Eigentlich hat schon alles darauf hingedeutet. Nun gibt es aber eine ganz klare Ansage. Einen Glasfaserausbau mit „toni“ (nun LEONET) wird es in Großrinderfeld nicht geben.

Auch ich hatte einen Auftrag erteilt. Und dazu erhielt ich gerade per Mail eine definitive Absage. Und die gilt ausdrücklich für ganz Großrinderfeld. Ich vermute, ich bin nicht der einzige, der aktuell diese Mail erhält.
Eine klare Absage statt weiterer Vertröstung
In der Mail heißt es unmissverständlich, dass die Kommune nicht flächendeckend mit Glasfaser erschlossen werden könne. Genannt werden ausdrücklich Großrinderfeld, Gerchsheim, Ilmspan und Schönfeld. Damit ist klar: Das Projekt, das vor einigen Jahren mit viel Aufmerksamkeit gestartet war, kommt hier nicht zustande.
Das ist deshalb so bemerkenswert, weil das Thema über lange Zeit zwar immer wieder ins Stocken geraten war, aber nie wirklich mit letzter Klarheit beendet wurde. Es gab Verzögerungen, Prüfungen, neue Ankündigungen und später auch einen neuen Namen. Was fehlte, war eine eindeutige Aussage. Genau die liegt nun vor.
Damit ist zumindest für viele Kunden das Rätselraten darum beendet, ob man den Auftrag stornieren sollte. Das muss man nicht, und vermutlich jeder wird eine Absage erhalten.
Was für die Kunden gilt
Die Mail lässt dabei wenig Spielraum für Interpretationen. Der Vertrag über den Glasfaserhausanschluss und/oder den Glasfaser-Internet- und Telefonanschluss komme nicht zustande. Bereits erteilte Aufträge würden storniert. Die Kunden müssten nichts weiter unternehmen.
Wichtig ist nur ein Zusatz: Wer zusätzlich einen DSL-Internet- und Telefonvertrag über die bestehende Telefonleitung mit LEONET abgeschlossen hat, für den bleibt dieser nach Angaben des Unternehmens unverändert bestehen. Hier bietet es sich aber sicher an zu prüfen, ob das Angebot wirklich noch gut ist. Insbesondere dann, wenn man auf bevorzugte Glasfaserversorgung spekuliert hatte.
Die Begründung von LEONET
Als Grund nennt LEONET veränderte Rahmenbedingungen im deutschen Glasfasermarkt. Die Muttergesellschaft „Unsere Grüne Glasfaser“ (UGG) habe entschieden, einige Kommunen, die für einen eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau vorgesehen waren, nicht zu realisieren. Diese Entscheidung treffe nun auch den ursprünglich durch LEONET, früher BBV beziehungsweise „toni“, geplanten Ausbau in Großrinderfeld.
Das klingt nicht nach einer weiteren Verschiebung, sondern nach einer grundsätzlichen Entscheidung.
Überraschend kommt das alles nicht
Ganz aus heiterem Himmel kommt diese Entwicklung nicht. Schon seit längerer Zeit war erkennbar, dass der groß angekündigte Ausbau im Main-Tauber-Kreis nicht so lief wie ursprünglich dargestellt. Ich hatte hier bereits darüber berichtet, dass die toni-Läden geschlossen wurden, der Ausbau praktisch zum Stillstand gekommen war und auf Nachfragen keine wirklich greifbaren Antworten mehr zu bekommen waren.
Später wurde aus „toni“ dann LEONET. Das war zwar sichtbar auf Briefkopf und Internetseite, änderte aber nichts am eigentlichen Problem. Der Ausbau blieb in der Schwebe.
Auch der Kreis hatte sich längst neu orientiert
Hinzu kommt, dass sich auch der Main-Tauber-Kreis inzwischen neu aufgestellt hat. Die frühere Zusammenarbeit auf Grundlage der Kooperationsvereinbarung von 2021 wird nach Angaben des Kreises nicht mehr aktiv weiterverfolgt. Stattdessen setzt man nun auf einen anderen Ansatz: eigenwirtschaftlicher Ausbau dort, wo er tatsächlich zustande kommt, und Förderprojekte dort, wo dies nicht der Fall ist.
Die jetzige Absage für Großrinderfeld passt damit genau in das Bild, das sich seit Monaten abgezeichnet hat. Aus einem immer weiter verschobenen Projekt ist nun vor Ort ein endgültig gescheitertes Projekt geworden.
Was man daraus sicher sagen kann
Für Großrinderfeld ist die Sache eindeutig. Ein flächendeckender Glasfaserausbau mit toni beziehungsweise LEONET wird hier nicht stattfinden. Das ist die harte Tatsache.
Weniger eindeutig ist die Frage, ob damit zugleich auch schon für den gesamten Main-Tauber-Kreis dieselbe ausdrückliche Absage vorliegt. Das lässt sich aus dieser Mail allein nicht sicher ableiten. Dort ist von „einigen Kommunen“ die Rede, nicht ausdrücklich vom ganzen Landkreis. Für Großrinderfeld selbst bleibt allerdings kein Zweifel.
Man kann aber spekulieren, dass auch in anderen Kommunen solche Kündigungsschreiben eingehen. Denn je kleiner der Ausbaubereich im ländlichen Raum, desto weniger wirtschaftlich ist er.
Wie es nun weitergehen wird
Eigentlich hat sich gegenüber Ende letzten Jahres nicht mehr viel verändert. Der Abbruch des Ausbaus durchs toni war eigentlich klar, „hing nur“ ein wenig in der Luft. Das ist nun beendet.
Nun geht es darum, wie der Kreis mit dem geförderten Ausbau weiter kommt. Das wird sicherlich einige Zeit dauern. In der Zwischenzeit wird sich am Ausbau im Kreis wenig ändern.
Was bisher geschah
2021: Der große Start
Im Jahr 2021 wurde der kreisweite Glasfaserausbau im Main-Tauber-Kreis mit BBV Deutschland groß angekündigt. Auch in Großrinderfeld lief die Vorvermarktung unter der Marke „toni“.
2025: Die Zweifel wachsen
Im Jahr 2025 wurde immer deutlicher, dass das Projekt nicht wie geplant vorankommt. Die toni-Shops schlossen, konkrete Ausbaufortschritte blieben aus, und der Stand des Projekts wurde zunehmend unklar.
Herbst 2025: Neuer Name, alte Probleme
Im Herbst 2025 wurde aus „toni“ die Marke LEONET. Der Ausbau blieb dennoch weiter in der Schwebe.
Anfang 2026: Der Kreis stellt sich neu auf
Anfang 2026 erklärte der Main-Tauber-Kreis, dass die bisherige Grundlage der Zusammenarbeit nicht mehr aktiv weiterverfolgt werde. Stattdessen soll der Ausbau künftig auf anderer Grundlage weitergedacht werden.
Jetzt: Die Absage für Großrinderfeld
Nun gibt es für Großrinderfeld die eindeutige Nachricht: Ein flächendeckender Glasfaserausbau mit toni beziehungsweise LEONET wird hier nicht stattfinden.
