r.) unterzeichnete gemeinsam mit den Kooperationspartnern den Vertrag für die Gründung des Weiterbildungsverbundes Allgemeinmedizin Main-Tauber-Kreis. (Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Christoph Obel)

„Dieser Vertrag ist nicht nur ein formaler Startschuss, sondern ein starkes Signal für eine nachhaltige und flächendeckende medizinische Versorgung in unserem Landkreis. Der Weiterbildungsverbund schafft elementare Synergieeffekte zwischen den beteiligten Partnern und bietet jungen Medizinern ein attraktives und abwechslungsreiches Umfeld für eine Ausbildung und spätere Niederlassung. Wir haben die Herausforderungen in unserem Flächenlandkreis erkannt und gestalten aktiv Lösungen: vorausschauend, kooperativ und regional verankert“, betonte Landrat Christoph Schauder.

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Die Überalterung der Ärzteschaft im Landkreis und der damit einhergehende Handlungsbedarf sprechen eine klare Sprache: Aktuell praktizieren im Main-Tauber-Kreis 92 Hausärzte. Die Altersstruktur bereitet jedoch Sorgen, denn 42 Prozent dieser Mediziner sind bereits über 60 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Lediglich 36 Prozent der Hausärzteschaft sind jünger als 50 Jahre. Besonders in den ländlicheren Regionen abseits der Städte Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim ist die Versorgungsdichte bereits jetzt geringer. „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Generationswechsel. Für diesen Wechsel benötigen wir eine starke und zukunftsorientierte Partnerschaft mit einem stabilen Fundament. Es ist unser gemeinsames Ziel, junge Mediziner von der Region zu überzeugen und vor allem vor Ort zu binden. Ich danke allen Beteiligten für dieses wichtige Engagement“, ergänzte Landrat Schauder.

Der neue Weiterbildungsverbund setzt genau hier an und soll angehenden Hausärzten Weiterbildungsmöglichkeiten „aus einem Guss“ im Landkreis ermöglichen. Dank der Kooperation sind junge Ärzte nicht dazu gezwungen, ihre Ausbildungsstationen in aufwendiger Eigenregie selbst zusammenstellen, sondern erhalten einen strukturierten Rotationsplan mit Ausbildungsstationen in Kliniken und Praxen.

„Für junge Kolleginnen und Kollegen ist die Sicherheit einer durchgehenden Weiterbildung das entscheidende Kriterium. Durch den Verbund nehmen wir ihnen die bürokratische Last ab, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: die Medizin und ihre Patienten hier im Main-Tauber-Kreis“, betonte Dr. Jürgen De Laporte als Präsident der Bezirksärztekammer Nordwüttemberg.

Infografik zum Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Main-Tauber-Kreis. (Grafik: Rainer Gerhards mittels KI)

Eine wichtige Rolle kommt dabei der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Gesundheitsamt des Ladratsamtes zu, die die Koordination des Verbundes übernimmt. Zuvor hatte deren Lenkungskreis bereits im Oktober 2025 den Weg für diesen Zusammenschluss geebnet. „Die Geschäftsstelle übernimmt maßgeblich die Koordinierung, das Marketing und die Akquise für die beteiligten Krankenhäuser und die niedergelassenen Praxen. Mit dem Neustart und der Stellenbesetzung im vergangenen Jahr konnte die Initiative seitens der Kreisärzteschaft Mergentheim aus Juni 2025 unverzüglich aufgegriffen werden“, betonte Sozialdezernentin Elisabeth Krug.

An dem Verbund beteiligen sich als klinische Partner das Caritas-Krankenhaus und das Diabeteszentrum in Bad Mergentheim, das Krankenhaus Tauberbischofsheim sowie das Bürgerspital Wertheim. Hinzu kommen zum Start bereits 13 weiterbildungsbefugte Hausarztpraxen aus dem Landkreis. Hierbei handelt es sich um die Arztpraxis Stefan Gabel in Ahorn, das Facharztzentrum Bad Mergentheim Dres. med. Köber und Kollegen, das MVZ am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim und die Praxis Im Kurpark in Bad Mergentheim, die Umpfertalpraxis in Boxberg, die Hausarztpraxis Creglingen, Hausarztpraxis Schäfer in Freudenberg, die Praxis Kipp in Igersheim, die die Praxis Dr. med. Volker Dietz in Külsheim, die Praxis Breiter und Breiter in Lauda-Königshofen, die Hausarztpraxis Dr. Christopher Zapf & Dr. Alexandra Kurfeß und die Praxis im Ärztehaus in Tauberbischofsheim sowie „Die Hausärzte Wertheim“.

Der Weiterbildungsverbund bietet Planungssicherheit, kurze Wege und eine enge Vernetzung. Neben der fachlichen Qualifikation unterstützt der Verbund auch bei der Niederlassung und bietet soziale Vernetzungsmöglichkeiten wie Stammtische. Unterstützt wird das Projekt von dem Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.

Quelle: Pressemitteilung des Main-Tauber Kreis