Man könnte jetzt lange über den Nutzen der Corona-Warn-App diskutieren. Es geht aber viel einfacher: nehmen wir einfach einmal an, die App bringt „fast nichts“, aber immerhin doch ein bisschen Hilfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Sie hat aber eben auch keine Nachteile. Vielleicht Nutzen aber keine Nachteile? Das lohnt sich doch, oder?

Foto der Corona-Warn-App auf iPhone und Android Handy
Die Corona-Warn-App läuft auf iPhone und Android Handys. Gezeigt sind hier zwei schon etwas ältere Modelle. (Foto: Rainer Gerhards)

Kein Risiko, aber vielleicht viel Nutzen…

Keine Corona-Maßnahme ist so „schmerzlos“ wie die Corona-Warn-App. Trotzdem wird heftig um den Nutzen gestritten, die Frage „installieren oder nicht?“ nimmt schon wieder religiöse Ausmaße an. Ein paar Fakten:

  • Der Nutzen der App war im Sommer war lt. Presse, aber auch RKI & Co recht gering – aber ein Nutzen war da. Immerhin die Hälfte der Positiv Getesteten hatten das Ergebnis auch per App gemeldet. Zu wenig, aber immerhin.
  • Seitdem steigen aber auch die positiv-Meldungen per App. Lt. RKI (Bundespressekonferenz vom 8. Oktober) werden mittlerweile zwei Drittel der Positiv-Meldungen via App gemacht.
  • Ein Vorteil für Menschen, die sich testen lassen (müssen): das Testergebnis kommt schneller. Gerade im Hinblick auf die hohe Belastung der Gesundheitsämter ein echter Vorteil.

Warum die Corona-Warn-App gerade im Winter so wichtig wird

Im Sommer waren die Infektionszahlen recht gering. Außerdem haben wir uns mehr im in der freien Natur aufgehalten, oft mit größeren Abständen. Unter diesen Bedingungen kann die App gar keine große Wirkung zeigen. Jetzt, mit Beginn des Winterhalbjahres ändert sich das. Wir sind mehr in Innenräumen. Enger beieinander. Und die Corona-Infektionen nehmen leider auch wieder stark zu.

In den nächsten Monaten kann die App daher zur Bestform auflaufen: mit steigenden Infektionen wird ihr Nutzen immer deutlicher – und sie kann vermutlich ein wichtiger Baustein sein, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Hand auf’s Herz: wäre es nicht schön, wenn wir Dank der Warn-App vielleicht ein bisschen weniger andere Maßnahmen brauchen?

Geben wir der Corona-Warn-App also bitte eine Chance. Und damit auch uns selbst. Im allerschlimmsten Fall bewirkt sie gar nichts. Das wäre schade – tut aber nicht weh. Kein Smartphone wird deswegen langsamer, niemand wird ausgespäht und der Akku ist nicht „binnen Minuten“ leer. Einfach ‚mal selbst testen.

Grafik "Corona-Warn-App"
Die Corona-Warn-App funktioniert umso besser, je mehr Menschen mitmachen. Dabei nimmt man keine Nachteile in Kauf. (Grafik: Bundesregierung)

Ältere Smartphones inkl. iPhone

Eine echte Schwierigkeit gibt es allerdings: auf älteren Smartphones läuft die App nicht. Das hat technische Gründe. Denn damit die App sowohl technisch als auch aus Datenschutz-Sicht sicher funktioniert, nutzt sie spezielle Teile des Betriebssystems. Die stammen von Apple und Google. Entwickelt wurde das erst vor wenige Monaten, daher braucht es neue Software.

Bei vielen Smartphones, inkl. iPhone reicht es, Updates zu installieren (inkl. iOS update). Das ist prinzipiell aus Sicherheitsgründen sinnvoll. Leider gibt es die Updates nicht mehr für relativ alte Geräte. So läuft die App nicht auf iPhones vor 6s oder SE. Bei Android ist Version 6 Voraussetzung, aber dem Samsung S6 wird es kritisch. Grob gesagt sind Geräte betroffen, die vor 2015 auf den Markt kamen. Das ist ein relativ kleiner Teil betrachtet auf die Gesamtheit, aber leider trotzdem schade. Der „Spiegel“ hat einen guten Artikel zum Thema.

Sollte man sich wegen der Warn-App ein neueres (gebrauchtes) Handy kaufen? Schwer zu sagen. Das sollte jeder für sich selbst abwägen. Fest steht: wenn die App auf den meisten der aktuellen Handys installiert wird, dann wird das voraussichtlich Nutzen bringen. Eventuell sind die „älteren“ Handys dann gar nicht mehr so wichtig. Auch hier ist es also nicht zuletzt eine Frage der Solidarität untereinander.

Hier geht es zu den Infos der Bundesregierung zur Corona-Warn-App.

Noch Fragen?

Haben Sie noch Fragen oder echte Probleme mit der App? Dann schreiben Sie mir oder Verfassen Sie hier einen Kommentar (Achtung: Kommentare sind öffentlich einsehbar). Bitte nur ernstgemeinte Fragen. So etwas wie „Es gibt doch eh kein Corona, was soll dann die App?“ ist eher eine Meinung, zu der man meiner Erfahrung nach ohnehin nicht die Wahrheit als Antwort erhalten möchte ;-) Seriöse Fragen und echte Schwierigkeiten interessieren mich aber auf alle Fälle!

Zusatz-Infos für Leute, die es genau wissen möchten

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