Verwaltung geschlossen, Busse fahren – Arbeit an Lösung unter Hochdruck.

Grafik zum Cyberangriff auf die VGMT: Links die geschlossene Geschäftsstelle in Lauda mit Schloss-Symbol, rechts ein fahrender Bus („Busbetrieb läuft“).
Die Verkehrsgesellschaft im Main-Tauber Kreis ist wegen eines Cyberangriff geschlossen. Der Busverkehr läuft aber normal. (Grafik: Rainer Gerhards mittels KI)

Immer wieder hört man davon, dass wichtige Einrichtungen des öffentlichen Lebens von Cyberangriffen lahmgelegt werden. Manchmal sind es staatliche Aktuere, oft aber auch „normale Kriminelle“. Nun hat es auch die Verkehrsgesellschaft im Main-Tauber Kreis erwischt.

Was ist geschehen? Am Mittwochvormittag hat die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) festgestellt, dass Angreifer die Geschäftsstelle der VGMT und die Mobilitätszentrale in Lauda mit Schadsoftware attackiert haben. Dabei verschlüsselten sie Server und Dateien im Netzwerk der Verkehrsgesellschaft. Das ist zumindest die aktuelle Vermutung. Ob dabei auch Daten abgeflossen sind, ist derzeit noch unklar und wird aktuell untersucht.

Der Linien-, Schulbus- und Ruftaxiverkehr im Main-Tauber-Kreis findet uneingeschränkt statt. Allerdings sind die Verkehrsgesellschaft und die Mobilitätszentrale Lauda aktuell weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar und haben für den Publikumsverkehr geschlossen. Das bekannte Dienstleistungsangebot wie zum Beispiel die persönliche Kundenbetreuung steht nicht zur Verfügung. Das Landratsamt informiert auf seiner Website unter www.main-tauber-kreis.de/cyberangriff-vgmt fortlaufend zum aktuellen Sachstand.

Wir bitten alle Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner der VGMT um Verständnis für diese sehr bedauerliche und schwierige Situation. Die Verkehrsgesellschaft und das Landratsamt arbeiten unter Hochdruck daran, die Probleme zu lösen“, erklärt Geschäftsführer Thorsten Haas. Ziel ist es, schnellstmöglich zumindest einen eingeschränkten Betrieb der Mobilitätszentrale Lauda und der VGMT-Geschäftsstelle mit einem elementaren Dienstleistungsangebot und der Möglichkeit zur Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail wieder bereitzustellen. Daran anschließend soll Schritt für Schritt unter weiter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen zum regulären Betrieb zurückgekehrt werden. Ein Zeitraum für die einzelnen Schritte kann derzeit nicht genannt werden.

Bei der Verkehrsgesellschaft handelt es sich um ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Landkreisverwaltung. Beide haben umgehend die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg um Unterstützung gebeten, Anzeige bei der Polizei erstattet sowie die Cyberversicherung und den Landesbeauftragten für den Datenschutz informiert.

Aus rechtlichen Gründen verfügt die VGMT über ein eigenes IT-Netzwerk, das von dem der Landkreisverwaltung vollständig getrennt ist. Daher beschränkt sich der Sicherheitsvorfall den bisherigen Analysen zufolge auf die Geschäftsstelle der VGMT und die Mobilitätszentrale Lauda. Da Landkreisverwaltung und VGMT regelmäßig im E-Mail-Kontakt stehen, hat das Amt für IT der Landkreisverwaltung dennoch alle Sicherheitsvorkehrungen auf ein Maximum hochgefahren und die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung sensibilisiert. Ebenso werden alle Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner, die mit der VGMT im Austausch per E-Mail stehen, um erhöhte Aufmerksamkeit und besondere Wachsamkeit hinsichtlich verdächtiger Nachrichten gebeten. Die Geschäftspartner werden auch auf direktem Weg informiert.

Das Landratsamt und die Verkehrsgesellschaft werden fortlaufend und transparent über die weitere Entwicklung informieren. Auch ich werde des Ereignis „im Auge behalten“.

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Quelle: Pressemitteilung des Main-Tauber Kreis